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| Samstag, 20.03.2010 Specials - Reports Das böse Buch Der Kriminologe Christian Pfeiffer hat ein Buch über Computerspiele abschießen lassen, das ihm zu unkritisch erschien. Der Herausgeber soll von Electronic Arts geschmiert sein. Hinter dem Fall steckt die Frage, wie gefährlich Computerspiele wirklich sind.
![]() ![]() Fritz, der Pädagoge, hat im Frühjahr ein Buch herausgegeben, das Eltern und Lehrern Rat verspricht: »Computerspiele(r) verstehen« heißt es. Das allein wäre nicht ungewöhnlich, pädagogische Literatur über Computerspiele gibt es mittlerweile reichlich. Doch das Buch erscheint bei der Bundeszentrale für politische Bildung, hat also einen offiziellen Anstrich und wird, so Christian Pfeiffer pikiert, »staatlich subventioniert« – zwei Euro kostet der 320 Seiten dicke Band, innerhalb von zwei Monaten waren 5.000 der 12.000 gedruckten Exemplare abgesetzt. Dann wurde der Verkauf gestoppt. Schuld daran ist Pfeiffer, der Kriminologe. Er hat das Buch abschießen lassen. Es gibt einen offiziellen Grund dafür und einen anderen, dahinterstehenden, und dieser zweite Grund hat viel mit gekränktem Stolz zu tun, mit Deutungskämpfen und der Frage, wie man in Deutschland über Computerspiele denken soll und wie nicht. Abgeschossen» Einleitung » Abgeschossen » Abgewandt » Abgeschrieben » Hingedreht » Abgekanzelt » Zugeschossen » Aufgeschlossen » Heft-PDF ![]() Vielleicht dauert es nur Tage, vielleicht einige Wochen, aber irgendwann erreicht das Buch das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN). Dort liest man es mit Aufmerksamkeit, denn es enthält Essays von Forschern, deren Ansichten in Hannover beargwöhnt werden. Man stutzt. Ärgert sich. Bildet schließlich ein drei Mann starkes Spezialteam, dessen Aufgabe es ist, das Buch auf Schwachstellen abzuklopfen. Und auseinander zu nehmen. Die Rezension erscheint Anfang Mai auf der Website des KFN, sie fällt vernichtend aus. »Verharmlosung und Beschwichtigung« heißt die Überschrift, auf 19 Seiten zerrupfen die Autoren Beitrag um Beitrag, entdecken in den Texten »Naivität«, »fehlende Reflektion«, »verkürzte Sichtweisen«, Unsachlichkeit und immer wieder Verharmlosung, Verharmlosung, Verharmlosung. Die KFN-Mitarbeiter stört insbesondere, dass ihre eigenen Forschungsergebnisse in dem Band nicht berücksichtigt werden. Das KFN steht Computerspielen kritisch gegenüber, es betont seit Jahren deren Risiken. Google-Anzeigen
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