Assassin's Creed 3 : Dem Bericht eines angeblichen Ex-Ubisoft-Mitarbeiters kam es bei der Entwicklung von Assassin's Creed 3 offenbar zu massiven Unstimmigkeiten. Dem Bericht eines angeblichen Ex-Ubisoft-Mitarbeiters kam es bei der Entwicklung von Assassin's Creed 3 offenbar zu massiven Unstimmigkeiten. Bei der Entwicklung des 2012 für die PlayStation 3, die Xbox 360, den PC und die Wii U veröffentlichten Assassin's Creed 3 ist den Angaben eines vorgeblichen ehemaligen Ubisoft-Entwicklers zufolge wohl einiges schief gelaufen.

Das jedenfalls berichtet ein Nutzer, der sich als besagter ehemaliger Mitarbeiter des französischen Publishers und Spielentwickler ausgibt, auf dem Social-News-Aggregator reddit.com. Dabei spricht er unter anderem von einer »Mindfuck-Erfahrung« - was allerdings nur ein kleiner Vorgeschmack auf das ist, was dann noch an Schimpftiraden gegen den ehemaligen Arbeitgeber folgt.

So schreibt der anonyme Informant, dass die Entwicklung des dritten Teils wegen »lächerlicher, unrealistischer Erwartungen« sowie »den ständigen Forderungen der Producer und des Creative-Teams« ein Wrack gewesen sei. Damit das Spiel auch in den jährlichen Releaserahmen habe passen könne,hätten neben Ubisoft Montreal - das das Projekt wohl nicht mehr alleine stemmen konnte - noch weitere Studios mithelfen müssen.

»An dem Spiel wurde von einem Großteil des Montreal Teams sowie von Ubi Quebec, Ubi Annecy, Ubi Bukarest und Ubi Singapur gearbeitet«, heißt es. »Zwischen 500-600 Leute hatten ihre Finger mit ihm Spiel bevor es erschien. Man stelle das mal Teams wie Naughty Dog und Sony Santa Monica gegenüber, die mit 80-100 (vielleicht 200 während der Crunch-Time) arbeiten.«

Man habe zudem untereinander kaum in Kontakt gestanden, was dann auch darin resultierte, dass man die Desmond-Miles-Passagen komplett einem B-Team überlassen hätte, die angeblich sehr selten mit den wichtigen Gameplay-Teams kommunizierten.

Der angeblich Ex-Entwickler führt weiter aus, dass man bereits ein solch großes Team gewesen sei, dass keiner mehr so genau gewusst habe, was jetzt eigentlich im Spiel ist.

Weiter heißt es:

»Aber wir konnten nicht wirklich etwas sagen und die höher Positionierten haben schlicht ihre Ohren zu gehalten und sich selbst davonüberzeugt, dass sie großartig seien. Ein erschreckend großer Anteil der Team-Mitglieder hatte keinen Plan über die schiere Anzahl der Siedlungs-, Karavanen- und Assassinen-Crew-Nebenmissionen. Es war im Grunde so viel Inhalt, dass selbst beim nahenden Release, viele der grummelnden Arbeiter wie ich selbst noch neue Features gefunden haben, von denen man nicht mal wusste, dass sie existieren und mehr Aufmerksamkeit benötigt haben.«

»Nach Abschluss der Geschichte gibt es ein Origami-Kranich-Sammel-Minigame, das sich freischaltet und ich habe auf KEINEM einzigen Gaming-Blog, in keiner Review und in keinem Fan-Video jemals gesehen, dass es erwähnt wurde. Die meisten von uns wussten gar nicht, dass es überhaupt existierte.«

»Das zeigt, wie beliebig und zusammenhangslos das Design war. Alles wurde natürlich im Unternehmens-Wiki dokumentiert. Das undurchdringlich tiefe, verwirrende und mehrere Tausend-Seiten Wiki.«

Monate vor der Veröffentlichung des Spiels präsentierte Ubisoft Montreal dann seine AnvilNext-Game-Engine, wozu der Entwickler folgendes zu sagen hat:

»Es war eine verbreitete Meinung, dass AC3 einfach nur eine gewaltige Tech-Demo für AnvilNext war, als Vorgefühl für ACIV und zukünftige Projekte.«

Die Engine sei damals eher für Next-Gen- und PC-Titel gemacht worden, und nicht für die Xbox 360 und die PlayStation 3, heißt es im Reddit-Beitrag weiter.

Abschließend heißt es vom angeblichen Ex-Ubisoft-Entwickler dann:

»Während Ubisofts Arbeitsatmosphäre eigentlich ganz ruhig und respektvoll im Vergleich zu anderen großen Entwicklern in der Industrie ist, kreierten die zeitlichen Zwänge für den jährlichen Release, zu viele Teams, die koordiniert werden müssen und eine neue Game-Engine einen perfekten Shitstorm.«

Wirklich überprüft werden können die Aussagen des unter dem Namen PreludesAndNocturnes auftretenden Nutzers allerdings nicht - deshalb bleiben sie zunächst mit Vorsicht zu genießen.

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