Wir konnten endlich die PC-Version von Assassin’s Creed 2 anspielen und haben gute Nachrichten: Ezio bewegt sich wie schon sein Vorfahr Altair flüssig durchs Spiel. Butterweich turnt er durch die Straßen und über die Dächer des Renaissance-Italiens.

Wie schon beim Vorgänger bietet Ubisoft mehrere gelungene vordefinierte Steuerungsoptionen an: fürs Gamepad, nur für Tastatur, für Tastatur und Zweitasten-Maus oder Tastatur und Fünftasten-Maus. Wer will, kann aber alles nach seinem Gusto neu belegen, damit vor allem die im Vergleich zum Vorgänger abwechslungsreicheren Kämpfe locker von der Hand gehen.

Schön: Die beiden für die Xbox 360 kostenpflichtigen Download-Erweiterungen (DLCs) werden bereits in der PC-Version enthalten sein. Ansonsten sind die beide Varianten inhaltsgleich. Beim ersten Assassin’s Creed war das noch anders, da hatte Ubisoft für die PC-Fassung noch einige gelungene Korrekturen vorgenommen und etwa die Reisezeiten zwischen den Schauplätzen deutlich verkürzt.

Derlei gibt’s nun schon allein deswegen nicht mehr, weil der Entwickler Spielprinzip und Weltdesign im Vergleich zum Vorgänger grundsätzlich überarbeitet und verbessert hat.

Nicht so schön: Assassin's Creed 2 wird aller Voraussicht nach bereits mit dem neuen Kopierschutz von Ubisoft versehen sein. Bei unseren Probeturnereien war er übrigens schon aktiv.

Genau wie bei der Konsolenversion soll Assassin’s Creed 2 auch für den PC in gleich zwei Sondereditionen erscheinen: in der Black und in der White Edition. Darin zusätzliche Spielinhalte und eine sehr schicke Figur des Helden Ezio, entweder in schwarzer oder in weißer Meuchelmörder-Kutte. (pet)

Assassin's Creed 2 : So sieht Assassin's Creed 2 für PC aus.

PC-Grafik 1
So sieht Assassin's Creed 2 für PC aus.

Mehr Abwechslung

Krise à la Assassin's Creed 2: Einer der Pazzi-Verschwörer hat sich in einem ummauerten Landhaus mit schwer bewaffneten Wächtern verschanzt. Wie soll Ezio da nur hinein kommen, geschweige denn lebend wieder heraus? Dass der Assassine Hilfe braucht, merkt auch sein Informant, ein Spion des florentinischen Regenten Lorenzo de’ Medici.

Der Agent schlägt vor, die Festung gemeinsam mit angeheuerten Söldnern anzugreifen. »Meine eigene Armee befehligen?«, raunt Ezio. »Das gefällt mir! Ist doch mal eine Abwechslung von der heimlichen Meuchelei.« In diesem Moment müssen wir einfach schmunzeln.

Denn mit seiner Bemerkung bringt der weiß gewandete Fassadensteiger das Motto von Assassin’s Creed 2 auf den Punkt: Das Actionspiel soll mehr Abwechslung bieten als der das oft monotone erste Assassin's Creed, und die Jagd auf die Pazzi-Verschwörer ist ein wunderbares Beispiel dafür. Im ersten Vorgänger war jeder Meuchelmord nach Schema F abgelaufen: Turm erklimmen, Informanten finden, immergleiche Minimissionen abarbeiten, Zielperson ausschalten.

In der Fortsetzung hat dieses Auftrags-Recycling ein Ende. Jedes Attentat stellt uns vor andere Aufgaben: Ein Verschwörer lauert in seinem Landhaus. Ein anderer versteckt sich als Mönch verkleidet in einem Kloster. Und ein dritter hockt auf dem höchsten Turm des Dorfes San Gimignano, umgeben von Bogenschützen.

Assassin's Creed 2 - Testversion

Die Handlung

Die Pazzi-Verschwörung gab es wirklich: Am 26. April 1478 verwundeten die Attentäter um den Adeligen Francesco de Pazzi den florentinischen Regenten Lorenzo de’ Medici und töteten dessen Bruder Giuliano. Assassin’s Creed 2 verknüpft das historische Ereignis mit dem Grundmotiv des Vorgängers, dem fiktiven Konflikt zwischen dem machthungrigen Templerorden und dem Geheimbund der Assassinen.

Assassin's Creed 2 : Desmond Miles steuern wir seltener als im Vorgänger. Desmond Miles steuern wir seltener als im Vorgänger. Wir übernehmen wie gehabt die Rolle des Barkeepers Desmond Miles, der mithilfe des Animus-Apparats die Abenteuer seiner Assassinen-Ahnen nacherlebt. Im ersten Assassin’s Creed verkörperten wir so den Araber Altair zur Zeit der Kreuzzüge, im zweiten meucheln wir als Renaissance-Florentiner Ezio.

Zum Einstieg zeigt Assassin’s Creed 2 eine kurze Video-Zusammenfassung seines Vorgängers, sodass auch Serien-Neulinge die Handlung verstehen: Der Templer-Konzern Abstergo hat Desmond Miles entführt, um in dessen Erinnerungen nach »Edensplittern« zu suchen, mysteriösen Artefakten.

Im ersten Spielabschnitt fliehen wir gemeinsam mit der Forscherin Lucy aus dem Abstergo-Hauptquartier und erfahren, für wen die Schöne wirklich arbeitet. Obwohl, so schön wie im ersten Assassin’s Creed sieht die Blondine gar nicht aus, sie wirkt blasser und puppenhafter. Die Mimik fällt nämlich bei allen Charakteren etwas hölzern aus.