Interview mit James »Lycerius« Moore

10 Jahre-Partie in Civilization 2 : Civ-2-Dauerspieler James Moore. Civ-2-Dauerspieler James Moore. GameStar: Hast Du mit einer dermaßen starken Resonanz auf Dein Posting gerechnet?

James Moore: Überhaupt nicht. Ich dachte, dass vielleicht ein paar Civ-Nerds wie ich es gerne lesen, und das wär’s dann. Ich habe echt nicht erwartet, dass das Posting außerhalb der Spieler-Community auf Reddit so viel Interesse auslöst.

GameStar: Deine Geschichte ging nicht nur in den Spiele-Medien um die Welt, sondern auch in »seriösen« Magazinen. Warum haben Deiner Meinung nach so viele Medien die Story aufgegriffen? Was ist daran auch für Nicht-Spieler so faszinierend?

James Moore: Ich glaube, dass ich bei vielen eine gewisse morbide Neugier erweckt habe, was unsere Zukunft bringt und wie sich unsere eigene Welt in einigen Punkten des Spiels widerspiegelt. Menschen sind, genau wie ich, immer an Vorzeichen und Omen interessiert, die unsere eigene Zukunft betreffen. Ich denke, dass ich da bei vielen wirklich einen Nerv getroffen habe. Obwohl mal gesagt werden muss, dass Civilization kein komplexer globaler Simulator ist, aus dem man seine politischen Schlüsse ziehen sollte.

GameStar: Was war das »obskurste« Magazin, das über Deine Geschichte berichtet hat? Außer GameStar natürlich.

James Moore: (höflich) Das waren so viele, ich wüsste gar nicht, wo ich anfangen sollte.

GameStar: Es gibt Civilization 3, 4, 5 ... warum hängst Du so an Civ 2? Was macht es besser als die anderen Teile der Serie?

James Moore: Ich habe tatsächlich alle Nachfolger gespielt und habe gerade viel Spaß mit dem Addon zu Civilization 5, Gods & Kings. Ich denke, dass ich Teil zwei vor allem noch aus Nostalgie spiele, weil es mein erstes Computerspiel und mein erstes Civilization war, das ich je gespielt habe. Die Serie spricht mich auf verschiedenen Ebenen an. Ich mag Strategiespiele und interessiere mich leidenschaftlich für Geschichte. Es hat einfach gepasst.