Seite 2: Battlefield 1 im Test - Dice hat's noch drauf

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Das »Was« ist längst geklärt: Battlefield 1 spielt im Ersten Weltkrieg und setzt im Multiplayer auf altbekannte Stärken wie 64 Spieler pro Server, jede Menge Fahr- und Flugzeuge und vier Soldatenklassen. Solospieler kämpfen sich zudem durch fünf sogenannte Kriegsgeschichten.

Jetzt ist die »Wie«-Zeit angebrochen! Wie abwechslungsreich und ausbalanciert sind die neun Multiplayer-Maps? Welche Spielmodi können uns begeistern? Wie stabil läuft die Technik? Und wie sehr fesselt uns die Einzelspielerkampagne?

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Um das herauszufinden, zocken wir Battlefield 1 seit dem Start der Origin-Access-Vorabversion quasi ununterbrochen. Mit den uns zu Verfügung gestellten Testmustern und während unseres Besuchs bei Dice konnten wir die Kampagne komplett erleben und jeden Spielmodus zumindest stichprobenartig auf sämtlichen Karten ausprobieren. Das reicht zwar noch nicht, um wirklich alle Fragen abschließend zu beantworten und eine finale Wertung zu vergeben (mehr dazu im Extrakasten), aber sehr wohl für ein erstes ebenso fundiertes wie umfangreiches Fazit.

Ein intensiver Auftakt

Battlefield 1 beginnt anders als jedes Battlefield zuvor. Gleich nach dem ersten Spielstart finden wir uns an der Westfront des Ersten Weltkriegs wieder. Mit einer Waffe in der Hand und einem simplen Auftrag: Halte die Linie - um jeden Preis. Es folgen rund 15 Minuten verzweifeltes Schlachten. Wir mähen reihenweise Gegner nieder, die uns vor die Waffe laufen. Mehrmals sterben wir selbst und wechseln nahtlos in den Körper eines anderen Kämpfers. Erst einfacher Soldat, dann ein MG-Schütze, später der Bordschütze eines Mark-V-Tanks. Überall erleben wir das gleiche Gemetzel.

Battlefield 1 - Gameplay-Video: Teil 1 der ersten Story-Mission »Durch Morast und Blut« Video starten 10:05 Battlefield 1 - Gameplay-Video: Teil 1 der ersten Story-Mission »Durch Morast und Blut«

Dieser Prolog ist der Beginn einer Singleplayer-Kampagne die wir so ebenfalls noch nie in einem Battlefield erlebt haben. Statt einer geschlossenen Story spielen wir fünf, zwischen 45 und 120 Minuten lange Kriegsgeschichten in beliebiger Reihenfolge und ohne übergreifenden Handlungsbogen. Nur der Grundton, der bereits durch die Einführung angeschlagen wird, bleibt gleich: Dice will das Chaos des Ersten Weltkrieg aus der Sicht des einfachen Soldaten zeigen. Wir sind kein Superkämpfer, der von Kriegsschauplatz zu Kriegsschauplatz geschickt wird. Stattdessen erleben wir Einzelschicksale verschiedener Menschen, die ihre Rolle in diesem Krieg spielten.

Leider gelingt die Umsetzung dieser spannenden Idee nur in Ansätzen. Echte Gänsehautmomente erleben wir viel zu selten, und zwar immer dann, wenn Battlefield 1 sich traut, anders zu sein. Etwa wenn wir mitten in einer Mission überraschend aus dem Kampfgetümmel gerissen werden und zu beruhigender Musik eine Brieftaube über das Schlachtfeld lenken, um einen todbringenden Befehl abzuliefern. Dieser Kontrast ist so stark, dass er uns wirklich berührt. Auch in den Zwischensequenzen schafft es Battlefield 1 dank der ausgezeichneten Mimik der Charaktere immer wieder Emotionen zu transportieren.

Doch nur Rambo spielen

Doch das sind nur Ausnahmen. Die meiste Zeit ballern wir uns durch plump anrennende Horden dämlicher KI-Feinde. Ob wir dabei einen Panzer oder ein Flugzeug lenken oder zu Fuß unterwegs sind, macht kaum einen Unterschied. Schwupps sind wir eben doch wieder der alleskönnende Weltkriegs-Rambo.

Besonders deutlich wird das in der Italien-Episode »Avanti Savoia!«, die spielerisch und in ihrer Erzählung das Schlusslicht des Quintetts darstellt. Als Mitglied einer Eliteeinheit schießen wir, mit einer Art Ritterrüstung gepanzert, hunderte österreich-ungarische Soldaten nieder, nur um anschließend ein einzelnes Flak-Geschütz zu bemannen und gleich eine ganze Schwadron Gotha-Bomber samt ihrer Geleitjäger vom Himmel zu putzen. Ach, und natürlich erobern wir zuletzt im Alleingang eine gut befestigte Alpenfestung. Eine Aufgabe, an der zuvor eine ganze Armee-Einheit der Italiener gescheitert ist.

Wie sehr Dice die Kampagne trotz aller guten Vorsätze auf den Mainstream-Markt ausgelegt hat, sehen wir auch daran, dass wir keine einzige Mission auf Seiten der Mittelmächte erleben. Gerade wenn man sich kritisch und respektvoll mit der behandelten Epoche auseinandersetzen möchte, wie Dice es vollmundig betont hat, wäre es doch naheliegend, den Krieg von beiden Seiten der Front zu betrachten. Doch diese Chance bleibt ungenutzt.

Avanti Savoia: Geballer am Bergrücken In der Kriegsgeschichte Avanti Savoia ballern wir uns erst durch zahllose Feinde.

Avanti Savoia: Ans Flak-Geschütz Anschließend erledigen wir eine ganze Bomberstaffel.

Avanti Savoia: Ab in die Festung Und zum Schluss erstürmen wir diese gut gesicherte Alpenfestung. Easy Going.

Statt wirklich Eindruck zu hinterlassen sind die fünf Kriegsgeschichten also nur ein durchschnittliches Actionfeuerwerk. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Sie schaden Battlefield 1 nicht, deshalb wirken sie sich abseits unserer Umfangswertung auch nicht negativ auf unsere Testnote aus. Denn seien wir ehrlich: Niemand kauft sich ein Battlefield wegen seiner Kampagne. Battlefield 1 muss mit seinem Multiplayer-Modus punkten. Und - so viel vorweg - Battlefield 1 punktet mit seinem Multiplayer-Modus. Hell yeah!

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