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Special: Highlights, Enttäuschungen, Wünsche

Mein Jahresrückblick 2012: Michael Trier

Michael ist dieses Jahr besonders stolz auf die GameStar: Black Edition, schämt sich für übertriebe Gewalt in Spielen und freut sich auf neue Spiele-Technik.

Von Michael Trier |

Datum: 25.12.2012


Mein Highlight des Jahres: GameStar Black Edition

Highlights, Enttäuschungen, Wünsche : 2012 war mein Schwarzes Jahr! Nein, nicht im Sinne von düster oder schlecht, so wie das »Schwarz« in »Schwarzer Freitag«. Ganz im Gegenteil, mein Highlight des Jahres ist der durchschlagende Erfolg unserer neuen GameStar Black Edition Magazinserie. Der Grundgedanke kam uns bei einem Brainstorming über neue, bessere Möglichkeiten, in Printmagazinen über die Spiele zu berichten, die besonders herausragen, die Leuchttürme des Spielejahres sozusagen. Denn innerhalb eines aktuellen Magazins, das sich regelmäßig ganz allgemein mit den wichtigsten Geschehnissen eines Monats auseinandersetzt, kann auch das größte Thema auf nicht mehr als etwa 14 Seiten kommen. Was sowohl die Magazinmacher, als auch die Leser (insofern sie echte Fans des betreffenden Spiels sind) mit wässrigem Mund zurücklässt, hungrig nach mehr.

Die GameStar Black Edition, in diesem Jahr als eigene Produktlinie eingeführt, befriedigt diesen Hunger. Beste Druckqualität, hochwertigstes Papier, eigens recherchierte Experteninhalte und ein professionelles Team, geleitet von unserem früheren Stellvertretenden Chefredakteur und Mit-GameStar-Gründer Martin Deppe, das mit Leidenschaft und Fachwissen jedes Spiel bis in seine geheimsten Winkel auslotet. Für mich als Magazinmacher ein wahr gewordener Traum!

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Ach ja, tolle Spiele gab es auch: Mass Effect 3 , Max Payne 3 , Far Cry 3 , Assassin’s Creed 3 (so, Schluss jetzt mit »3«), Deponia , Dear Esther , Hitman: Absolution , Dark Souls und The Walking Dead waren meine persönlichen spielerischen Höhepunkte 2012. Da muss 2013 sich schon anstrengen, wenn es das toppen will!

Meine Enttäuschung des Jahres: Verherrlichung der Gewalt

Es konnte einen schon ein komisches Gefühl beschleichen, auf den Pressekonferenzen der E3 2012. Ein Unbehagen, erst nur vage, dann, nach Absolvieren von mehreren dieser, bis ins Detail durchchoreografierten Jubelveranstaltungen, immer konkreter: Die einzige Antwort, die die etablierte Spieleindustrie auf die Entwicklungen im Free2Play- und Indie-Bereich und die damit verbundene (und durch Kickstarter-Projekte weiter vorangetriebene) Emanzipation der Communities geben kann (oder will), ist -- noch mehr Bombast und noch mehr explizite Gewalt.

In einer Inszenierung wie sonst nur bei religiösen Ritualen üblich (Steve Jobs als Großmeister dieser Art von Pressekonferenz grüßt von seiner Cloud), werden Spiele reduziert auf extrabrutale Finishing Moves und Head Shots, präsentiert in kinoleinwandgroßen Projektionen, frenetisch bejubelt vom tausendstimmigen Chor der sogenannten Spielejournalisten.

Klar sind solche Veranstaltungen tolle Shows, und das sollen sie auch sein, schließlich sind sie Teil der Unterhaltungsindustrie, und niemand möchte eine Pressekonferenz wie in der DDR (oder der BRD) der 60er, in der ein farbloser Anzugträger einige dürre Worte los wird, sich leise bedankt, um dann seitlich von der Bühne zu verschwinden. Und wie man an meiner Highlight-Spieleliste sieht, spiele ich auch gerne Spiele für Erwachsene.

Aber der Verlust an Komplexität, dieses Reduzieren auf visuelle Sensationen, die Verherrlichung des Tötungsaktes, in diesen Shows nicht mal mehr durch das Feigenblatt einer fadenscheinigen Gut-gegen-Böse-Story kaschiert, kann nicht die Zukunft dieser Branche sein. Sie wird sich etwas Neues einfallen lassen müssen.

Mein Wunsch für 2013:

Highlights, Enttäuschungen, Wünsche : Die Luminous-Engine von Square Enix zeigt schon mal, wozu Spiele mit der nächsten Hardware-Generation fähig sein werden – auch beim emotionalen Ausdruck. Hoffentlich nutzen das die Entwickler entsprechend. Die Luminous-Engine von Square Enix zeigt schon mal, wozu Spiele mit der nächsten Hardware-Generation fähig sein werden – auch beim emotionalen Ausdruck. Hoffentlich nutzen das die Entwickler entsprechend.

Neben der Erfüllung des Wunsches, dass die Branche neue Konzepte bei Spielentwicklung und Selbstdarstellung findet (siehe oben): Endlich eine neue Hardware-Generation bei den Konsolen! Warum? Das habe ich schon im Dezember veröffentlicht. Für alle, die es verpasst haben, hier nochmal:

Eine Polemik für den PC – und die Next Gen-Konsolen

Wir haben die Schnauze voll! Wir haben die Schnauze voll von Matschtexturen, Fünf-Polygon-Modellen und Animationen, die aus Helden Clowns machen. Wir wollen keinen Fog of War, wo keiner hin gehört. Wo ständig Sichtweiten von unter Hundert Meter herrschen oder ganze Häuserzeilen und Baumreihen wie aus dem Nichts aufploppen, da ist unsere virtuelle Welt alles andere als in Ordnung.

Denn schließlich haben wir die Power, haben wir die Macht, schon jetzt viel schönere, weitaus glaubwürdigere und um Längen faszinierendere Welten darzustellen, als die, die uns in der Regel von den Spieleentwicklern angeboten werden. Die Rechenleistung ist ja längst da, die Power moderner Highend-Spiele-PCs übertrifft schon heute bei weitem die der sogenannten Next-Gen-Konsolen von morgen; von einer grade erscheinenden WiiU ganz zu schweigen.

Aber kaum jemand nutzt sie so recht. Nicht von ungefähr sammelt ein Chris Roberts über vier Millionen Crowdfunding-Dollar mit dem Versprechen ein, mit Star Citizen ein Spiel zu erschaffen, das die Leistungskraft moderner PCs endlich voll ausschöpfen wird. Und auch Bethesda verspricht, dass The Elder Scrolls Online den Heimcomputer komplett ausnutzen und damit um Längen schöner werde als Skyrim.

Oh, da murren sie wieder, die Vertreter der »Grafik ist nicht alles«-Fraktion. »Es kommt doch auf den Spielspaß an, nicht auf die Technik«. Das sehe man ja an den alten Spielen und an tollen Indie-Titeln. Ja, verdammt. Natürlich ist das richtig. Aber markierten denn diese alten Spiele, an die man heute so gerührt zurückblickt, nicht meist auch jeweils die Spitze des zur jeweiligen Zeit technisch Machbaren?

Wing Commander war seinerzeit auch deshalb so faszinierend, weil es alle anderen Spiele der damaligen Zeit grafisch in die Pilotentasche steckte. Und neben den tollen Super Meat Boys dieser Welt wollen wir einfach mehr Battlefield 3-Hardwarefresser, mehr Crysis 3-Grafikhämmer. Wie fantastisch könnten sehr gute Spiele wie ein Call of Duty: Black Ops 2, ein Far Cry 3, ein Assassin’s Creed 3 oder ein GTA 5 erst sein, wenn sie genauso gut aussehen würden, wie sie sich spielen? Aber da sie für die Hardware der gegenwärtigen Konsolengeneration programmiert wurden, sind sie, selbst wenn sie hübsch sind, technisch schlicht überholt.

Wir brauchen diese Faszination der aufwändigen Blockbuster, die einem an jeder Ecke die Kinnlade auf Bodenniveau legen, über die man auch wegen ihrer schier unglaublichen Effekte redet. Denn auch das macht unser Hobby so einzigartig. Nichts gegen eine schöne ruhige Runde Panzer Corps oder einige Stunden Bastion.

Aber die ganz großen, die echten, fast schon ehrfürchtigen Momente mit allen Nackenhaaren in Habacht-Stellung erleben wir doch dann, wenn beides zusammenkommet: geniales Spieldesign und geniale Technik. Und darum brauchen wir die Next Gen-Konsolen, die nächste Xbox und die nächste Playstation so schnell wie möglich. Denn dann wird sich auch das Rad der Spieleentwicklung endlich weiter drehen, auf allen Plattformen.

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Avatar Blacklabel82
Blacklabel82
#1 | 25. Dez 2012, 11:14
GEILER BEITRAG :-) Danke du erhellst mir den Feiertag.
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Avatar Feudalritter
Feudalritter
#2 | 25. Dez 2012, 11:19
Guter Jahresrückblick. Besonder gefallen hat mir der letzte Abschnitt. PCs können so vieles. Würden die Studios mehr auf den PC setzen, als auf die Konsole, wären wir wohl mit der Grafik deutlich weiter. Nur spielt die Mehrheit, die sich Gamer schimpft auf einer schon jahrelang überholten Hardware, worüber der PC nur lachen kann.. Ich hoffe, dass 2013 mehr Studios auf den PC setzen.
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Avatar Husky666
Husky666
#3 | 25. Dez 2012, 14:24
Ein Retroheft in der Gamestar Black Edition wär mal Toll, die Spiele die bisher da drin behandelt worden sind interessieren mich nämlich nicht die Bohne...
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Avatar Kivi
Kivi
#4 | 25. Dez 2012, 14:31
Ob man es nun Rückblick nennen kann sei mal dahin gestellt, denn vieles spricht eher die Zukunft an. Dennoch ein klasse Artikel von einem der wenigen verbliebenen fähigen Redakteuren!
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Avatar Hypnotize
Hypnotize
#5 | 25. Dez 2012, 14:32
Das Jahr war für mich schon eine Enttäuschung. Es kamen sehr wenige für mich interessante Titel heraus, was mir jedoch gelegen kam, da ich viel nachholen konnte.

Meine Enttäuschung 2012 ist Max Payne 3.

Ansonsten habe ich kaum etwas gespielt.

Den Text am Ende kann ich nicht so unterschreiben, aber ich bin wohl auch einer der "'Grafik ist nicht alles'-Fraktion".

Speziell bei AC (die komplette Reihe) kann ich nicht zustimmen, die Grafik ist in Ordnung, doch das komplette Gameplay ist so tief wie eine Pfütze und die Handlung stellt sich immer selbst ein Bein.
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Avatar real_qwertzoi
real_qwertzoi
#6 | 25. Dez 2012, 14:57
GamestarBlack braucht keiner, Gewalt wird nicht verherrlicht sondern ist normaler Bestandteil bei entsprechenden Spielen (ein Psychokiller hat bestimmt Spass am Morden - wenn ich so einen Char spiele, soll das auch so rüber kommen) und die ach so tollen nextGen Konsolen sind an dem Tag veraltet wo exakt feststeht, mit welcher Hardware sie erscheinen werden.
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Avatar psyclops
psyclops
#7 | 25. Dez 2012, 15:08
Meine Enttäuschungen des Jahres sind Residet Evil E6 und mit großem Abstand, ganz weit vorne, der neue Syndicate-Reboot.


Oh, btw, Electronic Arts flog aus dem NASDAQ-100-Index.
http://tinyurl.com/cg8p7t2

So tragisch... ;-)

Gekauft hab ich dieses Jahr viele Spiele, richtig gespielt aber weniger.

XCom: EU war für mich ne positive Überraschung, wurde dann aber schon schnell etwas eintönig.
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Avatar Rotaermel
Rotaermel
#8 | 25. Dez 2012, 15:11
Dieses Jahr hat mir lediglich Dear Esther und Far Cry 3 gefallen. Max Payne 3 fand ich enttäuschend und Assasin's Creed 3 habe ich schlichtweg noch nicht gespielt.
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Avatar servana
servana
#9 | 25. Dez 2012, 15:18
Ich fand das Jahr gar nicht so schlecht wie alle sagen, hab wieder viele gute Spiele gespielt: Mass Effect 3, Diablo 3, Far Cry 3, Assasin's Creed 3, Mist of Pandaria, Hitman, Max Payne, Guild War 2, Dishonored, XCom, ...

Mein Highlight 2012 war Mass Effect 3. Ne Entäuschung kann ich gar nicht richtig sagen....vieleicht GW2 weil ich es nur kapp einen Monat gespielt habe und das für ein MMO wenig ist. Aber nur weil es meinen Geschmack nicht getroffen ist hat, ist es ja keine Entäuschung. Also so ne richtige Entäuschung gibt es nicht^^

Aber ne Überraschung hatte ich und das war AC3, die Vorgänger haben mich 0 interessiert und dann war ich beeindruckt wie gut das Game ist und wie viel Spaß es macht. Es war einfach sehr Atmosphärisch und stimmig, ich hab ne Menge Screenshots gemacht. Ich hab sogar alles gesammelt was es zu sammeln gibt, obwohl ich normal solche Sachen auslasse. ( wie in Far Cry 3 zb)
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Avatar hebelman
hebelman
#10 | 25. Dez 2012, 15:29
Für mich war dieses Jahr mit eines der schlechtesten Jahre überhaupt.
Es gab gerade mal zwei Spiele die mich wirklich interressierten, das waren GW2 und XCom: Enemy Unknown.
Der Rest bestand nur aus Tötungsorgien auf welche ich momentan keine Lust mehr habe.
Das einzige was mich noch an solchen Spielen reizt würde ist eventuell die Grafik, aber da wir uns ja dort leider noch auf dem Niveau von vor 5 Jahren bewegen war auch in der Beziehung nichts angesprechendes dabei.
Für nächstes Jahr sieht es da etwas besser aus Crysis 3, Sim City, Rome, Elder Scrolls Online sind erst mal vorgemerkt und vielleicht mit etwas Glück gibt es schon die Alpha zu Star Citizen.
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