Mein Highlight des Jahres: Spiele-Demokratie dank Kickstarter

Highlights, Enttäuschungen, Wünsche : Ja ja, Crowdfundingist das Buzzword des Jahres 2012 und sollte eigentlich verboten werden. Aber was dieses Jahr auf Seiten wie Kickstarter.com abging, war tatsächlich phänomenal. Auch wenn böse Menschen Kickstarter als Sammelbecken ansonsten unvermittelbarer Entwickler-Querköpfe bezeichnen, nirgendwo sonst ist der Kontakt zwischen Machern und Konsumenten so eng wie hier.

Egal ob bei Tim Schafers Double Fine Adventure , Märchenonkel Molyneux‘ Project Godus , David Brabens Elite Dangerous oder sogar bei einem Hardware-Experiment wie die Android-Konsole Ouya – ich finde es furchtbar spannend, mit welchen teils irren Ideen und verloren geglaubtem Herzblut vor allem Entwickler-Veteranen hier ungeschützt durch Publisher und PR vor die Spielerschaft treten. Der Nachteil für mich: Ich bin bei jedem auch nur halbwegs interessanten Projekt natürlich sofort als Unterstützer dabei (gern auch in höheren Tiers). Wenn die Dinger tatsächlich alle verwirklicht werden, bin ich vermutlich pleite – aber um eine Menge cooler Spiele reicher!

Meine Enttäuschung des Jahres: Ich kann kein Free to Play

Zum Thema » Jahresrückblicke 2012 Alle Rückblicke in der Übersicht Die Anno-Reihe gehört zu meinen absoluten Lieblingsspielen, schon von Anfang an. Umso gespannter war ich auf Anno Online . Klingt ja auch super, von immer und überall aus im Browser spielen, ohne Installation und Hardware-Stress. Problem: Ich komme mit der Free-to-Playisierung des Spielprinzips nicht klar. Im Normal-Anno setze ich die Spielgeschwindigkeit hoch und baue quasi im Turbomodus. Denn schnell muss es gehen, ich habe zwei Kinder, viel zu spielen und wenig Zeit. In der Browser-Fassung von Anno aber muss ich warten oder eben Rohstoffe für echte Kohle kaufen – Geldbeutel statt Zeitbeschleunigung.

Das mag ich nicht! Intellektuell ist mir natürlich klar, dass F2P gerade bei Aufbauspielen ein durchweg faires Bezahlmodell ist. Trotzdem ist die Kreditkartenzück-Hemmschwelle riesig, denn ich weiß ja ganz genau, wie Anno auch ohne funktionieren könnte. Das heißt für mich, dass ich dann doch lieber bei den »alten« Annos bleibe. Ganz ohne Browser und dafür so schnell oder langsam, wie ich das will.

Mein Wunsch für 2013: Neue Konsolen

Der beste Geruch der Welt? Der von frisch ausgepackter Elektronik! Nichts duftet so verheißungsvoll und optimistisch das Plastik und Metall von Leiterplatten, vermischt mit Lösungsmitteln und Weichmachern aus chinesischen Fabriken. Und ganz besonders gut riechen für mich neue Konsolen, zuletzt zum Beispiel Nintendos Wii U. Nur: Wo bleiben die olfaktorischen Spaßpakete von Microsoft und Sony? Xbox 360 und PlayStation 3 sind nun wirklich am Ende ihrer Leistungsfähigkeit, jeder Discounter-Billig-PC bringt deutlich bessere Grafikleistung.

Die Technik der aktuellen Konsolengeneration bremst zudem die Spiele-Evolution, weil sich Entwickler der Verkaufszahlen wegen immer am kleinsten gemeinsamen Hardware-Nenner orientieren. Die großen Konsolen-Hersteller müssen mutig in Technik investieren und einen echten Leistungssprung hinlegen, damit unser Hobby weiter gedeiht. Und wenn Sony oder Microsoft das nicht hinkriegen, dann muss es vielleicht Valve mit seiner Steam-Box richten. Egal wie: Ich will weiter auf dem Sofa spielen, aber neue Technik muss her!

Highlights, Enttäuschungen, Wünsche : Wenn Microsoft und Sony nicht aus den Puschen kommen, muss vielleicht Valve das »Wohnzimmer-Gaming« retten. Wenn Microsoft und Sony nicht aus den Puschen kommen, muss vielleicht Valve das »Wohnzimmer-Gaming« retten.