Special: Atlantica Online
Online-Rollenspiel mit Rundentaktik
Was für eine Mischung: Hier rennen Sie MMO-typisch mit Ihrem Helden durch die Fantasy-Walachei. Doch sobald ein Kampf entbrennt, treten Sie mit mitgebrachten Söldnern in Final-Fantasy-Manier rundenbasiert gegen Übelwichte an.
Von
Martin Deppe
|
Datum:
24.07.2011
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Normalerweise ist’s doch so: Krieger (muskelbepackt) sieht Monster, haut drauf, Monster tot. Oder Magier (hirnmuskelbepackt) sieht Monster, zaubert drauf, Monster tot. Oder Jäger, Hexer, Schamane und so weiter traktieren Monster, Monster tot.
Atlantica Online
beginnt genauso – doch nach zwei Minuten heuern Sie mit Ihrem Charakter einen Söldner an, und schon spielt sich alles ganz anders. Denn immer, wenn Sie ein Monster attackieren, schaltet das Spiel auf eine Art Final-Fantasy-Ansicht um: Auf der einen Seite Ihr Hauptheld nebst angeheuerten Söldnern, auf der anderen das Monster, das ein paar Kumpels mitgebracht hat. Und dann wir rundenweise gekloppt, gezaubert, geschossen, was das Zeug hält.
Szenario und Spielprinzip
Der ganze Erdball dient als Spielwelt für Atlantica Online: Ein paar Zeitalter nach dem Verschwinden von Atlantis sollen Sie das sagenumwobene Reich aufstöbern. Eine Weltreise steht an, und die beginnt in der Heimat von Atlantica Online, nämlich in Asien. In dieser Art Paralleluniversum basteln Sie Ihren Charakter, der sich vor allem durch seine Waffe definiert: Schwert oder Gewehr, Kanone oder Gitarre, Speer oder Motorsäge. Stop, bitte zurückspulen! Gitarre? Motorsäge? Richtig: die Waffe bestimmt, wie Sie nachher in den Taktikkämpfen zuschlagen. Gewehr und Speer treffen zum Beispiel nicht nur den anvisierten Gegner, sondern auch dahinterstehende. Schwertkämpfer sind wie Tanks, Bogenschützen und Magier treffen auch Feinde in den hinteren Reihen.
Alle paar Levelstufen dürfen Sie einen weiteren Söldner in Ihre Bande aufnehmen. Die Jungs und Mädels kriegen Sie entweder beim Söldnerhändler, oder Sie treffen unterwegs Kandidaten, die sich mit einer Quest oder guten Worten einsammeln lassen. Die Lohnkrieger unterteilen sich ebenfalls in verschiedenste Typen, darunter Schwertkämpfer und Schützen, Speerträger und Schamane (heilt Verbündete) . Alle Begleiter steigen im Level auf, lassen sich ausrüsten, lernen bessere Fähigkeiten – dadurch spielen Sie quasi nicht nur einen Charakter, sondern bis zu neun!
Die Gefechte sind anfangs, mit recht wenigen Söldnern, noch simpel. Doch ab Stufe 10, mit fünf Kämpfern, wird’s schon komplexer. Die Formation ist dann zwar noch einfach (meistens Nahkämpfer vorn, dann Schützen, dann Heiler), doch die Begleiter lernen ja auch dazu, beherrschen immer bessere Feuerschwertattacken, Salven, Wirbelzauber und so weiter. Wenn Sie den gleichen Gegnertypen wiederholt attackieren, lernen Sie ihn besser kennen, bekommen Schwachpunkte vermeldet. Oder mitten im Kampf wird ein Gegner zum „Bonusopfer“ deklariert, wenn Sie ihn in der gleichen Runde erlegen, gibt’s Ausrüstungsgegenstände.
Aber auch jenseits der Kämpfe ist Atlantica Online klasse. Gilden können zum Beispiel ganze Städte errichten und Händler anwerben, die fortan dort arbeiten. Es gibt ein Haussystem (mit privaten Rohstoff-Abbaugebieten für den Besitzer!), und ein Handwerks- und Handelssystem, das komplett spielergesteuert ist, sodass sich Angebot und Nachfrage selbst regulieren (was aber nicht immer funktioniert).