Zum Thema » Geheimtipps 2014 Unbedingt weitersagen! » PC-Flops 2014 Der Schrott des Jahres » PC-Hits 2014 Topspiele des Jahres » Spielemomente 2014 Ins Hirn gebrannt Wie sagte neulich ein GameStar-Redakteurskollege, der nicht namentlich genannt werden möchte und zu jenem Zeitpunkt vermutlich benebelt war: »Ach, 2014 ist doch nichts Wichtiges passiert.« Nichts Wichtiges passiert? Hallo, Kollege, nimm mal deine Pillen!

2014 ist viel passiert, sehr viel sogar! Und dabei geht's uns gar nicht um veröffentliche und angekündigte Spiele, sondern um Skandale, Aufreger, branchenweite Kontroversen und Diskussionen. Wir fassen die 25 wichtigsten Schlagzeilen des Jahres zusammen – plattformübergreifend.

Wer hier seine persönliche Lieblings-Schlagzeile vermisst (Etwa Offline-Modus für Elite: Dangerous gestrichen oder The Witcher 3 bekommt Gratis-DLCs), der kann natürlich auch einfach in unserer stets verfügbaren Top-News- oder Aufreger-Liste schmökern. Da gibt's nämlich noch jede Menge weitere Meldungen. Von wegen, 2014 ist nichts passiert!

1. Die GamerGate-Eskalation

Der Vorwurf, eine Indie-Entwicklerin habe mit einem Journalisten geschlafen, entfacht im August einen rasant eskalierenden Proteststurm um Presseethik, Sexismus, Verschwörungstheorien und Hackerangriffe.

Die Anhänger des Twitter-Schlagwort #GamerGate treten für eine ehrliche Presse und gegen die Bevormundung durch Spiele-Moralapostel ein - was aber auch in Morddrohungen mündet, etwa gegen die Feministin Anita Sarkeesian. Die GamerGate-Gegner prangern diese Auswüchse an, allerdings oft mit nicht minder hässlichen Attacken. So folgt Überreaktion auf Überreaktion, vernünftige Debatten führen die Parteien bis heute selten.

Interessiert an der ausführlichen Entstehungsgeschichte dieser Kontroverse? Wir erzählen sie in unserem Plus-Report »Worum geht's bei #GamerGate?«.

2. Microsoft kauft Minecraft

Im November kauft Microsoft den Entwickler Mojang, 2,5 Milliarden Dollar lässt man sich vor allem die Markenrechte am populären Minecraftkosten. Da wirkt es fast wie ein Schnäppchen, dass Disney 2013 »nur« vier Milliarden für Star Wars überwiesen hat. Der Microsoft-Coup ist einer von mehreren Branchen-Großdeals: Zuvor hatte Facebook zwei Milliarden Dollar für die Virtual-Reality-Firma Oculus bezahlt, Amazon übernahm die Streaming-Plattform Twitch für 970 Millionen. Bei Minecraft stimmen wir einem zehnjährigen Mädchen zu, das Microsoft in einem offenen Brief anfleht: »Bitte ändert es nicht!«

Warum greift Microsoft für Mojang so tief in die Kasse? Michael Graf wagt in seiner Kolumne »Millionen für Minecraft« einen Erklärungsversuch.

3. Das Dungeon-Debakel

Im Januar legt Electronic Arts den Aufbauklassiker Dungeon Keeper neu auf - als Free2Play-Spiel für Smartphones - und erlebt ein Imagedebakel. Wer nicht bezahlt, muss quälend lange auf Fortschritte warten, der Serienschöpfer Peter Molyneux kritisiert das als »lächerlich«, auch wenn er später zurückrudert. Doch selbst der EA-Chef Andre Wilson schämt sich für die unwürdige Klassiker-Abzocke und fordert seine Entwickler auf, künftig der »Essenz« der alten Marken treu zu bleiben.

Wie schön man sich über diesen Markenmissbrauch ärgern kann, zeigt Markus »Grummelbayer« Schwerdtel in seiner Kolumne »Verdorbene Jugend«. Im Test verleihen wir Dungeon Keeper übrigens gnadenlose 31 Punkte.

4. Der Haken am Kreuz

Das South Park-Rollenspiel Der Stab der Wahrheit soll in Deutschland eigentlich am 6. März erscheinen, doch nur zwei Tage vorher fällt Ubisoft plötzlich ein unzensiertes Hakenkreuz auf. Weil daraufhin das komplette Spiel nochmals durchgecheckt wird, verschiebt sich der Release letztlich plattformübergreifend auf den 27. März. Das löst eine Debatte über Sinn und Unsinn des Verbots verfassungsfeindlicher Symbole aus: Warum darf man Hakenkreuze in der South Park-Fernsehserie zeigen, nicht aber in deren Versoftung?

Die rechtliche Situation um verfassungsfeindliche Symbole in Spielen schildern wie in unserem Plus-Report »Das Keuz mit dem Haken«.

5. Das Flappy Bird-Rätsel

Bereits 2013 veröffentlicht der vietnamesische Entwickler Dong Nguyen das kostenlose Mobile-Spielchen Flappy Bird, in dem man einen Vogel durch einen Hindernisparcours lenkt. An sich nichts Besonderes, doch im Januar führt die App plötzlich alle Download-Charts an, Nguyen behauptet, pro Tag 50.000 Dollar mit Ingame-Werbung zu verdienen.

Schnell kursieren Betrugsvorwürfe, angeblich hat der Entwickler die Spielerzahlen manipuliert. Im Februar nimmt er Flappy Bird dann kommentarlos offline, der Erfolg bleibt ein Rätsel. Dennoch hinterlässt das Spiel seine Spuren, bis heute gibt es Hunderte Klone - und die Forderung nach strengerer Überwachung der App Stores. Apple und Google haben inzwischen sogar das Wort »Flappy« in App-Titeln verboten.

Interessiert an Hintergrundinfos zu Manipulation und Nachmacherei in App Stores? Mehr dazu gibt's in unserem Report »Willkommen im Flappstore«.

Die Aufreger des Jahres : Das Simpelspielchen Flappy Bird avancierte zum Download-Hit. Das Simpelspielchen Flappy Bird avancierte zum Download-Hit.