Zum Thema » Trailer zu Chernobyl Diaries Szenen aus dem Kinofilm » Filmkritiken auf GameStar.de Unser Kanal zu aktuellen Kinofilmen Horrorfilm in der Ukraine, fast passend zur Fußball-EM, möchte man meinen. Auch die japanische Nuklearkatastrophe um Fukushima im Frühjahr 2011 ist noch in erschreckender Erinnerung. Keine schlechtesten Voraussetzungen für den Kinofilm Chernobyl Diaries. Darin rennt eine Gruppe junger Touristen im Katastrophengebiet des havarierten Atomreaktors von Tschernobyl um ihr Leben.

In Oren Pelis neustem Schocker verschlägt es sechs junge Touristen nach Pripyat, eine Geisterstadt nahe des Atomkraftwerks von Tschernobyl. Dass das im Horrorgenre keine so gute Idee ist, liegt auf der Hand. Bis der erste von ihnen ins Gras beißt, dauert es dementsprechend auch nicht lange. Mit Spezialeffekt-Meister Bradley Parker (Let Me In, Fight Club) an seiner Seite inszeniert Pelis einen Horrorstreifen, der auch ohne allzu viel Blut oder explizite Bilder auskommt und einigermaßen spannend bleibt.

Die Story

Die jungen Amerikaner Amanda (Devin Kelley), Chris (Jesse McCartney) und Nathalie (Olivia Dudley) sind auf Europatour und machen unter anderem einen Abstecher in die Ukraine, wo sie Chris' abenteuerlustigen großen Bruder Paul (Jonathan Sadowski) besuchen. Dieser hält herzlich wenig von den Plänen, nach Moskau weiterzureisen und schlägt stattdessen 'Extrem-Tourismus' vor.

Sein ferner bekannter Uri (Dimitri Diatchenko) organisiert nämlich Reisetouren für den etwas exklusiveren Geschmack. Und so soll es für die Truppe nach Pripyat gehen, eine komplett verlassene Stadt nahe dem Kernkraftwerk von Tschernobyl, zu der Zutritt offiziell untersagt ist.

Chernobyl Diaries
Was die armen Touristen hier entdeckt haben, wissen sie selber noch nicht so ganz.

Zusammen mit zwei weiteren Touristen, Zoe (Ingrid Bolso Berdal) und Michael (Nathan Phillips), machen sie sich also auf die Fahrt. Und tatsächlich: Uri scheint zu halten, was er versprochen hat: Pripyat ist schaurig-schön in seiner Verlassenheit und voller einmaliger Eindrücke.

Als die Truppe dann aber die Heimreise antreten will, stellen sie fest, dass der Truck manipuliert wurde. Abreise? Fehlanzeige! Und dunkel wird es auch schon. Da dauert es nicht lange, bis ihnen schwant, dass sie in den verlassenen Häuserschluchten vielleicht doch nicht alleine sind. Und dann ist Uri auch schon verschwunden und Chris liegt mit bösen Bisswunden flach. Aber wer oder was ist da draußen? Und warum hat man es auf die jungen Touristen abgesehen?

Reaktor-Mutanten greifen an

Bereits vor ihre Ankunft in den einsamen Hochhausschluchten treffen die Touristen auf die ersten seltsamen Wesen: bösartig mutierte Fische tummeln sich in einem Fluss, auf den Uri sie nur zu gerne Aufmerksamkeit macht. Misstrauen erweckt dies aber in keinem der Truppe. Als dann plötzlich ein Bär durch die verlassenen Wohnungen hetzt, findet man das schon merkwürdiger.

Nichts wie zurück zum Auto, denken sich die Kids. Dass dieses manipuliert wurde und nicht mehr starten will, ist dem erfahrenen Horror-Zuschauer bereits klar. Und als es dann dunkel wird und Uri und Chris trotz böser Vorahnung nicht im Wagen bleiben wollen, nimmt das Unglück seinen Lauf.

Bei Chris' bösen Bisswunden vermutet man zunächst wilde Hunde. Aber dabei soll es natürlich nicht bleiben. Doch was genau es nun auf die Clique abgesehen hat, bleibt lange Zeit ein wenig unklar. Sind es Menschen? Zombies? Kannibalen? Mutanten? Oder vielleicht mutierte Zombie-Kannibalen?

Trotz spärlicher Erläuterung, kommt durchaus Spannung auf. Wer allerdings gerne jede Menge Blut und fiese Menschenfresser in Großaufnahme sehen möchte, wird vielleicht enttäuscht. Visuell wird gar nicht soviel Grauenvolles gezeigt, der größte Schreck spielt sich vor dem inneren Auge der Zuschauer ab.