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Filmkritik zu Chernobyl Diaries | Seite 2

Reaktor-Horror mit Menschenfressern

Starke Atmosphäre, schwache Charaktere

Dass die Figuren in Horrorstreifen keine Charakterstudie darlegen müssen, ist quasi eine Tatsache. Alle sechs Mittzwanziger sollen wohl in erster Linie nett aussehen und adäquat schreien können. Diese Aufgaben meistern die Newcomer auch noch mit ziemlicher Leichtigkeit. Wer großartige Schauspielleistung sucht, wird hier sicher nicht fündig. Sonderliche Sympathiepunkte können die Figuren auch nicht einfahren, weshalb uns ihr Ableben herzlich wenig berührt.

Trotzdem vermittelt die junge Truppe zumindest gleich zu Anfang eine glaubwürdig gut gelaunte Atmosphäre. Ein bisschen Abenteuer möchte man erleben, die Welt sehen. Unterstützt wird der Realitätsfaktor durch den Beinahe-Found-Footage-Look des Streifens. Zwar filmen die Protagonisten diesmal nicht selbst, der gekonnte Einsatz von Handkameras führt aber teilweise zum gewollten Documentary-Look.

Gone Girl: Das perfekte Opfer (2. Oktober 2014)
Eigentlich wollten Nick (Ben Affleck) und Amy ihren fünften Hochzeitstag feiern. Doch sie taucht nicht auf, und ihr Mann wird von der Polizei verhört. Er selbst glaubt an seine Unschuld, hat aber nachts verwirrende Träume, in denen er seine Frau tötet. Und nach und nach kommen immer mehr Indizien gegen ihn auf.

Dies ist jedoch nur ein kleines Design-Detail. Der wirkliche Clou ist die gekonnt inszenierte Umgebung. Fast möchte man meinen, Chernobyl Diaries sei an den Originalschauplätzen gedreht worden. Dem ist nicht so. Stattdessen wählte man verlassene Ostblock-Plattenbauten als Pripyat-Ersatz. Womöglich nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass das echte Pripyat mittlerweile ein wahrer Touristenmagnet ist. Da ist also nicht viel mit Verlassenheit.

Der inszenierte Schauplatz überzeugt durchaus. Gruselig sind sie, die grauen Hochhäuser, die Hals über Kopf verlassen wurden und in denen noch überall Habseligkeiten der ehemaligen Bewohner vor sich hin rotten. Grau, trist und einsam. Ein idealer Schocker-Schauplatz.

Ein Ende mit Schrecken?

Chernobyl Diaries : Dieses Riesenrad kennen Spieler auch aus Modern Warfare oder Stalker. Dieses Riesenrad kennen Spieler auch aus Modern Warfare oder Stalker. Regisseur Pelis häuft reihenweise Mysterien an, die gen Ende leider nur ansatzweise erläutert werden. Sicher, ein bisschen Eigenanalyse darf schon gefragt sein. Dennoch hätte man gerne erfahren, ob und wenn ja wie viel Uri von den Geschehnissen in Pripyat wusste. Warum wirkt er teilweise nicht gerade vertrauenswürdig? Wer ist das geheimnisvolle Geistermädchen, das aus dem Nichts auftaucht und was hat es mit dem Ende auf sich? Fragen über Fragen, auf die man sich durch mehrmaliges Gucken oder durch Online-Spekulationen wohl selber die Antworten suchen muss.

Fazit

Anne Facompre: Chernobyl Diaries macht vieles richtig, aber auch einiges falsch. Die flachen Charaktere sind dabei nicht das größte Manko des Films. Wer viele Fragen aufwirft, sollte auch mit einigen Antworten aufwarten können. Das ist hier nur bedingt der Fall. Trotzdem macht die herrlich gruselige Atmosphäre einiges wieder wett und Horror-Fans kommen dadurch zumindest teilweise auf ihre Kosten.

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Avatar rofl022
rofl022
#1 | 20. Jun 2012, 16:30
Zitat von :
bösartig mutierte Fische tummeln sich in einem Fluss, auf den Uri sie nur zu gerne Aufmerksamkeit macht

Herrje, wurde da schon wieder nicht Korrektur gelesen?
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Avatar lionxx
lionxx
#2 | 20. Jun 2012, 16:30
Hm laut Franc Tausch ist der Film relativ grottig...(Hat ein D bekommen)...ich denke irgendwann mal mit ein paar Leuten über TS...aber nicht im Kino..
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Avatar MuLTi
MuLTi
#3 | 20. Jun 2012, 16:35
Ich hab ihn noch nicht angeschaut, aber er wird hier Interessant vorgestellt.
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Avatar outofcontrol84
outofcontrol84
#4 | 20. Jun 2012, 16:38
Ein S.T.A.L.K.E.R.-Kinofilm wäre mir lieber gewesen, wenn ich schon auf einen neuen PC-Ableger verzichten muss...
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Avatar gerbrand
gerbrand
#5 | 20. Jun 2012, 16:38
jooooaaaaa, ich spiel jetzt mal ne Runde Stalker: Call of Prypiat. Da gibts auch Tschernobyl und Geigerzählergeräusche und verwaiste Industriekomplexe und Mutanten zum Draufballern. Und das sicher 1000 mal spannender als in diesem *hüstel* Machwerk.
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Avatar MrMiles
MrMiles
#6 | 20. Jun 2012, 16:39
die idee zum film hatte ich schon mitte der 90er, leider ist es damals an den kosten gescheitert :)
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Avatar FaustinderFresse
FaustinderFresse
#7 | 20. Jun 2012, 16:47
Und der Trailer war so vielversprechend :(
Ich will endlich mal einen guten S.T.A.L.K.E.R.-Film und wenn's geht aus Russland, da hab ich jedenfalls mehr Vertrauen, dass es ein guter Film wird...
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Avatar KingLamer
KingLamer
#8 | 20. Jun 2012, 16:51
gähn
horrorfilm-drehbücher sind alles plagiate: einer schreibt eines und das wird so wenig geändert neu aufgelegt, dass es eigentlich als kopie gelten müsste.

man siehe nur hier: dumme teenies in der wildnis machen alles falsch, was es falsch zu machen gilt.
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Avatar outofcontrol84
outofcontrol84
#9 | 20. Jun 2012, 17:00
Zitat von gerbrand:
jooooaaaaa, ich spiel jetzt mal ne Runde Stalker: Call of Prypiat. Da gibts auch Tschernobyl und Geigerzählergeräusche und verwaiste Industriekomplexe und Mutanten zum Draufballern. Und das sicher 1000 mal spannender als in diesem *hüstel* Machwerk.


Volle Zustimmung!

Viel Spass in der Zone!
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Avatar Ash Evil Dead
Ash Evil Dead
#10 | 20. Jun 2012, 17:03
Verbessert mich bitte falls ich es überlesen haben sollte: Ein Film über allerlei Mysteriöses, Mutanten und Anomalien in Tschernobyl und die Autorin schafft es bei einer Kritik für eine Gaming-Seite nicht einmal das Spiel S.T.A.L.K.E.R. auch nur kurz zu erwähnen?

Den Film selber finde ich seit einem kürzlich gesehenen Trailer interessant. Mal was für einen netten DVD-Abend.
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