Age of Conan: Unchained im Test
Was ist das beste Leben?
Fazit der Redaktion
Michael Trier: Ich habe nicht sehr erfolgreich WoW gespielt. Dafür lange. Ich bin eben nicht sehr ehrgeizig, was virtuelle Welten angeht. Im Spiel will ich vor allem eins haben: Spaß! Und den habe ich in Age of Conan genau so, wie ich ihn zu Beginn in WoW hatte. Aber AoC macht auf eine andere Art Spaß, es ist extremer. Extremer in den Erfolgserlebnissen, extremer in der Darstellung – und frustriert extremer. Bugs, hirnlose Mitstreiter, die im PvP persönliche Defizite ausgleichen müssen, Komfortmängel, all das nervt. Und doch verschlingt mich diese faszinierende Welt immer wieder aufs Neue. Jetzt ist Funcom gefragt, denn bei kontinuierlicher Verbesserung des Spielerlebnisses kann AoC das große Online-Rollenspiel neben WoW werden. Meine AoC-Karriere wird wohl so verlaufen wie die in World of Warcraft: nicht sehr erfolgreich. Aber ausdauernd und voller magischer Momente.
Fabian Siegismund: Normalerweise schimpfe ich über unfertige Spiele. Doch Age of Conan hat mich bis jetzt keine Sekunde gelangweilt. Während ich in World of Warcraft schon ab Level 20 nur noch lustlos durch Azeroth geschlurft bin, freue ich mich selbst weit jenseits der 60 noch auf jeden neuen Tag in Hyboria. Die Klagen, es gäbe nicht genug Quests, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen – ich muss regelmäßig ruhende Missionen vorläufig löschen, um Platz für akutere Aufträge zu bekommen. Hyboria mag nicht perfekt sein, doch ich liebe diese Welt trotzdem.
Michael Obermeier: Eigentlich trifft Age of Conan genau meinen Geschmack: blutig, scharf und Brust, soweit das Auge reicht. Genau da liegt aber das Hauptproblem, das Auge isst nämlich mit. Bis die Schlachtplatte serviert wird, muss ich mich durch die spärlich konfigurierbare Benutzeroberfläche hungern und die fehlende Makro-Unterstützung verdauen. Ist das aber vom Tisch, punktet Age of Conan bei mir mit forderndem Kampfsystem, raffinierten Quests und dem bis dato tollsten Entrée der Online-Rollenspielgeschichte.
Philipp Dubberke: Mich hat schon lange nichts mehr so in den Bann gezogen wie Age of Conan. Normalerweise überspringe ich Quest- Texte und lese dann nach, wie viele Tigerzähne ich jetzt sammeln muss – nicht so bei Age of Conan. Hier interessieren mich die Geschichten hinter den Kämpfen. Klar, die Verbindungsabbrüche, Abstürze und Bugs nerven – aber nicht genug, um mich abzuschrecken. Noch ein bißchen, und mein Wächter »Rancor« ist 80!
Fazit zum Kontrollbesuch im Juli 2008
Philipp Dubberke: Ich spiele immer noch täglich – das ist das beste Zeichen dafür, dass Age of Conan mich noch fesselt und Funcom an den richtigen Stellen Fehler behebt. Viele andere Online-Rollenspiele sind bei mir nach dem Gratis-Monat wieder von der Platte geflogen.
Klar hat Conan noch die ein oder andere nervige Macke – es ist aber auch noch ein junges Spiel. Funcom arbeitet an den großen Baustellen wie den zu langsamen Animationen, den Berufen und den Gildenstädten, viele kleinere sind aber bereits abgeschlossen. Wenn es so weitergeht, werde ich Age of Conan spielen, bis ich 80 bin. Level 80 wohlgemerkt.
Fazit zum Kontrollbesuch zu Version 1.04.7
Fabian Siegismund : Langweilig wurde mir Age of Conan eigentlich nie, ich konnte nur die Bugs nicht mehr ertragen. Die sind nun größtenteils Geschichte, also ziehe ich wieder los. Mein Barbar wird jetzt von Raid auf PvP umgeschult, und dann gibt’s volles Pfund ... na, Sie wissen schon. Schade nur, dass meine hundertköpfige Gilde wie einige andere mittlerweile ausgestorben ist. Aber der Community-Zusammenhalt ist gut, ich komme bestimmt woanders unter.
Update: Wir werten das Spiel mit dem Kontrollbesuch zur Version 1.04.7 auf. Mehr dazu lesen Sie weiter vorn im Text. Beachten Sie auch die Änderungen am Wertungskasten.