Spiel und Schauspiel

Den Balance-Akt zwischen Treue zum Original und eigener Identität bekommt Silent Hill: Revelation 3D gut hin. Kenner des Spiels sollten keine Eins-zu-eins-Adaption von Silent Hill 3 erwarten, bekommen aber genug Wiedererkennbares. Stellenweise streuen die Filmmacher Spielezitate ein, entweder direkt aus der Vorlage oder allgemein aus dem Medium Video, beispielsweise beim »Bosskampf«. Trotzdem versteift sich Revelation nicht darauf, wie ein Film gewordenes Spiel wirken zu wollen.

Spiele als Filme
Lizenzgurken kennt jeder Spieler: zu fast jedem Blockbuster erscheint zeitnah eine mehr oder weniger gelungene Spielumsetzung. Verfilmungen von bekannten und beliebten Spieleserien sind die andere Seite des gleichen Phänomens – die Qualität der daraus entstandenen Produkte ähnelt sich jedoch recht häufig. Wir zeigen die bekanntesten Spieleverfilmungen von der Geschichte Marios bis zu den berühmt-berüchtigten Boll-Filmen.

Dabei ist Adelaide Clemens in der Rolle der Heather/Sharon durchaus passend besetzt und erinnert auch bei ihrer Kleidung an die Heldin des dritten Spiels. Schauspielerische Meisterleistungen sollte man allerdings nicht erwarten - weder von ihr noch vom Rest der durchaus namhaften Besetzung. Besonders Kit Harrington, bekannt als Jon Snow aus der TV-Serie Game of Thrones, bleibt viel zu blass. Die Auftritte von Sean Bean, Malcolm McDowell und besonders Carrie-Anne Moss sind entweder zu kurz oder schlicht einfallslos langweilig.

Ballett der Toten

Trotz vergleichsweise kleinem Budget von 20 Millionen US-Dollar sieht Silent Hill: Revelation nie billig aus. Im Gegenteil: Das Set-Design und die teils extrem skurrilen Figuren strotzen vor Details, auch an CGI-Effekten musste nicht sichtbar gespart werden. Besonders eine Marionetten-Spinne bleibt in Erinnerung. Trotzdem ist es ausgerechnet eine Szene, die ohne computergenerierte Effekte auskommt, die optisch am meisten beeindruckt: die Begegnung mit den blinden Messer-Krankenschwestern.

Exodus - Götter und Könige (25. Dezember 2014)
Regisseur Ridley Scott erzählt die Geschichte von Moses (gespielt von Christian Bale) neu. Er wächst in der Pharaonenfamilie von Ägypten auf. Obwohl sie nicht blutsverwandt sind, stehen er und sein Bruder Ramses sich sehr nahe. Doch während Ramses Pharao wird, hat Moses Visionen von Gott und führt schließlich das versklavte Volk von Israel in die Wüste. Mit Sigourney Weaver, Aaron Paul und Ben Kingsley.

Wer Silent Hill kennt, kennt auch dessen Bewohner: Mehr Monster als Mensch - und doch erinnern einige wiedererkennbaren Elemente daran, was die Gestalten früher waren oder in unserer Dimension sind. Die blinden Krankenschwestern sind das beste Beispiel. Im Film tauchen die Gruseldamen in einer mörderisch-schönen Mini-Choreografie auf, die ein bisschen bedrohlich, aber mit der nötigen Selbstironie umgesetzt ist.

Fazit

Christian Schneider: Meine Erwartungen an Silent Hill: Revelation 3D waren nicht hoch. Stichwort: Spieleverfilmung. Und deshalb war dieser Film - besonders nach dem grottenschlechten Resident Evil: Retribution - eine positive Überraschung. Die zweite Silent-Hill-Verfilmung ist sicher kein Genre-Meilenstein aber solide Unterhaltung mit genug skurrilen Szenen und auf jeden Fall besser als alles, was die Spieleserie in den letzten Jahren auf uns losgelassen hat.