Der Trend zum Downloadable Content (DLC) geht auch am Entwickler Bohemia Interactive nicht vorbei. Zwei Monate nach dem Release der allein lauffähigen ARMA 2-Erweiterung Operation Arrowheadfolgt daher der erste Bezahl-Download aus dem Hause Bohemia. British Armed Forces kostet 8,99 Euro und setzt eine installierte Vollversion von Operation Arrowhead oder der in Deutschland nicht offiziell verkauften Sammeledition ARMA 2: Combined Operations (Hauptspiel und Addon) voraus. Der Lieferumfang: Eine neue Region, neue Einheiten, Waffen und Fahrzeuge sowie eine kleine Kampagne und mehrere Einsatzszenarien. Kurz: Für ein DLC ist der Umfang von British Armed Forces beachtlich. Trotzdem können wir den Download nicht jedem ARMA-Fan empfehlen.

Zurück nach Takistan

Als Sgt. Brian Frost nehmen Sie in der neuen Kampagne von British Armed Forces an einer Offensive (Codename: Crimson Lance) gegen takistanische Rebellen teil. Die Geschichte setzt kurz nach dem Ende von Operation Arrowhead ein und führt Sie zurück in das fiktive Land Takistan, wo Sie als Teil einer internationalen Kampftruppe gegen Aufständische kämpfen und die Bevölkerung vor Terroranschlägen schützen.

Wie in Hauptspiel und Addon laufen die vier Missionen dynamisch ab und je nachdem wie viele Nebenaufträge Sie erfüllen, sollten Sie mit maximal sechs bis acht Stunden Spielzeit rechnen. Die vergleichsweise lange Dauer ist aber nicht nur dem Missionsumfang geschuldet, sondern auch dem Umstand, dass Sie Situationen regelmäßig neu versuchen müssen. Denn Verluste in Ihrem Team werden nicht ausgeglichen, Sie müssen also versuchen, Ihren Trupp unbeschadet durch die Missionen zu führen.

Während Sie in der Mini-Kampagne immer mit den gleichen Soldaten unterwegs sind und mal Minen räumen, mal eine Basis befestigen und verteidigen oder in gepanzerten Fahrzeugen auf Patrouille sind, erwarten Sie in den neun Szenarien kleine aber vielseitigere Aufgaben. Hier kommen dann unter anderem auch die neuen Hubschrauber zum Einsatz, außerdem liefern Sie sich im neuen Industriegebiet erbitterte Kämpfe gegen eine deutliche Übermacht.

I’m with stupid

Operation Arrowhead funktioniert oft besser als das Hauptspiel ARMA 2 weil der Spieler in vielen Missionen nicht mehr ganz so stark auf die Fähigkeiten seiner KI-Begleiter angewiesen ist. British Armed Forces geht nun wieder in die völlig andere Richtung und stellt Ihnen in der kompletten Kampagne eine handvoll Soldaten unters Kommando. Und genau hier liegt das Problem.

Um die Soldaten sinnvoll einsetzen zu können, ist wie üblich viel Mikro-Management nötig. Doch selbst wenn Sie als Kommandant alles richtig machen, werden Ihre KI-Untergebenen regelmäßig versagen. Mal reagieren sie nicht auf Befehle, mal ignorieren sie Gegner, die direkt in ihrem Sichtfeld rumturnen. Auch die schwache Wegfindung sorgt regelmäßig für Frust: Fahrzeuge bleiben beispielsweise an Gebäuden hängen.

Ob ein Einsatz gelingt oder nicht hängt dann nicht mehr von Ihren spielerischen Fähigkeiten oder von einem guten Plan samt Vorbereitung ab, sondern allein vom Glück. Warum Bohemia jetzt Missionen verkauft, in denen wir so deutlich von den Fähigkeiten der KI abhängig sind, ist uns schleierhaft . Das Entwickler-Team sollte wissen, was Sie ihren Computersoldaten zumuten können und was nicht.

Patch 1.54 liefert Fahrzeuge, Waffen und Einheiten

Aus Gründen der Multiplayer-Kompatibilität bekommen Sie auch mit dem normalen Patch 1.54 für Operation Arrowhead Zugriff auf alle neuen Waffen, Fahrzeuge und Einheiten des British-Armed-Forces-DLC. Es gibt aber eine Einschränkung: Das Update liefert die Modelle nur mit niedrig aufgelösten Texturen, wenn Sie die Fahrzeuge und sonstigen DLC-Neuerungen in hübsch sehen wollen, müssen Sie die Erweiterung kaufen.

ARMA 2: Operation Arrowhead - DLC: British Armed Forces

Fazit

Wenn Ihnen die neuen Missionen von British Armed Forces egal sind und Sie nur an die hochaufgelösten Fahrzeugtexturen heran wollen, können Sie bedenkenlos zugreifen.

Sollten Sie aber in erster Linie wegen der Einsätze an der Download-Erweiterung interessiert sein, müssen wir Sie vorwarnen: Zumindest die neue Kampagne setzt deutlich stärker auf die KI als noch in Operation Arrowhead. Sie sind also auf Gedeih und Verderb den Fähigkeiten Ihrer Computer-Begleiter ausgeliefert. Und jeder ARMA-Spieler sollte inzwischen selbst wissen, was das bedeutet und muss abschätzen, ob seine Frustresitenz dafür ausreicht.