Kleine Kinder, die plötzlich düster und böse werden, sind seit jeher fester Bestandteil einer ganzen Reihe besonders fieser Horrorfilme, zum Beispiel »Der Ring«, »Das Omen« oder »Der Exorzist«. Von letzterem hat sich der dänische Regisseur Ole Bornedal ganz offensichtlich inspirieren lassen, als er Possession – Das Dunkle in Dir drehte.

Die Story

Zum Thema » Filmkritiken auf GameStar.de Unser Kanal zu aktuellen Kinofilmen Die Schwestern Emily (Natasha Calis) und Hannah (Madison Davenport) leben nach der Trennung ihrer Eltern abwechselnd bei ihrem Vater (Jeffrey Dean Morgan) und ihrer Mutter (Kyra Sedgwick). Die Stimmung ist angespannt und Vater Clyde, der seine Töchter nur selten sieht, tut alles, um die beiden zufrieden zu stellen. Auf einem Flohmarkt entdeckt Emily eine alte Holzbox, die sie unbedingt haben möchte. Die Box lässt sich allerdings nicht öffnen, Emily ist enttäuscht.

Eines Abends gelingt es dem Mädchen doch, die Kiste zu öffnen - mit verheerenden Folgen. Ein in der Box gefangener Dämon wird entfesselt. Schleichend übernimmt er die Kontrolle über Emily, ihr Verhalten wird zunehmend merkwürdig. Zunächst schieben die Eltern die Auffälligkeiten der Tochter auf die schwierige Zeit nach ihrer Trennung. Doch bald ahnt Clyde, dass mehr dahinter steckt und macht sich auf die Suche nach den Ursachen. Gibt es einen Weg, den Fluch zu brechen und Emily von dem Bösen zu befreien?

Possession: Das Dunkle in Dir
'Possession - Das Dunkle in Dir' liefert leider wenig Neues und orientiert sich stattdessen an typischen Szenen.

Horror-Kenner am Werk

Neben Regisseur Ole Bornedal (Nightwatch) ist Produzent Sam Raimi hauptverantwortlich für Possession. Als Durchschnittskinogänger kennt man Raimi vor allem als »Spider-Man«-Erfolgsregisseur, der Tobey Maguire gekonnt in Szene setzte. Raimi bewies aber schon lange vorher eine enorme Horror-Affinität. Er führte bei den »Tanz der Teufel«- Filmen und im Jahr 2009 bei »Drag me to Hell« Regie. Im Duo mit Ole Bornedal, der schon bei seinem erfolgreichen Debüt »Nightwatch – Nachtwache« ein Gespür für Grusel bewies, ergibt sich hier also eigentlich ein vielversprechendes Gespann.

Trotzdem liefern die beiden in Possession wenig Neues. Der Streifen wirkt in vielen Szenen abgekupfert. Wer andere Exorzismus-Filme kennt, wird hier nur selten überrascht werden. Da hilft es auch nichts, dass die Geschichte, wie so oft, »auf wahren Geschehnissen« basiert. Allerdings muss man Raimi und Bornedal lassen, dass der Film trotz mangelnder Originalität recht unterhaltsam und kurzweilig ist, manche Szenen sogar wirklich gruselig.

Die »wahre Geschichte«

Emily ist nicht vom Teufel besessen, sondern von einem Dibbuk. Dieser entspringt der jüdischen Folklore, in der »dibbuk« wörtlich für »Anhang« steht. Sam Raimi ließ sich von einer Geschichte inspirieren, die 2004 durch amerikanische Nachrichten geisterte. Damals bot ein Mann eine »echte Dibbuk-Box« bei eBay zum Verkauf an, nachdem diese seine ganze Familie terrorisiert hatte. Die Angehörigen litten an Haarausfall, Albträumen und grauenhaften Visionen.

Possession: Das Dunkle in Dir : Jeffrey Dean Morgan gab an, dass es beim Dreh mysteriöse Zwischenfälle gegeben habe, die er nicht erklären konnte. Jeffrey Dean Morgan gab an, dass es beim Dreh mysteriöse Zwischenfälle gegeben habe, die er nicht erklären konnte. Viele Erforscher des Übernatürlichen hatten es auf die Box abgesehen, die von einer 103-jährigen Holocaust-Überlebenden nach dem Krieg in den USA gebracht wurde. Letzlich wurde sie an einen Museumsdirektor verkauft. Dieser wurde sogleich gebeten, keine Bilder des Behältnisses ins Internet zu stellen, denn der Dibbuk könnte dadurch ja vielleicht in die Welt hinausgelangen.

Sam Raimi war fasziniert von der Story und dachte sich wohl, dass man daraus einen guten Film machen könnte. »Diese wahre Geschichte handelt von unseren stärksten Ängsten. (...) Wir sahen eine Chance, auf einige klassische Themen des Horror-Genres einzugehen und diese für die nächste Generation neu umzusetzen.«