Zum Thema » Interview zu Sinister Regisseur Scott Derrickson im Gespräch » Gewinnspiel zu Sinister Videoschnittsoftware und Fanpakete » Filmkritiken auf GameStar.de Unser Kanal zu aktuellen Kinofilmen Die sogenannten Found-Footage-Filme im Stil eines Chernobyl Diaries oder Paranormal Activity werden bei Filmproduzenten derzeit anscheinend gerne durchgewunken. Jedes Studio erhofft sich einen finanziellen Hit, schließlich sind die Streifen meist preiswert gedreht und spielen ihre Kosten schnell ein. Im besten Fall werden sie sogar richtige Kassenschlager. Kein Wunder also, dass Regisseur Scott Derrickson seinen Horrorfilm Sinister anfangs als eben solchen Found-Footage-Film verkaufte, um das Geld für die Umsetzung zu sichern.

Tatsächlich dreht sich Sinister auch um gefundene Filme, um alte Super-8-Aufnahmen. Statt den ganzen Film aber nur aus der Perspektive einer verwackelten Kamera zu erleben, wird Sinister mit klassischen Stilmitteln erzählt. Das Ergebnis ist ein überraschend gruseliger Film.

Die Story

Schriftsteller Ellison (Ethan Hawke), der über wahre Verbrechen schreibt, konnte vor einigen Jahren einen beachtlichen Bestseller verzeichnen. Seitdem ist sein Erfolg aber eingeschlafen. Als er von dem grausamen Tod einer Familie und dem mysteriösen Verschwinden der kleinen Tochter erfährt, wittert er eine vielversprechende Story. Kurzerhand siedelt er sich und seine Familie an den Ort des Verbrechens um. Aber nicht nur dass, ohne es seiner Frau zu beichten, ziehen sie sogar in genau das Haus, in dem alles passierte.

Sinister
Die Rolle des Schriftstellers Ellison ist Ethan Hawke wie auf den Leib geschrieben.

Ellison ist weder abergläubisch, noch ängstlich. Vielmehr hofft er, dass ihn der Ort beim Schreiben seines Buches inspirieren wird. Doch schon in der ersten Nacht findet er auf dem Dachboden des Hauses einen Karton mit alten Super-8-Filmen. Zunächst vermutet er alte Familienaufnahmen der Vorbesitzer, doch was er stattdessen zu Gesicht bekommt, ist äußerst verstörend.

Der Sheriff im Ort ist ihm allerdings nicht besonders wohlgesonnen und so kann Ellison von der Polizei keine Hilfe erwarten. Je genauer er sich die Aufnahmen ansieht und je mehr er nach dem verschwundenen Mädchen forscht, umso mehr zweifelt er an seinem eigenen Verstand. Schon bald hat Ellison das Gefühl, dass dunkle Mächte seiner Familie drohen und er beginnt zu ahnen, dass er für seine Neugierde teuer zahlen muss.

Der subtile Gruselfaktor

Das Schöne an Sinister ist, dass Regisseur Scott Derrickson seine Schreckmomente sehr vereinzelt, aber unglaublich effektiv streut. Anstatt andauernd aus dem Sitz zu schrecken, findet man sich als Zuschauer in einer durchgehenden Anspannung wieder. Nicht ungleich der Situation, in der Hauptfigur Ellison sich befindet. Und wenn die Schocker dann kommen, dann sitzen sie. Auch, wenn es am Ende vielleicht nur der schlafwandelnde Sohn ist, der einen hochschrecken lässt.

Auch die schaurigen Heimvideos, die wir uns gemeinsam mit Ellison in seinem verdunkelten Arbeitszimmer ansehen, verfehlen ihre Wirkung nicht. Sie sind durch die scharfen Schnitte zwischen harmonischem Familienalltag und grotesken Morden besonders effektiv. Irreführend ungefährliche Titel wie „Sleepy Time“ oder „Pool Party“ machen die Clips noch mal richtig fies.

Dass Ellison nach mehrmaligem Sichten der Filme eine schaurige Gestalt im Hintergrund ausmacht, überrascht den Horrorfan erstmal wenig. Aber wenn diese schleichend den Weg vom 8-Milimeter-Band in Ellisons Realität findet, ist das schon ein bisschen schaurig.