Special: Hall of Fame zu Master of Orion 2
Wunderbarer Weltraum
Mit sternenhellem Glanz überstrahlt der Klassiker Master of Orion 2 bis heute das Genre der rundenbasierten Weltraum-Strategiespiele. In der Hall of Fame werfen wir einen Blick zurück auf das 4X-Spiel von Simtex und MicroProse aus dem Jahr 1996.
Von
Michael Graf
|
Datum:
02.02.2013
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Hall of Fames, Reports, etc.
Fast verpasse ich wegen Master of Orion 2 meinen 14. Geburtstag. Gerade erst hat mir mein Bruder das Spiel geschenkt, schon klebe ich vor dem Monitor, während ein Stockwerk tiefer die Familiengäste eintrudeln. Leute, hier geht‘s um das Schicksal der Milchstraße, um Gedeih und Verderb von Milliarden Lebewesen - da können mich meine Tanten ja wohl mal wann anders abknutschen! Oder auch nicht, energische Elternworte reißen mich raus aus der Galaxis und runter zu den Tanten.
Doch ich kehre zurück. Nicht nur einmal, sondern über die Jahre hinweg immer und immer wieder. Denn Master of Orion 2 bleibt für mich eines der besten Weltraum-Strategiespiele aller Zeiten, ein unerreichter Meilenstein, der bis heute ein ganzes Genre prägt.
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Bereits 1993, also drei Jahre zuvor, strickt das vom Programmierer Steve Barcia gegründete Studio Simtex einen Rundenstrategie-Prototyp namens Star Lords, den es dem Civilization-Hersteller Microprose und dem Spielejournalisten Alan Emrich vorführt. Beide erkennen das Potenzial des Titels. Microprose finanziert die Weiterentwicklung und ändert den Titel in Master of Orion, um Verwechslungen mit seiner ebenfalls gerade entstehenden Raumkampf- und Wirtschaftssimulation Starlord zu vermeiden.
Emrich und sein Kollege Tom Hughes stehen Barcia & Co. derweil beratend zur Seite, unter ihrem Einfluss entwickelt Master of Orion seine zentrale Stärke: die motivierende Mischung aus Sternenreichs-Aufbau und Taktikschlachten, garniert mit selbst ausrüstbaren Kriegsschiffen und vielfältigen Forschungszielen. In einem Artikel tauft Emrich dieses Spielkonzept »4X«, kurz für »eXplore, eXploit, eXpand, eXterminate« - die Geburtsstunde eines bis heute gültigen Oberbegriffs für die Globalstrategie.
Der Urknall: Star Lords
Aus dem Prototyp Star Lords...
Master of Orion
...stricken Simtex und Microprose Ende 1993 das erste Master of Orion.
Natürlich ist Master of Orion nicht der Pionier dieser Gattung, zuvor gab’s bereits Civilization und das noch ältere Reach for the Stars. Dennoch erweist sich der Simtex-Titel als ebenso fesselnd wie eigenständig, dank der Taktikschlachten und Eigenbau-Schiffe, dank seiner eingängigen Bedienung - und dank origineller Ideen. Etwa dem Planeten Orion, dem Mittelpunkt jeder zufallsgenerierten Galaxie, der vom »Guardian« bewacht wird.
Deswegen legendär:
Völkervielfalt
Rollenspiel-Helden
Eigenbau-Schiffe
Todessterne
Antaraner!
Wer sich an diesem mächtigen Bossgegner vorbeikämpft, bekommt nicht nur eine wertvolle Kolonialwelt, sondern auch diverse ansonsten unerforschbare Technologien. Mit großen Ohren lausche ich damals älteren Mitschülern, die sich im Zug darüber unterhalten, wie sie Orion erobert haben. Ich selbst spiele Master of Orion aber erst viel später, lange nach dem zweiten Teil und aus eher historischem Interesse. Meine Imperatoren-Karriere beginnt mit Master of Orion 2. Am bereits erwähnten 14. Geburtstag.'
Master of Orion 2
Genre: Rundenstrategie
Publisher: Microprose
Entwickler: Simtex/Microprose
Quelle:
Gog.com
Sprache: Englisch
Minimum: CPU mit 200 MHz, 8 MB RAM