Was verbindet ein kahles Weizenfeld mit dem Gerücht, die Waschmaschine fresse Socken? Beide sind abgedroschen - so wie der Befund, die Civilization-Serie schreibe Geschichte. Diese Floskel haben Sie schon tausendmal gehört und gelesen, und doch ist sie wahr. Denn zum einen zählt die Reihe zu den berühmtesten der PC-Historie, zum anderen lässt Civilization Sie auch selbst Geschichte schreiben. Das Spielprinzip ist so simpel wie Sucht erregend: Lenken Sie eine Nation von der Steinzeit in die Moderne, indem Sie rundenweise Städte gründen, Technologien erforschen, Kriege führen und Diplomatie betreiben. An diesem Prinzip hat sich auch im neusten Serienspross Civilization 4 nichts geändert. Also alles beim Alten? Denkste, Firaxis hat das Schwergewicht erfolgreich umgekrempelt und in 3D-Grafik gepackt.

Elefanten im Detail

Die 3D-Hülle ist auch gleich die offensichtlichste Neuerung von Civilization 4. Damit können Sie nun stufenlos von der gesamten Weltkugel bis zur Nahansicht einer Stadt zoomen. In Letzterer erkennen Sie sogar Gebäude, die Sie errichtet haben. Wenn etwa Berlin die Hängenden Gärten baut, steht eine begrünte Pyramide neben der Stadt. Auch die Landschaft strotzt vor Details; Elfenbein-Quellen etwa stellt Civilization 4 als Elefanten dar, die im Kreis trotten. Das belebt die Welt; gemeinsam mit der exzellenten Musik entsteht Atmosphäre. Doch die Details fordern Tribut: Auf PCs unter 1,8 GHz und 1,0 GB RAM ruckelt Civilization 4.

Die schöne Grafik ist nicht reiner Selbstzweck, viele Details geben Feedback über den Zustand Ihres Reiches. Die Flügel einer Windmühle drehen sich? Dann wird dieses Geländefeld von einer Stadt genutzt. Um Infos zu bekommen, müssen Sie also nicht in Menüs kramen. Das ist gut so - der Stadtbildschirm ist zu unübersichtlich. Ansonsten funktioniert das Interface aber bestens, über gut unterscheidbare Buttons erreichen Sie Statistiken. Nur in der 3D-Ansicht geht zuweilen die Übersicht verloren, weil sich Einheiten kaum von der Umgebung abheben.