Zum Thema » Mehr Was-Ist-Videos Weitere Indie-Hits angespielt » Test zu Wayward Manor Schlimmer als eine Schreibblockade Das Indie-Puzzlespiel Back to Bed vom Entwicklerstudio Bedtime Digital Games hebt sich vor allem durch seine ungewöhnliche Optik von der Masse ab: Es wirkt wie ein surrealistisches Gemälde.

An den Wänden hängen zwinkernde Augen, geflügelte Hüte schweben umher, Treppen erheben sich in absurden Winkeln. Spielerisch ist es nicht ganz so abgehoben und erinnert an den Klassiker Lemmings. Wir müssen einen Schlafwandler an Gefahren vorbeilotsen, indem wir ihm Objekte in den Weg legen und ihn so steuern.

Zeit fürs Bett

Bob ist ein Schlafwandler. Am Anfang des Spiels wandert er friedlich schlummernd aus dem Fenster, direkt auf den Abgrund zu. Zum Glück sind wir zur Stelle: Wir steuern Subob, sein hundeähnliches Unterbewusstsein, und unsere Aufgabe ist es, ihn sicher zurück ins Bett zu bringen. Leider können wir Bob nicht einfach selbst in neue Richtungen stupsen. Wir müssen also zu anderen Mitteln greifen, um ihn umzulenken. Da kommen die in der Spielwelt verteilten Äpfel gerade recht. Die sind nämlich groß genug, um als Hindernis zu dienen. Stößt Bob dagegen, dreht er sich nach rechts und spaziert weiter. Genauso funktioniert es auch bei Wänden.

Back to Bed
Bob läuft stur geradeaus, wenn wir ihm keine Äpfel in den Weg legen.

Wenn wir nicht schnell genug sind, läuft er über die Levelgrenze hinaus und stürzt ab. Das macht erstmal nichts, denn er erscheint einfach wieder am Startpunkt - bereits platzierte Objekte bleiben an Ort und Stelle. In späteren Levels begegnen uns dann Kreaturen aus Bobs Alpträumen, zum Beispiel rote Wecker. Wenn er von ihnen erwischt wird, öffnet sich im Hintergrund ein riesiges Auge und wir müssen die Runde neu beginnen - jetzt müssen wir auch alle Objekte wieder neu platzieren.

Ein weiteres wichtiges Element sind die Spiegel, die in manchen Gebieten an den Wänden hängen. Ähnlich wie in Portal können wir hindurchgehen und kommen beim Gegenstück wieder heraus. Aus großen Fischen bauen wir außerdem Brücken für Bob oder uns selbst - wie gesagt, bei Back to Bed ist alles ein bisschen seltsam.

Es gibt zwei verschiedene Spielwelten, Rooftop Trouble und Harbour Havard, die sich optisch und spielerisch nur wenig voneinander unterscheiden. Die zweite Welt hat einen leicht höheren Schwierigkeitsgrad als die erste, beide bestehen aus 15 Levels. Hier merken wir dem Spiel recht deutlich an, dass es ursprünglich für iOS gedacht war und nach dem Steam-Release auch noch für Mobile-Geräte erscheint: Die einzelnen Episoden sind sehr kurz, die meisten lassen sich in weniger als fünf Minuten lösen. Perfekt zum Beispiel für eine Bahnfahrt, auf dem PC wirkt das Spiel leider etwas zerstückelt.

Im zweiten Spielmodus »Nightmare« sitzen wir wesentlich länger an den Rätseln. Auch hier müssen wir Bob zu seinem Bett führen - allerdings ist die Tür abgeschlossen. Um sie aufzusperren, brauchen wir Schlüssel, die im Level verteilt liegen. Zuerst lotsen wir Bob also zu diesen Schlüsseln und anschließend zur Schlafzimmertür. Wenn er abstürzt, geht der Sammelfortschritt verloren.

Escher lässt grüßen

Die Realität verschmilzt mit Bobs Träumen und so formen sich Level, die aussehen, als würden wir direkt in einem Gemälde spazieren, vielleicht in »Waterfall« von M.C. Escher. Manchmal können wir Wände hochlaufen und müssen in mehreren Dimensionen denken.

Die schlichte Hintergrundmusik passt zwar gut in das Szenario, allerdings wiederholt sie sich schnell und geht uns nach einer Stunde schon ziemlich auf die Nerven. Der Sprecher, der gelegentlich mehr oder weniger kryptische Sätze wie »The Apple is a Hat« von sich gibt, klingt wie ein verschlafenes und verzerrtes Sprachprogramm. Das gefällt sicher nicht jedem, wir finden jedoch, es fügt sich gut in das träumerische Setting ein.

Nach ungefähr anderthalb Stunden haben wir alle Level einmal durchgespielt. Der Nightmare-Modus beschäftigt uns noch einmal zwei bis drei Stunden lang. Back to Bed ist auf Steam für rund 5 Euro und demnächst auch im App Store erhältlich. Auf der Entwickler-Website gibt es eine kostenlose Demo-Version.