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Report: Der Weg in die Branche

Vom Praktikum bis zur Einstellung

Die Zeiten der Garagenentwickler und Quereinsteiger sind weitgehend vorbei. Wer heute in der milliardenschweren Spielebranche arbeiten will, muss sich in große Teams integrieren und vor allem eines sein: ein sehr gut ausgebildeter Profi.

Von Christian Schneider |

Datum: 19.01.2009


Ednas Flucht war Teamwork an allen Fronten. Während sich die Hauptdarstellerin des Adventures Edna bricht aus auf die Hilfe eines sprechenden Plüschhasen verlässt, stand dem Creative Director Jan Müller-Michaelis bei der Entwicklung des Knobelspiels ein Team von Programmierern, Grafikern, Animatoren und Sounddesignern zur Seite. »Bei kommerziellen Projekten ist das nicht mehr anders möglich«, erklärt Jan, denn die Arbeit in der Spielebranche hat sich in den vergangenen 20 Jahren radikal verändert. Volker Pinsdorf, der beim Publishers Electronic Arts für die Jobbewerber in Deutschland zuständig ist, fasst den Trend zusammen: »Die Anforderungen werden immer spezifischer, besonders wenn ein Studio größer wird.«

Der Weg in die Branche :

Als Alexey Pajitnov im Jahre 1985 das Denk- und Geschicklichkeitsspiel Tetris erdachte, konnte er sein Programm noch innerhalb von Tagen ganz allein schreiben und es danach unter Freunden und Kollegen verteilen. An dem acht Monate alten Actiontitel Assassin’s Creed haben hingegen rund 300 Menschen mitgearbeitet. Das Spiel erschien weltweit auf Next-Gen-Konsolen und dem PC und sorgte beim Publisher Ubisoft für Rekordumsätze. Ganz so erfolgreich wie der mittelalterliche Klettereinsatz ist das PC-Rollenspiel Drakensang zwar noch nicht, doch auch beim deutschen Entwickler Radon Labs ist die Zahl der Mitarbeiter inzwischen fast dreistellig. Im kommenden Jahr will die Firma zudem rund 20 neue Stellen ausschreiben. Gesucht werden meist Spezialisten, vom Programmierer über den Game Designer bis hin zum Grafiker. »Und wir sprechen von einer absoluten Traumbranche, dementsprechend groß ist der Ansturm der Bewerber auf derartige Stellen«, weiß Volker Pinsdorf.

Hier geht’s lang

Der Weg in die Branche : Edna bricht aus basiert auf einer Diplomarbeit. Edna bricht aus basiert auf einer Diplomarbeit. Auf den kommenden Seiten erfahren Sie, wie Sie sich auf einen Job in der Spielebranche vorbereiten, ob eine Ausbildung oder ein Studium für Sie interessanter ist und was die Entwickler beim Vorstellungsgespräch, im Praktikum und danach von Ihnen erwarten. »In dieser Branche gibt es so viele Einstiegsmöglichkeiten wie Tätigkeiten«, sagt Jan Müller-Michaelis von Daedalic Entertainment. Der Firmen-Mitbegründer ergänzt: »Man sollte sich überlegen, welche Stärken man hat, welche Interessen man verfolgen möchte, und dementsprechend auswählen.« Jan spricht aus Erfahrung. Er hat aus seiner Diplomarbeit zum Thema »Das Computerspiel als nicht-lineare Erzählform« ein Adventure gemacht und nebenbei noch ein Entwicklerstudio gegründet. Für Computerspiele hat sich Jan jedoch schon lange vor der Ausbildung interessiert: »Ich bin mit den großen LucasArts-Adventures aufgewachsen, die haben mich schon zur Schulzeit an den Bildschirm gefesselt.«

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Avatar Masterslive
Masterslive
#1 | 19. Jan 2009, 17:21
Praktikant bei Crytek hört sich doch richtig gut an. Ich hab mich bis jetzt zwar nur in der Community mal rumgesurft, bin dann auch auf einen guten Menschen gestoßen, mit dem man sogar reden darf und muss leider sagen, dass es für mich viel zu kompliziert ist und ich auch leider keine Zeit hab mich da einzuarbeiten. Trotzdem bei Crytek mal so reinschnuppern (wenn das bei denen so läuft) wäre sehr interessant!
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Avatar Adrian01
Adrian01
#2 | 19. Jan 2009, 18:34
Sorry Leute, bei aller Liebe zu dem "Traumberuf" Spieleentwickler, was die Spielebranche hier mit jungen Leuten abzieht, finde ich alles andere als in Ordnung. Wenn jemand eine über 10000 Euro teure, mehrjährige Ausbildung erfolgreich absolviert hat, dann sollte er danach doch mehr Wert sein als nur ne billige Praktikantenstelle. Während man in anderen Branchen vom ersten Tag an voll vergütet wird (es gibt ja immerhin die Probezeitregelung zum gefahrlosen "Kennenlernen" eines Mitarbeiters) müssen hier die Leute ein ganzes Jahr lang (!!!) sich mit einem Praktikantenverhältnis begnügen, wobei sie sicherlich nicht einfach nur "reinschnuppern" sondern voll in den Arbeitsablauf integriert werden. Und dann nach einem Jahr, wenn sie Glück haben, dürfen sie sich auf eine Festanstellung mit einem Jahresgehalt freuen, dass vielleicht gerade mal 2/3 von dem betrifft, was ähnliche qualifizierte schon ein Jahr vorher bekommen haben...

Ja, so stelle ich mir wirklich einen Traumberuf vor :-(
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Avatar epigon
epigon
#3 | 19. Jan 2009, 19:30
Könnt mir nix langweiligeres Vorstellen als mein Hobby zum Beruf zu machen! Was mach ich denn dann in meiner Freizeit? ;-)
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Avatar MotU
MotU
#4 | 19. Jan 2009, 20:28
Zitat von epigon:
Könnt mir nix langweiligeres Vorstellen als mein Hobby zum Beruf zu machen! Was mach ich denn dann in meiner Freizeit? ;-)


Naja Spiele zu entwickeln is schon ein bisschen was anderes als sie zu spielen.

@Adrian01: Selber Schuld wenn man so viel Geld für die Games Academy ausgibt, obwohl man z.B. als studierter Informatiker mehr Chancen hat!
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Avatar Casteels 1
Casteels 1
#5 | 19. Jan 2009, 20:29
Dieser Kommentar wurde ausgeblendet, da er nicht den Kommentar-Richtlinien entspricht.
Avatar UnLimiTeD
UnLimiTeD
#6 | 19. Jan 2009, 20:34
Zitat von :
Könnt mir nix langweiligeres Vorstellen als mein Hobby zum Beruf zu machen! Was mach ich denn dann in meiner Freizeit? ;-)


Naja, da gehst du dann arbeiten ;)
Ich finde die Branche durchaus interessant, allerdings wird man dabei leider nicht reich.
In der Spielebranche kriegt man für ein Praktikum häufig auch schon mehr als die Hälfte des Festanstellungslohns, also, in Anbetracht der Studienlänge in anderen Branchen zahlt man die knapp 11k wohl hauptsächlich dafür, das man sich mal so richtig beeilen darf ;D

Nebenbei, man kann in der Branche auch noch andere Dinge machen als programmieren, da gibts dann zwar auch bessere alternativen, aber es ist nicht so, das ein Informatikstudium alles abdeckt.
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Avatar Varrk
Varrk
#7 | 19. Jan 2009, 20:35
Hmm ja ja stimmt schon, das größte Übel an der Sache ist immer noch, das man für die meisten Ausbildungsgänge im Fach Game/Media Design viel Geld zahlen muss, so 400-800 Euro im Monat.
Na ja, nach meiner Meinug soll jegliche Bildung umsonst sein aber das sind ja schon ja fast Amerikanische Verhältnisse hier.
Ach ja und wenn man z.B von drei jahren, zwei gemacht hat, aber man kann das letzte nicht mehr zahlen......... tja dann sagen die zu dir war schön mit dir aber jetzt muss du gehen.
Also was ich damit sagen will, das man bei diesen Berufsfachschulen vorsichtig sein soll.
Das größte Problem ist eben das die meisten Schulen im Fach Game/Media Design noch Privat sind und deswegen Geld kosten.
Tja und bis sich das ändert wird noch viel Zeit vergehen leider......

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Avatar littleHänser
littleHänser
#8 | 19. Jan 2009, 20:49
Zitat von epigon:
Könnt mir nix langweiligeres Vorstellen als mein Hobby zum Beruf zu machen! Was mach ich denn dann in meiner Freizeit? ;-)


Also der Artikel ließe sich 1:1 auf die Filmbranche übertragen, was mir in dem Artikel noch fehlt ist eine kritischere Betrachtung der Praktikantenrolle fernab großer (mit Gehalt winkenden) Studios. Man braucht schon eine erhöhte Frustrationstoleranz um in dem Haifischbecken klarzukommen – aber hey, keine Angst, so was wie Sicherheit gibt es nicht ;)

Man sollte also schauen ob man auf dem Boden der Tatsachen steht und noch Spaß daran finden kann, oder ob dabei die Augen größer sind als der Appetit…
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Avatar BurningDeath
BurningDeath
#9 | 19. Jan 2009, 23:19
Zitat von MotU:
Zitat von epigon:
Kö nnt mir nix langweiligeres Vorstellen als mein Hobby zum Beruf zu machen! Was mach ich denn dann in meiner Freizeit? ;-)


Naja Spiele zu entwickeln is schon ein bisschen was anderes als sie zu spielen.

@Adrian01: Selber Schuld wenn man so viel Geld für die Games Academy ausgibt, obwohl man z.B. als studierter Informatiker mehr Chancen hat!

Als studierter Informatiker hängt man nen schönen MBA dran und geht dann in die Wirtschaft. Meiner Meinung nach zumindest.
Klar, jeder muss seine Prioritäten für sich selbst setzen.
Klar, es muss auch Leute geben, denen es Spaß macht, Spiele zu entwickeln, sonst könnten wir ja nicht zocken.
Klar ist aber auch, dass diese Leute das wirklich von Herzen gerne tun müssen, denn in der Branche steckt nicht gerade das größte Gehaltspotential.

Ich bin vor ein paar Jahren vor der selben Entscheidung gestanden. Eigentlich wollte ich Mediendesign studieren, um danach irgendwie in die Spielbranche, als Konzeptzeichner zum Beispiel, zu gelangen.
Nach eingehender Recherche und habe ich mich für ein BWL-Studium an einer renommierten Universität entschlossen. Der Grund: Sicherheit.
Ich habe jetzt schon (1 halbes Jahr vor dem Abschluss) meinen Arbeitsvertrag in der Tasche und mein Gehalt liegt weit über dem durchschnittlichen Designfritzen. Ausserdem interessiert mich die Materie.
Aber wie gesagt, solche Dinge muss jeder für sich selbst entscheiden, ich rate euch nur: Informiert euch vorher gut, nicht dass nacher das böse Erwachen kommt!
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Avatar iii
iii
#10 | 20. Jan 2009, 00:36
Zitat von BurningDeath:
Der Grund: Sicherheit.


Also ob es die gäbe!

Bei all den BWL- Fritzen gibts doch genausoviele Bildungsleichen wie bei mir in der Politik;-)

Das es so gut bei dir aussieht, liegt doch vor allem daran, dass du fleißig warst und ein schlaues Kerlchen bist.
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