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Special: GameStar-Jubiläum | Seite 8

Wir feiern 15 Jahre GameStar

2003

Statt mit tollen Spielen beschäftigen wir uns im Jahr 2003 in erster Linie mit zwei eher unerfreulichen Themen: Raubkopien und dem neuen Jugendschutzrecht. Der Software-Piraterie widmen wir eine vierteilige Reportserie, in der wir neben den Vergehen der Kopierer auch die Sünden der Industrie anprangern - etwa fehlerhafte und mies übersetzte Programme. Die Schwarzbrenn-Krise saugen wir uns nicht aus den Fingern, sie existiert wirklich: Bei einer Internet-Umfrage geben 77 Prozent der Teilnehmer zu, illegale Kopien zu besitzen. Allerdings verzichten nur 11 Prozent ganz auf den Kauf von Originalen.

Apropos Kauf: Am 1. April 2003 tritt das neue Jugendschutzgesetz in Kraft und schränkt den Handel mit Spielen maßgeblich ein - ebenso wie die Berichterstattung in Magazinen. Ein schwarzes Jahr für die deutschen Spieler? Nicht ganz, es gibt auch gute Nachrichten und viele exzellente Titel. Frozen Throne , das Addon zu Warcraft 3 , staubt sogar die bis dato höchste Wertung der GameStar-Geschichte ab: satte 94 Punkte.

Top: Knights of the Old Republic (93 Punkte, GS 12/03)
Nach der Xbox erobert das Jedi-Rollenspiel auch den PC: Stimmungsvolle Gut-Böse-Wahl, glaubwürdige Begleiter, interessante Quests und spannende Taktikkämpfe machen's gar zur neuen Genre-Referenz.

Die bösen Generäle

GameStar-Jubiläum : Trotz Gewalt-Kontroverse und verärgerten Politikern: C&C Generäle ist auch heute noch ein erstklassiger Multiplayer-Titel. Trotz Gewalt-Kontroverse und verärgerten Politikern: C&C Generäle ist auch heute noch ein erstklassiger Multiplayer-Titel. In Ausgabe 03/03 verleihen wir C&C Generals im Test 91 Punkte, vor allem im Multiplayer-Modus unterhält das Echtzeit-Meisterwerk prächtig. Nach Kritik von allen Seiten streicht EA zudem noch vor dem Verkaufsstart in allen Sprachversionen eine geschmacklose Mission, in der man Zivilisten mit Giftgas töten muss. Die USK gibt C&C Generals ab 16 Jahren frei - doch kurz darauf wird es von der BPjS als »kriegsverherrlichend« eingestuft und im Eilverfahren indiziert, ein hochgradig absurder Vorgang. EA wirft der Prüfstelle vor, auf Druck der Politik gehandelt zu haben.

Tatsächlich hatte sich die Bundesfamilienministerin Renate Schmidt echauffiert: »Solche kriegsverherrlichenden Computerspiele wie C&C Generals, die den Einsatz von Massenvernichtungswaffen gegen wehrlose Menschen zum Ziel erhoben haben, sind grundsätzlich verabscheuenswert.« Vor allem kritisiert die BPjS das Szenario, China und die USA kämpfen in Generals gegen die Terroristen-Fraktion GBA - angesichts der Anschläge vom 11. September 2001 und des Kriegs in Afghanistan keine »politisch korrekte« Konstellation.

Die deutsche Version C&C Generäle muss EA massiv entschärfen, sie erscheint erst sieben Monate nach der englischen. Statt Soldaten kämpfen darin grün blutende Roboter, anstelle von Selbstmord-Attentätern (einer Einheit der Terroristen) gibt’s rollende Sprengfässer. USA und China werden zudem umbenannt, um den Bezug zur echten Welt zu verwischen. Weil all das der Atmosphäre schadet, werten wir beim Nachtest der deutschen Fassung in GameStar 10/03 auf 89 Punkte ab.

Der neue Jugendschutz

Am 1. April 2003, fast ein Jahr nach dem Amoklauf von Erfurt, tritt das neue Jugendschutzgesetz in Kraft - das trotz des Starttermins kein Scherz ist, sondern überaus ernste Änderungen bringt. Die wichtigste: Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) prüft künftig die Alterstauglichkeit jedes Spiels. Für Händler sind die Prüfsiegel rechtlich bindend, sie müssen an den Kassen künftig das Alter der Käufer kontrollieren - bei einem Verstoß droht dem Verkäufer ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro.

Importierte oder nicht geprüfte Spiele dürfen ausschließlich an Erwachsene verkauft werden. Die Novelle wirkt sich auch auf GameStar aus, unsere Heft-CD/DVD müssen wir künftig ebenfalls von der USK prüfen lassen. Am Kiosk dürfen nur Hefte bis maximal »ab 16« liegen, die »ab 18«-Ausgabe gibt’s nur im Abo.

Der Wertungsprimus

In Ausgabe 08/03 verleihen wir die bis dahin höchste Wertung der GameStar-Geschichte - an ein Addon! Mit ihren durchdachten Neuerungen, ihren packenden Missionen und ihrer spaßigen Orc-Rollenspiel-Kampagne übertrifft die Warcraft 3-Erweiterung Frozen Throne sogar das exzellente Hauptprogramm, dem wir ein Jahr zuvor 93 Punkte verliehen hatten. Ergo gibt’s für den gefrorenen Thron sagenhafte 94 Wertungszähler! Diese Bestmarke ist bis heute unübertroffen, ebenfalls erreicht haben das 94er-Podest Crysis (in GS 12/07) sowie Battlefield 3 (im Nachtest in GS 02/12, inklusive des Gratis-DLCs Back to Karkand).

GameStar-Jubiläum : In drei Kapiteln erzählt Frozen Throne nicht nur eine sehr spannende Story, sondern baut auch die spielerischen Stärken des Hauptprogramms aus. In drei Kapiteln erzählt Frozen Throne nicht nur eine sehr spannende Story, sondern baut auch die spielerischen Stärken des Hauptprogramms aus.

GameStar vor Gericht

Der einzige große Rechtsstreit der GameStar-Geschichte entzündet sich am Test des Strategie-Rollenspiel-Mischlings Knightshift in Ausgabe 10/03. Dessen Publisher Zuxxez behauptet im Nachhinein, unsere Vorab-Version sei nicht zum Test freigegeben gewesen. Unser Chefredakteur Jörg Langer vermutet hingegen, die Wertung von 69 Punkten sei auf wenig Gegenliebe gestoßen. Vor Gericht setzen wir schließlich durch, dass wir das Recht haben, Spiele so zu testen und zu beurteilen, wie wir sie bekommen. Und so soll’s ja auch sein.

Der Ur-Call

GameStar-Jubiläum : Das mit Medal of Honor: Allied Assault etablierte Spielprinzip zieht sich durch alle Call of Duty-Teile. Das mit Medal of Honor: Allied Assault etablierte Spielprinzip zieht sich durch alle Call of Duty-Teile. Mit Medal of Honor: Allied Assault hat Electronic Arts anno 2002 ein Action-Untergenre begründet: das der linearen und skriptreichen (Welt-)Kriegs-Shooter. Bei Test in Ausgabe 03/02 fühlten wir uns prächtig unterhalten, 86 Punkte gab’s für die laut Jörg Langer »beängstigend realistische« Soldatenhatz. Deren Väter Jason West und Vince Zampella verlassen jedoch kurz darauf den Entwickler 2015 Inc. und gründen mit 20 weiteren Ex-Medal of Honor-Machern ein neues Studio namens Infinity Ward.

Für den EA-Konkurrenten Activision entwickeln sie daraufhin den Weltkriegs-Shooter Call of Duty , der Medal of Honor ähnelt wie ein Panzer dem anderen. 85 Punkte vergeben wir schließlich in Ausgabe 12/03 an den Urvater einer Serie, die heute zu den erfolgreichsten Marken der Spielebranche zählt und einen Verkaufsrekord nach dem anderen bricht. Der jüngste Ableger Call of Duty: Modern Warfare 3 etwa wanderte binnen 24 Stunden in Großbritannien und USA 6,5 Millionen Mal über die Ladentheke - alleine am ersten Verkaufstag! West und Zampella haben damit allerdings heute nichts mehr zu tun - doch das ist eine Geschichte für 2010.

GameStar 1/2003
Unreal-2-Titelstory mit Mega-Preview und Konkurrenz-Übersicht. Außerdem: Splinter Cell, GTA Vice City und Indiana Jones 6 in der Preview. Tests zu Gothic 2, Runaway: A Road Adventure, James Bond 007: Nightfire und NBA Live 2003. Reports: Kampf ums Überleben und Weihnachts-Shopping.
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