1997

Bereits im Mai 1997, also drei Monate vor der eigentlichen GameStar-Erstausgabe 10/97, stricken die Gründerväter Jörg Langer, Toni Schwaiger und Charles Glimm eine »Nullnummer«. Mit diesem 19seitigen Heft-Prototyp rühren sie auf der E3-Messe schon mal die Werbetrommel.

Top: Jedi Knight (90 Punkte, GS 12/97)
Packende Schießereien und Lichtschwert-Duelle machen das schöne Jedi-Actionspiel zur Genre-Referenz.

Die Artikel sind allerdings hastig zusammengepappt, neben einem Interview mit dem Westwood-Boss Brett Sperry prangen Fotos von Peter Molyneux. Ebenfalls legendär ist das Team-Fahndungsfoto, für das die Redakteure extra ihre Kommunionsanzüge aus der Mottenkiste gefischt haben.

Die MMO-Mutter

GameStar-Jubiläum : Ultima Online, die Mutter moderner MMOs und in vielerlei Hinsicht noch immer unerreicht. Ultima Online, die Mutter moderner MMOs und in vielerlei Hinsicht noch immer unerreicht. 1997 ist nicht nur das Geburtsjahr der GameStar, sondern auch eines Genres: der Online-Rollenspiele. Okay, zuvor gab’s bereits die meist textbasierten Multi User Dungeons (MUDs) und Vorreiter wie das dreidimensionale Meridian 59 von 1996, doch erst Ultima Online katapultiert die Internet-Abenteuer ins kollektive Spielerbewusstsein. Beim Test in Ausgabe 12/97 verweigern wir dem Meilenstein allerdings die Wertung.

Unser Fazit: »Da Ultima Online als reines Internet-Rollenspiel übliche Spielekonventionen sprengt, vergeben wir keine Spielspaßwertung.« Das holen wir erst in Ausgabe 2/99 nach, als das Addon The Second Age erscheint - 80 Punkte gibt’s für die Mutter der modernen MMOs.

Star oder Pro?

Der Name des neuen Magazins wird heftig debattiert: Soll es »GamePro« heißen, wie das Spielemagazin-Flaggschiff unseres amerikanischen Mutterverlags IDG? Oder lieber »GameStar«? Verzweifelt braust der Videomann Toni Schwaiger zur Blitzumfrage in den Münchner Spieleladen »PC Fun«. Von 100 befragten Kunden stimmen dort 51 für »GameStar«. »GamePro« erscheint auch, aber erst 2002: unsere Konsolen-Schwester.

Das Jahr 1997
Das Cover des Prototyps

Die Erstausgabe

Im Juni und Juli dringt dichter Qualm aus dem Keller des Münchner IDG-Verlags - denn drunten rauchen die Redakteursköpfe, das Heftkonzept entsteht. So beschließt das Team, dass GameStar als erstes Spielemagazin eine feste, große Hardware-Rubrik bekommt, zudem wird der Testteil in Genres unterteilt. Unvermeidlich sind natürlich endlose Diskussionen über Wertungskasten und -system sowie über die Genre-Hitlisten (»Diablo ist besser als Baphomets Fluch!«). Mit letzter Kraft geht die Erstausgabe 10/97 schließlich in Druck, ein neues Spieleheft ist geboren!

Raumschiff GameStar

Die GameStar-Gründer Charles Glimm, Jörg Langer und Toni Schwaiger wirkten zuvor allesamt bei der PC Player und dort an den »Multimedia Leserbriefen« mit, einer Spaßvideo-Reihe mit den Redakteuren. Die soll’s auch auf der GameStar-CD geben, allerdings in einem Weltraum-Szenario - passend zum »Stern« im Heftnamen.

Nach dem Vorbild von »Raumschiff Enterprise« ersinnt Toni »Raumschiff GameStar«, eine Serie, in der die Tester durchs All reisen. Charles und Jörg verfassen das Drehbuch zur Pilotfolge, der Produzent Toni verfeinert und verfilmt es.

Wir sind online!

Im Dezember 1997 startet unsere Website GameStar.de. Aus heutiger Sicht kurios: Damit auch Leser ohne Internet-Zugang die Seite betrachten können, packen wir sie komplett auf unsere Heft-CD. Im Laufe der Folgejahre wächst das Seitchen sukzessive zu einem der größten Spiele-Portale Europas heran.

GameStar-Jubiläum : GameStar.de im 1997er-Look. GameStar.de im 1997er-Look.