Sucht oder nicht?

Spielen als Sucht : In Korea ist StarCraft immer noch das Nationalspiel. Zigtausende von Koreanern verbringen ihre gesamte Freizeit in der Zukunft. In Korea ist StarCraft immer noch das Nationalspiel. Zigtausende von Koreanern verbringen ihre gesamte Freizeit in der Zukunft. Dass sich Einzelerfahrungen von Extremfällen zu einem dramatischen Gesamtbild fügen, das ist normal. Über die Wirklichkeit sagt es aber nichts aus. »Der Anteil der Computerspieler mit einem problematischen oder süchtigem Spielverhalten ist weitgehend unbekannt«, resümiert die Berliner Charité. Das Problem ist jung, erforscht ist wenig. Die Debatte entzündet sich vor allem an zwei Kernfragen: Ist exzessives Spielen eine Sucht? Und wenn ja, sind die Spiele Schuld daran? Schon bei der Suchtdiagnose gehen die Meinungen der Forscher auseinander. »Die Symptome und der Krankheitsverlauf sind denen von anderen Süchten sehr ähnlich«, stellt zum Beispiel die Psychologin Monica Mayer von der Uni Bamberg fest. »Es entsteht in der Presse manchmal der Eindruck, als hätten wir es hier mit einer neuartigen Form von psychischer Erkrankung zu tun«, meint dagegen der Oberarzt und Psychiater Bert te Wildt von der Uni-Klinik Hannover. »Ich bin da skeptisch. Dass es eine Sucht ist, ist eine problematische Vorannahme.«