Command & Conquer 4: Tiberian Twilight - PC

Echtzeit-Strategie  |  Release: 18. März 2010  |   Publisher: Electronic Arts

Kolumne: Der C&C-Konflikt

Innovation gegen Tradition

Vor einigen Monaten diskutierten Daniel Matschijewsky und Christian Schneider über Sinn und Unsinn der Neuerungen in Command & Conquer 4 und kamen zu reichlich unterschiedlichen Ergebnissen. Nach dem Release des Spiels ziehen die GameStar-Redakteure Bilanz.

Von Christian Schneider |

Datum: 22.03.2010


Daniel Matschijewsky schrieb in der GameStar-Ausgabe 09/2009 zum (damals noch nicht veröffentlichten)Strategiespiel Command & Conquer 4:

Der C&C-Konflikt : Daniel Matschijewsky Daniel Matschijewsky »Das ist kein C&C«

»Never change a running system«, verändere nie ein funktionierendes System. Was für ein Spaß hatte ich damit, in C&C Basen hochzuziehen, meine Sammler auf Tiberium-Suche zu schicken und mit den Ressourcen die Truppen zusammenzustellen. Es hat funktioniert, es hat Spaß gemacht, trotz der legendär doofen Wegfindung der Ernter. In C&C 4 wird all das gestrichen – Elemente wohlgemerkt, die die Serie in den letzten 15 Jahren zu dem gemacht haben, was sie heute ist: Kult. Ich glaube, Electronic Arts’Innovationsdrang ist aus reiner Angst geboren, der Angst vor Starcraft 2.

Blizzards Hoffnungsträger wird den darbenden Strategiemarkt mit mathematischer Sicherheit überschwemmen. Was also kann EA dieser Konkurrenz entgegensetzen? Der Versuch, zwingend etwas neu zu machen, die (funktionierende) C&C-Serie zu verändern und sich dadurch Aufmerksamkeit zu erhaschen, gefährdet jedoch nicht nur die Marke, sondern zeigt auch wenig Respekt vor denen, die Command & Conquer lieben und groß gemacht haben: den Fans. Kaum auszumalen, was mit der Serie passiert, wenn Electronic Arts‘ Renovierungsplan scheitern sollte...

Nach dem Release des Spiels fügt er hinzu:

Eigentlich finde ich es gut, Recht zu haben. In diesem Fall jedoch wäre mir die Alternative lieber gewesen. Denn Electronic Arts hat die Tiberium-Saga meiner Meinung nach tatsächlich in den Sand gesetzt. Allerdings liegt es nicht an den gestrichenen Elementen (Sammler, Basisbau, etc), sondern daran, dass Command & Conquer 4 die Seele fehlt. Es fühlt sich belanglos an, dümpelt ohne besondere Höhepunkte vor sich hin, und selbst den liebgewonnenen Trash-Faktor vermisse ich schmerzlich. Was bleibt ist ein Strategiespiel von der Stange. Kein schlechtes wohlgemerkt, aber längst nicht des großen Namens würdig, den es trägt.

Christian Schneider widersprach Daniel damals so:

Der C&C-Konflikt : Christian Schneider Christian Schneider »Endlich ein neues C&C«

Die Command-&-Conquer-Serie steht mit dem Rücken zur Wand. Zumindest scheint EA das zu glauben. An den großen Konkurrenten Starcraft 2 trauen sich die Entwickler mit den klassischen Stärken der Tiberium-Serie nicht heran. Die Konsequenz: Kane & Co. brechen mit ihrer 15jährigen Tradition und verwerfen den Basisbau. Das ist mutig. Und es ist richtig, denn C&C hat viel zu lange die immer gleichen Ideen recycelt.

Zugegeben, die Qualität der Spiele war stets hoch. Doch wie oft soll ich noch Stützpunkte hochziehen, Tiberium-Sammler ausschicken, Mammutpanzer bauen, in den alten Trott verfallen? Ich will neue Aufgaben, ich will neue Herausforderungen und Taktiken! Ich will umdenken! Und da kommt mir C&C 4 gerade recht. Die mobilen Basen ermöglichen dynamischere Schlachten, der Kampf um Fördertürme verspricht spannende Wechsel zwischen Angriff und Verteidigung.

Letztendlich können sich die mutigen Innovationen natürlich als Rohrkrepierer entpuppen. Doch das ist ein Risiko, das jeder Entwickler eingeht, wenn er sich vorwärts wagt, statt ewig auf der Stelle zu trampeln.

Heute muss er ergänzen:

Machen wir es kurz, denn mehr hat C&C 4 nicht verdient. Die Schlüsselworte lauten Qualität und Rohrkrepierer. Ich hatte auf Innovationen gehofft – gute, clever umgesetzte Ideen. Daraus wurde nichts. Deshalb schwöre ich zwar nicht dem Hang zum Neuen, wohl aber der Lust zum Command & Conquer-spielen ab. Was ist passiert? EA hat die womöglich hochwertigen Einfälle nicht in der nötigen Qualität umgesetzt, das Ergebnis ist Schlüsselwort Nr. 2.

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Avatar rush_ace
rush_ace
#1 | 22. Mrz 2010, 18:08
Absolut richtig die Ergänzung von beiden.
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Avatar Chief Pontiac
Chief Pontiac
#2 | 22. Mrz 2010, 18:08
"Rohrkrepierer" trifft es ganz gut. Aber wenn EA die Kanone von vorneherein mit Sch**** füllt braucht auch nicht erwarten dass es einschlängt wie eine Bombe.
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Avatar Fred DM
Fred DM
#3 | 22. Mrz 2010, 18:17
wie innovation im RTS-bereich funktioniert, hat World in Conflict gezeigt. das spiel hat auf klassische elemente wie basisbau und ressourcenabbau verzichtet, macht aber trotzdem oder gerade deswegen mehr spass als so manches traditionelles RTS-spiel.
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Avatar sdMAX
sdMAX
#4 | 22. Mrz 2010, 18:24
Bleibt nur zu ergänzen, auch mit Tiberium sammeln und Basis bauen hätte ein neuer Teil innovativ sein "können".

Ansonsten bleibt zu EA ja nicht mehr viel zu sagen außer einmal mehr, schade um Westwood!
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Avatar CopyCat
CopyCat
#5 | 22. Mrz 2010, 18:26
Sehr schade und kann die Entscheidung von EA nicht wirklich nachvollziehen.
Wenn sie Angst vor Starcraft haben, hätten sie doch trotzdem ein klassisches C&C rausbringen können. Dann hätten es sich wenigstens die C&C-Fans gekauft, so kaufts eben niemand weil es nur ein mäßiges Spiel ist und nichtmal mehr für Fans interessant.
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Avatar Brodkar
Brodkar
#6 | 22. Mrz 2010, 18:27
Rest in Peace
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Avatar SethSteiner
SethSteiner
#7 | 22. Mrz 2010, 18:30
Was heisst auch schon Innovation. An Command and Conquer wird seit Tiberium Sun rumgefuscht. Jedes Command ist anders als das letzte. Generals war überhaupt kein Command mehr, weil jegliche Beziehung zu den anderen Teilen fehlte und ein völlig anderes Ressourcensystem besaß, Tiberium Wars war wieder völlig anders als Generals mit der Rückkehr zum sammeln, und veränderten Gameplay-Elementen. Red Alert 3 hatte wieder vieles geändert, was einiges angeht sogar verbessert. C&C4 schließlich ist dann letztendlich wirklich eine total krasse Kehrtwende, einmal mehr.

C&C brauchte nie Innovation, es brauchte schon immer Kontinuität.
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Avatar Freies Radikal
Freies Radikal
#8 | 22. Mrz 2010, 18:38
Was oft vergessen wird, auch bei den sinnlosen vergleichen von RTS games, ist die Tatsache, dass jedes Element ein Teil des Gesamtbildes eines RTS Spieles ist. Lässt man Details aus und fügt neue Elemente hinzu ist es de facto nicht mehr vergleichbar mit seinen Vorgängern. Das Look and Feel einer RTS Engine hängt ganz besonders von den Details ab, da sie immer wieder aufgerufen werden müssen um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Ich kann es nur noch mal wiederholen, hätten sie einen anderen Titel genommen, hätte ich es leichter vergessen können.
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Avatar LordBelial
LordBelial
#9 | 22. Mrz 2010, 18:43
Generals ftw.
Out.
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Avatar tRIACTIs
tRIACTIs
#10 | 22. Mrz 2010, 18:47
Zitat von SethSteiner:
Was heisst auch schon Innovation. An Command and Conquer wird seit Tiberium Sun rumgefuscht. Jedes Command ist anders als das letzte. Generals war überhaupt kein Command mehr, weil jegliche Beziehung zu den anderen Teilen fehlte und ein völlig anderes Ressourcensystem besaß, Tiberium Wars war wieder völlig anders als Generals mit der Rückkehr zum sammeln, und veränderten Gameplay-Elementen. Red Alert 3 hatte wieder vieles geändert, was einiges angeht sogar verbessert. C&C4 schließlich ist dann letztendlich wirklich eine total krasse Kehrtwende, einmal mehr.

C&C brauchte nie Innovation, es brauchte schon immer Kontinuität.
Beachte bitte, das C&C nicht gleich C&C ist. Es gab schon immer die Tiberium und zusätzlich die Red Alert Reihe. Zusätzlich wurde irgendwann auch Generals entwickelt und sollte weder in die eine, noch in die andere C&C-Reihe gehören ;)
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Details zu Command & Conquer 4: Tiberian Twilight

Plattform: PC
Genre Strategie
Untergenre: Echtzeit-Strategie
Release D: 18. März 2010
Publisher: Electronic Arts
Entwickler: EA Los Angeles
Webseite: http://www.commandandconquer.c...
USK: Freigegeben ab 16 Jahren
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