Call of Duty 2 : Der junge Mann neben uns muss ein Chamäleon sein. Seit unserem Start von der holprigen Landebahn hat er seine Gesichtsfarbe von gesundem hellbraun über kalkweiß zu hellgrün geändert. Wenn das wie bei den Reptilien von seinem Gefühlsleben abhängt, dann ist der Grund für das Farbenspiel klar: akute Übelkeit. Wir sitzen in einem kompakten Propellerflugzeug, das unruhig durch die Wolken holpert. Die Luft riecht nach Dieselabgasen und Körperschweiß. Um uns herum zuversichtlich lächelnde Gesichter, die sagen wollen: »Hey, alles halb so wild, ich hab keine Angst!« Doch die Augen verraten etwas anderes: »Mein Gott, hoffentlich komme ich heil nach Hause.« Furcht hin oder her, es gibt kein Zurück mehr. Wir haben einen Auftrag: tief ins polnische Hinterland vordringen und Call of Duty 2 anspielen. Und für so ein hehres Ziel begibt man sich doch gerne mal in Lebensgefahr. Der Chamäleon-Mann scheint ähnlich aufgeregt: Er übergibt sich in eine weiße Papiertüte.