110 Minuten Patriotismus pur

Man gibt alles, um das Vaterland zu schützen. Und nebenbei rettet man dann auch noch den Rest der Welt. Das kennt man ja von Filmen, die mit dem amerikanischen Militär zu tun haben. Bei »Act of Valor« sind die Liebe zur Heimat und der amerikanische Patriotismus aber doch noch mal eine Ecke stärker ausgeprägt. Wenn einer der Kameraden im Gefecht sein Auge verliert, dann »kommt er damit schon klar«, denn er weiß ja, wofür er es tat.

Generell wird der Kampf gegen den Terror idealisiert und die dunkle Seite des Gefechts vernachlässigt. Die Navy Seals in »Act of Valor« sind allesamt gut aussehende junge Männer, die ihre Frauen und Kinder im Namen des Krieges zu Hause zurücklassen. Zwar wird deutlich, dass dieses Opfer kein leichtes ist, aber dennoch gehen die Soldaten damit übertrieben heroisch um. Gezweifelt wird nie. Für das Vaterland muss gekämpft werden. Ohne mit der Wimper zu zucken, wirft sich einer der Soldaten auf eine vom Feind geworfenen Handgranate um seine Kameraden zu schützen. Bei dem ausgeprägten Militärbegräbnis am Ende wird dem kleinen Sohn dann erzählt, dass er sich ein Beispiel an dem Heldenmut des Vaters nehmen sollte.

Das mag zwar beeindrucken, wirkt aber doch sehr einseitig. Wer hier kritische Töne erwartet, wird enttäuscht. Stattdessen gibt es Helden, Helden, Helden. Die durchaus schwerwiegenden und negativen Auswirkungen des Krieges werden ignoriert. Hier gibt es keine Ängste oder post-traumatischen Stress. Bei »Act of Valor« sind die Männer hart wie Stahl.

Propaganda statt Kritik?

In weiten Teilen wirkt »Act of Valor« ausschließlich wie ein Propagandafilm der US Army. Kritik an der Kriegspolitik der USA findet man keine. Die Soldaten bringen große Opfer im Namen des Vaterlandes und strotzen nur so vor Heldenmut. Die dunkle Seite des Krieges wird zwar angedeutet, sterben tut schließlich niemand gerne, aber alles in allem sind dies Opfer, die gebracht werden müssen. »Act of Valor« ist ein Film, der die amerikanische Heimat ganz im Sinne von Country Songs und Bush Politik anpreist.

Exodus - Götter und Könige (25. Dezember 2014)
Regisseur Ridley Scott erzählt die Geschichte von Moses (gespielt von Christian Bale) neu. Er wächst in der Pharaonenfamilie von Ägypten auf. Obwohl sie nicht blutsverwandt sind, stehen er und sein Bruder Ramses sich sehr nahe. Doch während Ramses Pharao wird, hat Moses Visionen von Gott und führt schließlich das versklavte Volk von Israel in die Wüste. Mit Sigourney Weaver, Aaron Paul und Ben Kingsley.

Trotzdem ist dies nicht alles. Zwar kann man sich als Nicht-Amerikaner ein leicht ironisches Lächeln nicht verkneifen, aber dennoch bewegt der Film. Und dies nicht zuletzt durch die gewisse Einfältigkeit, die er vermittelt. Die Soldaten sind in einer Welt aufgewachsen, die ihnen ein Andersdenken durchaus schwer macht, sie glauben an das, was sie tun und sie sind davon überzeugt, für das Gute zu kämpfen.

Fazit

Anne Facompre: »Act of Valor« ist zu Deutsch eine »heldenmutige Tat«. Und genau davon handelt der Film auch. Hier gibt es Soldaten, die schonungslos alles riskieren, um ihr Vaterland zu schützen. Ob dies nun wirklich Heldenmut oder vielleicht doch falsch interpretierter Patriotismus ist, bleibt dem Zuschauer überlassen.

Die bedrückende Atmosphäre der Einsätze berührt, sich in die machtlos Hinterbliebenen hinein zu versetzen auch. Auch wenn es den Darstellern nicht gelingt, eine Beziehung zum Publikum aufzubauen, schockiert die Brutalität derer sie ausgesetzt sind. Zwar werden Pathos und Vaterland in einer typisch republikanischen Manier auf ein Podest gestellt, aber der emotionalen Auswirkung des Krieges kann man sich als Zuschauer dennoch nicht entziehen. Und nicht zuletzt weiß »Act of Valor« auch mit gelungenen Actionsequenzen zu begeistern. Was fürs Auge gibt es also in jedem Fall.