Erwachsenen-Comedy mit Kinderspielzeug

MacFarlanes unverkennbarer Humor hat anscheinend mehr verdient als nur den Fernsehbildschirm. Und so ist es nicht verwunderlich, dass Ted auf Family Guy-Fans zugeschnitten ist. Denn zartbesaitet darf der Zuschauer hier nicht sein. Ted haut einen derben Spruch nach dem anderen raus und der gepflegt deftige Humor schießt auch gerne mal übers Ziel hinaus.

Ted : Mark Wahlberg nimmt seine Rolle durchaus ernst, wird von Ted aber gerne mal in den Schatten gestellt. Mark Wahlberg nimmt seine Rolle durchaus ernst, wird von Ted aber gerne mal in den Schatten gestellt. Wer hier unvorbereitet ins Kino läuft, dem könnte direkt das eine oder andere Mal die Kinnlage runterklappen. Die Gags reichen von durchaus gelungen bis hin zur untersten Schublade. Wenn sich eine von Teds Prostituierten dazu hinreißen lässt, ihr Geschäft einfach mal auf dem Wohnzimmerboden zu verrichten, ist guter Rat schon teuer. Der Film wäre auch durchaus ohne komplett niveaulose Szenen wie diese ausgekommen, aber ein Seth MacFarlane kennt eben keine Schmerzgrenze.

Allerdings gibt es auch durch lustige Szenen, die sich fast auf gesellschaftsfähigem Niveau abspielen. Wenn Ted und John sich beispielsweise zu einem regelrechten Faustkampf hinreißen lassen oder John gegen Ende des Films eine Rettungsaktion für den Bären starten muss, darf schon herzhaft gelacht werden. Trotzdem sei gesagt, dass Ted story-technisch durchaus Schwächen aufzuweisen hat. Nachdem Anfang und Mittelteil gut aufeinander abgestimmt sind, wirkt der Plot-Twist gegen Ende des Films ein bisschen seltsam und das Gesamtwerk nicht ganz stimmig. Aber Ted soll kein erzählerisches Meisterwerk sein, sondern in erster Linie unterhalten.

Ted : Johns Freundin Lori hat es nicht so mit dem sprechenden Bären. Werden die beiden sich noch anfreunden? Johns Freundin Lori hat es nicht so mit dem sprechenden Bären. Werden die beiden sich noch anfreunden?

Der Nerv der Zeit

Serien wie Family Guy und American Dad sind nicht umsonst super-erfolgreich. Komödien mit derbem Humor boomen und finden immer mehr Anhänger. Und Ted schafft es ziemlich problemlos, sich in die Riege der erfolgreichen Erwachsenen-Comedies á la Hangover , Kill the Boss oder Brautalarm einzureihen. Hier gibt es ziemlich fiese Gags, die ganz klar unter die Gürtellinie zielen und auch gekonnt dort landen.

Ted : Ted umzingelt sich gerne mit scharfen Frauen. Ted umzingelt sich gerne mit scharfen Frauen. Marc Wahlberg und Mila Kunis stehen zwar durchgehend im Schatten des animierten Mitstreiters, sind aber mit voller Ernsthaftigkeit bei der Sache. Beide spielen ihre Parts komplett seriös, nehmen den Bären stets für voll und machen den Film dadurch noch eine Ecke witziger. Und dass es ein Kuscheltier schafft, zwei Hollywood-Schauspieler zur Seite zu drängen, ist auch schon enorm.

Ein Teddybär, der im Lager des Lebensmitteladens die Angestellte auf einem Gemüsebett flachlegt und auch sonst gerne sexuell aktiv ist, ist eben etwas Neues. Ganz nebenbei werden dann auch noch MacFarlane-typisch jede Menge Popkultur-Referenzen mit eingebaut und so spielt auch Flash Gordon-Star Sam J. Jones eine nicht ganz unwesentliche Rolle im Film. Lustig ist der Streifen auf jeden Fall, allerdings hauptsächlich für die Zuschauer, die hartgesottene Fans des Genres sind. Denn der Gelegenheitskinogänger dürfte von Teds unzivilisiertem Verhalten durchaus geschockt sein. Wer eine niedrige Schmerzgrenze hat, wird unter Ted vielleicht eher leiden. Man kann Teds Humor lieben oder hassen, aber dass genau so was momentan voll im Trend liegt und die Kinokassen klingeln lässt, lässt sich wohl nicht abstreiten.

Fazit

Anne Facompre: »Ted dürfte für Fans von Erwachsenen-Comedys durchaus ein Volltreffer werden. Und das nicht ganz zu Unrecht, denn ein knuffiger Bär, der sich benimmt wie der letzte Penner, ist was Neues und dieser Ideenreichtum soll nicht ungelobt bleiben. Trotzdem schießt MacFarlane mit seinen Gags das eine oder andere Mal übers Ziel hinaus und ein kleines bisschen mehr Zivilisation hätte vielleicht nicht geschadet. Aber auch so wird 'Ted' mit Sicherheit Massen begeistern und die Kinokassen klingeln lassen. Nicht zuletzt vielleicht deswegen, weil man sich einen solche absurden Teddybären, der nebenbei noch wirklich gut animiert ist, einfach einmal ansehen muss.«

Exodus - Götter und Könige (25. Dezember 2014)
Regisseur Ridley Scott erzählt die Geschichte von Moses (gespielt von Christian Bale) neu. Er wächst in der Pharaonenfamilie von Ägypten auf. Obwohl sie nicht blutsverwandt sind, stehen er und sein Bruder Ramses sich sehr nahe. Doch während Ramses Pharao wird, hat Moses Visionen von Gott und führt schließlich das versklavte Volk von Israel in die Wüste. Mit Sigourney Weaver, Aaron Paul und Ben Kingsley.