Täglich berichtet GameStar.de über die aktuellen Ereignisse in der Welt der Videospiele, doch wie ist der »status quo« überhaupt entstanden? In dem wöchentlichen Format »Es war einmal« wagen wir den Blick in die Vergangenheit und präsentieren Ihnen die wichtigsten News, die heißesten Gerüchte, und die besten Neuerscheinungen vor genau neun Jahren.

08. November 2001 - 14. November 2001

Die wichtigsten News

Stronghold-Patch enthält angeblichen Virus

Es war einmal #40 :

Das eigentlich hervorragende Strategiespiel Strongholdhatte nach dem Release vor neun Jahren vor allem im Multiplayer-Modus noch mit einigen Bugs zu kämpfen. Die Verbindung brach sehr häufig ab, das Spiel an sich verabschiedete sich hier und da und Einheiten froren einfach ein. Die Entwickler der FireFly-Studios gelobten Besserung und veröffentlichten nach zwei Wochen Entwicklungszeit den lang ersehnten ersten Patch für Stronghold. Kurz nachdem GameStar das Update am 09. September 2001 zum Download anbot, kontaktierten uns auch schon die ersten aufgebrachten Leser: Der Patch beinhalte einen Virus, er müsse sofort vom Server genommen werden.

» Den GameStar-Test von Stronghold lesen

Dabei war aber nicht nur die GameStar-Version betroffen, auch Take 2 reagierte. Die Verbreitung wurde eingestellt und der Download abgestellt. Das Unternehmen prüfte daraufhin die Vorkommnisse und stellte fest, dass viel Aufregung um Nichts gemacht wurde. Das Entwicklerstudio benutzte für seinen Patch die brandneue Installationslösung InstallShield. Die Version war so neu, dass sie von dem Antivirus-Programm Norton Antivirus nicht richtig erkannt und als Gefahr eingestuft wurde. Auch GameStar gab einige Tage nach der eigentlichen Veröffentlich Entwarnung und gab den Download des Updates wieder frei.

Etwas ausgelassener ging es in diesen Tagen bei dem österreichischen Unternehmen JoWood daher. Der Publisher hatte nach einigen erfolgreichen Geschäftsjahren 2000 den Börsengang gewagt und der dadurch resultierende Geldregen hatte sich zumindest vorerst bezahlt gemacht. Die Firma, die durch die Industriegigant-Serie bekannt wurde, meldete am 09. November 2001 ein deutliches Umsatz- und Ergebniswachstum in den ersten drei Quartalen des Jahres. Der Umsatz konnte glatt versechsfacht werden und betrug 27,4 Mio. Euro. Als Gewinn konnte der Publisher immerhin 277.000 Euro erwirtschaften. Die GameStar-News endete mit den Worten: "Das ist im internationalen Vergleich nicht viel - es zeigt aber, dass bei JoWood solide mit dem Geld umgegangen wird." Leider falsch.

Bereits ein Jahr später sah sich JoWooD das erste Mal kurz vor der Insolvenz. Das zweite Beinahe-Aus folgte 2005 wegen eines Rechtsstreits mit dem australischen Unternehmen Perception. Wie bei vielen New-Economy-Firmen wurde auch bei JoWooD das Geld durch den Börsengang nicht solide, sondern wenig effektiv eingesetzt. Zur Zeit werden noch ungefähr 54 Mitarbeiter beschäftigt. Zu Spitzenzeiten waren es 200.

2009 konnte der Publisher 23,33 Mio. Euro umsetzen, was weniger ist als der Betrag, der in den ersten drei Quartalen 2001 erwirtschaftet wurde. Aber nicht nur die Einnahmen, auch der Ruf der Firma hat gelitten. Spiele wie Die Gilde 2 und Gothic 3 befanden sich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung in einem katastrophalen technischen Zustand, was von vielen Spielern der Politik des österreichischen Publishers zugeschrieben wurde.

Was ist sonst noch passiert?

Serious Sam 3 wird angekündigt. +++ Electronic Arts macht sich in Europa breit. +++ Black & White-Erweiterung verspätet sich. +++ Konsolen-Unternehmen Capcom gründet PC-Abteilung. +++ THQ kauft Traditions-Entwicklerteam Rainbow Studios. +++ Colin McRae 3 wird angekündigt.