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Report: Das Gesetz der Serie | Seite 3

Warum Fortsetzungen Pflicht sind

Gute Fortsetzungen, schlechte Fortsetzungen

»Ich würde vorschlagen, Sequels nach drei Kriterien zu bewerten«, schlägt der Filmkritiker Stew Fyfe in der Diskussion mit David Bordwell vor, »Erstens: Wurde das Sequel gemacht, weil man damit eine Geschichte weiter erzählen kann? Zweitens: Wurde das Sequel gemacht, weil die Charaktere so beliebt waren? Drittens: Wurde das Sequel gemacht, um damit mehr Geld zu verdienen?«

Das Gesetz der Serie : Die jährlich fortgesetzte Call of Duty-Serie gilt als Inbegriff der Spiele-»Sequelitis«. Die jährlich fortgesetzte Call of Duty-Serie gilt als Inbegriff der Spiele-»Sequelitis«. Klar ist, dass jeder Grund zu einem gewissen Grad eine Rolle spielt. Es ist aber die Gewichtung, die zum Urteil führt, ob ein Sequel als reine Geldmache oder legitime Fortsetzung wahrgenommen wird. Dieses System ist einfach und funktional, lässt sich aber kaum ohne Anpassung auf Spiele übertragen. Was die Spielerfahrung prägt, sind nicht nur sympathische Charaktere und packende Geschichten, sondern vor allem auch die Spielregeln und die Mechaniken, die dahinter stecken. Was nutzen neue Geschichten um tolle Charaktere, wenn der 27. Teil der Serie mit dem ewig gleichen Spielprinzip langweilt?

»Spiele-Sequels sind meistens narrative Sequels, selten aber Sequels im mechanischen oder dynamischen Sinn«, schreibt der Far Cry 2 -Macher Clint Hocking in einem Beitrag für das Magazin Edge. »Ein Sequel erlaubt es uns, Spielern einen neuen Kontext zu geben, in dem sie das Design des Spiels besser erforschen und wertschätzen können«, erklärt Hocking. »Aber normalerweise setzen Sequels nur die Geschichte des sympathischen Antihelden fort und belassen das Gameplay beim Alten.« Bei der Bewertung von Fortsetzungen muss also auch die Spielmechanik eine Rolle spielen. Wurde sie geschliffen? Verändert, um das Thema und die Idee des Spiels besser zu betonen? Oder gleich gelassen und lediglich mit einer neuen Geschichte überpinselt? Folgende Schicksalsfragen sollte man also an eine Spielefortsetzung stellen:

  • Soll die Fortsetzung eine Geschichte weitererzählen, wie etwa Assassin’s Creed oder die Mass Effect-Reihe, die von Anfang an mehrteilig angelegt wurde?

  • Soll die Fortsetzung ein Wiedersehen mit liebgewonnenen Charakteren ermöglichen, etwa mit der mörderisch unterhaltsame Künstliche Intelligenz GLaDOS aus Portal und Portal 2?

  • Soll die Fortsetzung das Spielprinzip verbessern, mit den Spielmechaniken experimentieren und Spieler überraschen -- wie etwa Batman: Arkham City?

  • Soll die Fortsetzung nur Geld aus einem Markennamen schlagen?

Jedes dieser vier Kriterien spielt eine Rolle bei der Entwicklung einer Fortsetzung. Nicht einmal die jährlich erscheinenden Spieleserien kommen komplett ohne neue Spielelemente aus. Die nunmehr vierte Assassin’s Creed-Folge Revelations erweitert das Arsenal des alternden Assassinen Ezio Auditore um Bomben und führt ein Tower-Defense-Minispiel ein; jedes Call of Duty versucht, mit Anpassungen im Multiplayer-Modus Millionen von Fans zufrieden zu stellen. Aber das ist nicht genug, es ist bloß das Mindestmaß an geforderter Innovation.

2.0 statt 1.5

»Ein Sequel sollte eine Evolution der Story bieten und eine Revolution des Gameplays«, erklärt Dax Ginn von Rocksteady, dem britischen Studio hinter Batman: Arkham Asylum und Batman: Arkham City. »Wenn Entwickler eine Fortsetzung nur als eine leichte Evolution des Originals ansehen, dann riskieren sie, dass sich das Spiel bloß wie eine Version 1.5 anfühlt.« Auch gehört Mut dazu, sich einzugestehen, dass sich ein Spielkonzept vielleicht gar nicht für eine Fortsetzung eignet. »Wie oft kann ich den armen Kerl denn noch über Stacheln hüpfen lassen?«, seufzt Edmund McMillen wenn er nach Super Meat Boy 2 gefragt wird.

Das Gesetz der Serie : Batman: Arkham City übertrifft sogar seinen exzellenten Vorgänger...

Arkham City
Batman: Arkham City übertrifft sogar seinen exzellenten Vorgänger...

Um zu beeindrucken, muss eine Fortsetzung also einen sehr schwierigen Spagat zwischen Erwartungshaltung und Risiko schaffen. Es ist leicht, eine Fortsetzung als Dienst an den Fans zu konzipieren, als ein etwas aufgewertetes Original. Sequels, die in Erinnerung bleiben, sind aber die, die gewillt sind, Risiken einzugehen. »Als Entwickler ist das deine einzige Chance«, bekräftigt Dax Ginn zu. »Du musst Risiken eingehen und du musst innovativ sein!« Leider wird genau diese Attitüde immer seltener, denn mit vorhersehbarem Erfolg und kalkuliertem Risiko ist sie nur äußerst schwer vereinbar. Wobei Ginn leicht reden hat, schließlich garantiert ihm schon alleine die (dank der jüngsten Kinohits sehr zugkräftige) Batman-Lizenz sichere Einnahmen -- da kann er vergleichsweise gefahrlos experimentieren.

Der wahre Reiz liegt dennoch im Neuen, glaubt zumindest Edmund McMillen: »In Wirklichkeit wollen wir doch das, was wir noch nicht kennen - selbst wenn wir das Gegenteil behaupten«, erklärt der Indie-Entwickler. „Niemand wird sagen: ›Oh mein Gott, Mario Party 12 ist das beste Spiel aller Zeiten!‹ Es sind die Dinge, die wir nicht kennen, die wirklich wichtig sind. Die Minecrafts . Geniale, fast mystischen Ideen, die um uns herumfliegen und nur darauf warten, umgesetzt zu werden. Es sind niemals die Sequels, die uns wirklich begeistern.«

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Avatar Cd-Labs: Radon Project
Cd-Labs: Radon Project
#1 | 15. Jul 2012, 14:56
Ein sehr guter Report, der mich auch schon im Heft begeistert hat!

Allerdings sollte man auch bedenken, dass es selten gute Fortsetzungen gibt!
Bis auf Skyrim, Arkham City und Drakensang: aFdZ gab es in den letzten beiden Jahren eigentlich keine...

Und wieder hagelts unbegründet Downvotes...
Ich habe damit gemeint, dass es keine Spiele ansonsten gab, die den KERN des Vorgängers analysiert und verbessert haben!

Und ja, ich habe Witcher II vergessen...

Schreibt doch wenigstens, was ihr kritisiert, dann kann man auch vernünftig und interessant diskutieren!
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Avatar CrazyGamer
CrazyGamer
#2 | 15. Jul 2012, 15:00
Ich finde Fortsetzungen nicht schlecht aber diese schnell durchgeleierten Sequels alà Call of Duty sind doch echt langweilig. Jedes Jahr das gleiche Spiel zu kaufen geht wohl auch nur bei Spielen durch oder wer würde gerne Matrix doppelt schauen?
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Avatar Cd-Labs: Radon Project
Cd-Labs: Radon Project
#3 | 15. Jul 2012, 15:03
Zitat von CrazyGamer:
Ich finde Fortsetzungen nicht schlecht aber diese schnell durchgeleierten Sequels alà Call of Duty sind doch echt langweilig. Jedes Jahr das gleiche Spiel zu kaufen geht wohl auch nur bei Spielen durch oder wer würde gerne Matrix doppelt schauen?

Genau!
COD im Spielebereich (die immer gleiche Fortsetzung) und Fortsetzungen wie Matrix 2 und 3 (Fortsetzung ohne Seele) haben im allgemeinen Verständnis den Begriff "Fortsetzung" in den Dreck gezogen!

Dabei ist eine gute Fortsetzung, die also Stärken des Vorgängers ausbaut und die Schwächen eleminniert das beste, was es im Gaming-Bereich geben kann!
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Avatar shuno
shuno
#4 | 15. Jul 2012, 15:08
Zitat von :
Mass Effect 2 [...] komplexen[ Rollenspiel-Entscheidungen harmonieren


Humor hat der Autor.
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Avatar Ixal
Ixal
#5 | 15. Jul 2012, 15:09
Doppelpost
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Avatar Ixal
Ixal
#6 | 15. Jul 2012, 15:12
Zitat von :
Niemand wird sagen: ›Oh mein Gott, Mario Party 12 ist das beste Spiel aller Zeiten


Nein, aber viele sagen das Master of Orion 2, nicht 1, das beste 4X Spiel aller Zeiten ist.

Fortestzungen müssen nicht schlecht sein, aber sie müsen den Vorgänger erweitern und zwar richtig. Aber viele Fortsetzungen sind praktisch nur neue Level für das Hauptspiel.

Und der Kommentar zu Mass Effect ist Schwachsinn. ME1 war eine Mischung aus Shooter und RPG (Welche aber auch nicht komplett neu war, siehe Vampire Bloodlines). ME2 und 3 sind shooter mit ein bischen multiple choice Dialogen.

Heutzutage muss man aber schon froh sein wenn die Publisher Fortsetzungen machen anstatt einfach gleich Remakes.
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Avatar Dee-Jay
Dee-Jay
#7 | 15. Jul 2012, 15:17
Zitat von Ixal:


Nein, aber viele sagen das Master of Orion 2, nicht 1, das beste 4X Spiel aller Zeiten ist.

Fortestzungen müssen nicht schlecht sein, aber sie müsen den Vorgänger erweitern und zwar richtig. Aber viele Fortsetzungen sind praktisch nur neue Level für das Hauptspiel.


Das ist der Schlussel.

Zum einen muss die Handlung weitergefuhrt werden, oder zumindest die Welt weitergebildet werden.

Vor allem muss aber das Game-play reformiert werden ohne das Orginal total zu entfremden.
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Avatar patze86
patze86
#8 | 15. Jul 2012, 15:17
fortsetzungen an sich sind nichts schlechtes. ganz im gegenteil, wenn mich ein game oder eine spielwelt begeistert und gefesselt hat, freue ich mich riesig über ein erneutes abenteuer dort.

das problem ist nur, dass fortsetzungen häufig dazu misbraucht werden, um aus dem image eines oftmals guten ersten teils, einfach noch mehr cash rauszuholen ohne aber selbst ein gutes spiel zu sein. oder man startet darasu eine serie immer gleicher nur leicht bis minimal abgewandelter ableger, welche dann nicht nur neuentwicklungen ausbremsen, sondern teilweise zahlreiche nachamer finden, welches das problem potenziert.
aber dieses model muss ja anscheinend erfolgreich sein und genug fans haben, sonst würde es nicht solange bestand haben. mir ist das persönlich zwar unverständlich, aber wenn die scheinbare mehrheit es so will, wer bin dann ich....

ich jedenfalls freue mich über fortsetzungen ala kotor 2, witcher 2, deus ex hr, total war "X", ..... solange solche spiele nicht aussterben, bin ich glücklich.
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Avatar Bredator
Bredator
#9 | 15. Jul 2012, 15:22
Deus Ex war eine der wichtigsten Fortsetzung der letzten Zeit und hat seinen ersten Serienteil in Qualität und Atmosphäre erreicht... und ich warte immer noch auf System Shock 3 ... und nein, Bioshock hat nicht mal annähernd die Klasse eines System Shock 2 gehabt.
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Avatar Kedle
Kedle
#10 | 15. Jul 2012, 15:37
Sehr guter/interessanter Artikel!
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