Call of Duty: Black Ops - PC

Ego-Shooter  |  Release: 09. November 2010  |   Publisher: Activision Blizzard
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Special: Call of Duty: Black Ops | Seite 2

So brutal wird die deutsche Version

Geschmacklosigkeit oder gebotene Härte?

Wir springen einige Spielabschnitte weiter und befinden uns in einer vom Krieg gezeichneten Lagerhalle der US-Version. Vor uns sitzt auf einem Stuhl ein geschundener, vor Dreck starrender Mann mit eingefallenen Wangen und müden, tief in den Höhlen liegenden Augen. Seine Hände sind auf den Rücken gebunden, trotz des jämmerlichen Anblickes des Gefangenen bleibt keine Zeit für Mitleid: Der Mann ist im Besitz kriegswichtiger Informationen, die er natürlich nicht preisgeben will. Auf Knopfdruck verpassen wir dem Geheimnisträger einen Schlag ins Gesicht, trotzdem will er seine Geheimnisse nicht preisgeben. Ein weiterer Knopfdruck zerbricht eine Fensterscheibe, unsere Hand greift eine große Glasscherbe, stopft sie dem Gefangenen in den Mund und wir schicken ein paar Schläge hinterher. Der Mann spuckt Blut und Scherben, und selbst hartgesottene Action-Fans wenden sich angewidert ab.

Call of Duty: Black Ops
PC-Screenshots aus der Test-Version

Wo Modern Warfare 2 sich noch damit begnügte, Folter lediglich anzudeuten und den Rest der Vorstellungskraft des Spielers überließ, geht Black Ops einen gewaltigen Schritt weiter. Der Spieler wird nicht nur zum Zeugen dieser unmenschlichen Behandlung, sondern selbst zum Folterknecht. Ohne moralische Entrüstung vorschieben zu wollen, darf man an dieser Stelle fast schon froh sein, dass Activision sich in der deutschen Version gegen aktive Folter entschieden hat. In der USK-freigegebenen Fassung beginnt dieser Spielabschnitt wesentlich später, nämlich nach der Foltersequenz. Eine kluge Entscheidung, denn wenn Spieler-Deutschland eines nicht gebrauchen kann, dann sind es weitere von den Massenmedien lancierte Hetzkampagnen im Stile von »Videospiele bringen unseren Kindern das Foltern bei«.

Abgetrennte Gliedmaßen und rollende Steine

Später pirschen wir in der US-Version durch einen Tunnel und sind mit einem großkalibrigen Revolver bewaffnet. Die Atmosphäre ist düster, Wasser tropft von der Decke, die Beleuchtung ist schlecht und hinter jeder Ecke könnte ein Gegner lauern. Plötzlich springt ein Vietcong aus einem Seitengang, wir legen an, drücken ab und amputieren mit unserem Treffer das Bein des Gegners. Dieselbe Wirkung entfalten auch Handgranaten oder Raketenwerfer. Hier ist die USK ihrer Linie treu geblieben – ganz nach dem Motto: »Blutspritzer ja, abgetrennte Gliedmaßen nein«, bleiben die Extremitäten der Gegner in der deutschen Version an ihrem Platz. Eine weitere Änderung ist eher subtiler Natur: Wir befinden uns an Bord eines Kanonenboots und wollen den Fluss hinauffahren. Bevor die mächtigen Dieselmotoren des Bootes zu röhren beginnen, wirft einer unserer Kollegen ein Radio an, und Mick Jagger intoniert »Sympathy for the Devil« während wir in der Dämmerung mit der Bordkanone Gegner, Fahrzeuge und Gebäude vom Ufer räumen. Dank der Musik erinnert die Szene ein wenig an Francis Ford Coppolas Meisterwerk »Apocalypse Now«, genauer gesagt an die von Wagners Walkürenritt untermalten Szenen. In der deutschen Variante von Black Ops hingegen fehlt die musikalische Untermalung, was dem Spielabschnitt eine ganz andere und wesentlich düsterere Stimmung verleiht.

Sinnvoll geändert?

Call of Duty: Black Ops : Im Mehrspieler-Modus gibt es keine Änderungen. Im Mehrspieler-Modus gibt es keine Änderungen. Laut den anwesenden PR-Managern wurden außer den hier geschilderten Änderungen und der Entfernung verfassungswidriger Symbole keine weiteren Kürzungen vorgenommen.(der Mehrspieler-Modus bleibt übrigens gänzlich unangetastet). Unserer Meinung nach sind die Anpassungen für den deutschen Markt so marginal, dass sie eigentlich nicht ins Gewicht fallen. Das Wegfallen der Folterszene begrüßen wir sogar ausdrücklich, da auf diese Weise ein dramatischer Imageschaden für die gesamte Branche sowie die Spieler in Deutschland vermieden wird. Wer das Spiel dennoch in seiner ganzen Härte erleben will, muss zum Österreich-Import greifen, denn dort erscheint Call of Duty: Black Ops (fast) gänzlich ungeschnitten auf deutsch. Lediglich die Hakenkreuze wurden auch in dieser Version entfernt.

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Avatar NeCrOnFiRe
NeCrOnFiRe
#1 | 30. Sep 2010, 16:11
sieht gut aus...
aber ich werd mir keine cods mehr kaufen bis die nicht billiger sind und die nich so viel fuer map packs/DLCs verlangen
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Avatar Dee-Jay
Dee-Jay
#2 | 30. Sep 2010, 16:23
Also....abgesehen vom Flughafen level fande ich MW2 jetzt auch nicht uebertrieben brutal.

Ein bisschen Haerte gehoert dazu denke ich und vor allem diese Details die ihr beschreibt sind i.d.R. nur fuer einen Sekundenbruchteil zu sehen. Was sich in der Theory brutal anhoert is in der praxis halb so schlimm.
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Avatar Ghostunit67
Ghostunit67
#3 | 30. Sep 2010, 16:25
Im Bericht stand was von Hakenkreuzen, das spiel spielt doch zurzeit des Vietnamkrieges oder??????
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Avatar the_pianist
the_pianist
#4 | 30. Sep 2010, 16:26
find ich eine gute entscheidung von activision, vor allem solche folterszenen sind dann ja wirklich meiner meinung nach jenseits dessen, was man in einem spiel sehen bzw. hier ja sogar tun möchte/muss. die grausamkeit und brutalität des krieges wird sicherlich auch ohne diese szene zur genüge transportiert werden, wie auch in den vorherigen deutschen fassungen der CoD-teile.
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Avatar Z / Dred
Z / Dred
#5 | 30. Sep 2010, 16:29
Ach, so wie ich die Becksteins und Frontal Redakteure unseres Landes kenne, holen die sich die Importversion, zerreißen die als frei erhältliche Version, die sich ein 8 Jähriger am Kiosk kaufen kann und nach einer Woche der Proteststürme kommt dann im Abspann eine 2 Sek Richtigstellung. Es geht hier nämlich nicht im Image oder Jugendschutz, sondern um Popularität und Einschaltquoten
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Avatar Jezus
Jezus
#6 | 30. Sep 2010, 16:30
Zitat von Ghostunit67:
Im Bericht stand was von Hakenkreuzen, das spiel spielt doch zurzeit des Vietnamkrieges oder??????


Soweit ich weiß spielt wieder ein Level in der Vergangenheit.
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Avatar uncleistvan
uncleistvan
#7 | 30. Sep 2010, 16:30
Zitat von Ghostunit67:
Im Bericht stand was von Hakenkreuzen, das spiel spielt doch zurzeit des Vietnamkrieges oder??????


Es gibt ja noch den "Nazi-Zombie-Bonusmodus". Ähem.
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Avatar DerKannNix
DerKannNix
#8 | 30. Sep 2010, 16:31
naja,

irgendwie hab ich zuzeit das gefühl das unsere USK immer über mehr sachen hinwegschaut. ob das nun gut oder schlecht ist muß jeder selber wissen.
meine meinung is ganz einfach. ich bin über 18jahre (leider schon weit drüber) alt und möchte selbst entscheiden was ich sehen mag und was nicht.

zum thema hakenkreuze: wir es denn nicht langsam zeit das wir unsere geschichte einfach akzeptieren! muß ich mir als deutscher immernoch ein schlechtes gewissen machen lassen weil vor 60jahren einer nicht zurechnungsfähig war?

aber naja, ich werds wohl nicht mehr erleben.
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Avatar Cyanide
Cyanide
#9 | 30. Sep 2010, 16:36
"political correctness" interessiert mich nicht, ich werds mir komplett uncut besorgen.
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Avatar BLACKMischKa
BLACKMischKa
#10 | 30. Sep 2010, 16:36
60 euro für ein spiel... ich denke 50 euro reichen für den pc aus!
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Details zu Call of Duty: Black Ops

Plattform: PC
Genre Action
Untergenre: Ego-Shooter
Release D: 09. November 2010
Publisher: Activision Blizzard
Entwickler: Treyarch
Webseite: http://www.callofduty.com/blac...
USK: Keine Jugendfreigabe
Spiele-Logo: Download
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