Company of Heroes 2 - Multiplayer :

Zum Thema » Company of Heroes 2 - Test So gut ist die Kampagne » Technik-Check Anforderungen und Grafikvergleich Company of Heroes 2 ab 15,66 € bei Amazon.de Ein kleiner Trupp deutscher Soldaten bewegt sich an mit Einschusslöchern verzierten Häusern vorbei auf einen Kontrollpunkt zu. Das Vorauskommando will den Punkt für die nachkommenden Pioniere sichern, Treibstoffreserven sollen den entscheidenden Vorteil gegen den Ivan bringen. Es ist ruhig - viel zu ruhig. Ein hohes Pfeifen kündigt die Ankunft einer Mörsergranate an und nahe des Trupps schlägt es heftig ein. Offiziere brüllen Befehle, die Soldaten ziehen sich im Granatenbeschuss zurück und verschanzen sich in einem nahe gelegenen Haus.

Ein großes russisches Infanterieaufgebot marschiert auf den Kontrollpunkt zu. Die deutschen Soldaten warten auf den richtigen Moment, dann peitschen ihre Salven auf den Feind. Das Feuergefecht wird nur durch dumpfes, wummerndes Krachen aus der Ferne übertönt - russische Artillerie feuert aus allen Rohren auf das besetzte Haus.

Company of Heroes 2 - Multiplayer : Mit dem Maschinengewehr ballern wir aus dem Fenster auf die angreifenden Einheiten. Mit dem Maschinengewehr ballern wir aus dem Fenster auf die angreifenden Einheiten.

Alles wie gewohnt

So oder ähnlich laufen seit über einem Monat Szenen aus hunderten Mulitplayer-Gefechten in Company of Heroes 2 ab. Der Nachfolger des beliebten Echtzeit-Strategie-Titels Company of Heroes hat das grundsätzliche Spielgeschehen nicht verändert: Im Wettbewerb der maximal acht Mitspieler geht es um Siegpunkte oder die Auslöschung der gegnerischen Armeen. Dazu steht eine Vielzahl verschiedener Einheiten bereit, die alle Vor- und Nachteile haben und daher sinnvoll und möglichst zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort eingesetzt werden müssen. Company of Heroes 2 erfordert wie sein Vorgänger kleinteiliges Truppenmanagement, ein hohes Maß Aufmerksamkeit und sehr schnelle Reaktionen.

Company of Heroes 2 - Multiplayer : Mit unserer Schere (dem MG) schneiden wir das Papier (gegnerische Mörsergranaten). Mit unserer Schere (dem MG) schneiden wir das Papier (gegnerische Mörsergranaten).

Das Wissen um die Schwächen und Stärken jeder Einheit bringt den entscheidenden Vorteil, nicht selten haben die Einheiten Spezialangriffe oder besondere Fähigkeiten, die das Blatt an der Front ganz schnell wenden können. Nach dem Prinzip »Schere, Stein, Papier« lachen sich Panzerfahrer scheckig, wenn Gewehrkugeln an ihre Stahlkiste knallen, kriegen aber kaum zu unterdrückende Fluchtimpulse, wenn im gegenüberliegenden Schützengraben mit Panzerfäusten hantiert wird.

Kompliziert-komplexes Balancing

In CoH wurden die Einheiten und ihre gegenseitigen Beziehungen über sogenannte »Target Tables« berechnet. Die amerikanische Bazooka bekam über diese Tabelle gegen einen Tiger mal eben 50 Prozent Bonus-Schaden - sehr willkürlich, aber es war verhältnismäßig einfach, Einheit A gegen Einheit B auszubalancieren. In Company of Heroes 2 hat eine Einheit für sich selbst feste Werte (wie Panzerung oder Durchschlagskraft) die beim Duell mit jeder beliebigen anderen Einheit in die Berechnung einfließen. Das macht das Balancing knifflig, denn Veränderungen wirken sich auf das Verhältnis zu jeder anderen Einheit aus.

Company of Heroes 2 - Multiplayer : Mehr Männer und direkt im Hauptquartier zu bestellen: Russische Rekruten zergen das Feld. Mehr Männer und direkt im Hauptquartier zu bestellen: Russische Rekruten zergen das Feld. Anfangs waren die Russen und ihre Infanterie etwas zu stark, gerade zu Beginn eines Matches. Das wurde mittlerweile angepasst - nun sind aber die Deutschen in der Endphase eines Spiels überlegen, da ihre Panzer extrem mächtig werden können. Zusätzlich gibt es für die Deutschen mit Level 40 die sogenannte »Sturmunterstützungsdoktrin«, die momentan für ziemliches Ungleichgewicht auf den Karten sorgen kann, vor allem wenn mehr als ein Spieler diese Doktrin nutzt. Damit können wir unterstützende LKWs platzieren, die uns und unserem Team alle paar Sekunden Ressourcen bescheren. Verlegt sich ein Spieler auf die exzessive Nutzung dieser Doktrin und setzt eine Reihe solcher Laster, klingelt es nur so in der Ressourcenkasse des Teams.

Company of Heroes 2 - Multiplayer : In jedem Sektor kann mit der Sturmunterstützungsdoktrin so ein Laster platziert werden, der dem gesamten Team Ressourcen zuteilwerden lässt. In jedem Sektor kann mit der Sturmunterstützungsdoktrin so ein Laster platziert werden, der dem gesamten Team Ressourcen zuteilwerden lässt.

Der »Angriffsflug« als offensive Option dieser Doktrin ist ebenfalls schlecht balanciert: In einem großen Radius kreist ein Flugzeug 45 Sekunden lang und beschießt gegnerische Einheiten per Maschinengewehr. Gerade gegen Infanterie macht das erheblichen Schaden, zumal diese unterdrückt wird, selbst wenn sie sich im Rückzug befindet. Zusätzlich verfolgt das Flugzeug Einheiten bis in die Basis. Nach einem Cooldown von zwanzig Sekunden kann diese Spezialfähigkeit (dem Ressourcenüberschuss durch die Trucks sei Dank) sofort wieder eingesetzt werden. Stellen wir uns vor, wir treffen auf ein Team, in dem drei oder gar alle Spieler diese Doktrin nutzen…

Aber auch unter den normalen Einheiten gibt es noch so einiges für die Balancing-Abteilung bei Relic zu tun. So stampft der »normale« Wehrmachtspanzer »Panther« einen nur über eine Doktrin beziehbaren IS-2-Panzer der Russen unangespitzt in den Boden - obwohl der IS-2 eine der teuersten Einheiten des Spiels ist.

Company of Heroes 2 - Multiplayer : Der deutsche Panther ist dem teuren russischen Doktrinpanzer IS-2 meilenweit überlegen. Der deutsche Panther ist dem teuren russischen Doktrinpanzer IS-2 meilenweit überlegen.

Wenn in einem Spiel immer die gleiche Handvoll Einheiten gewählt wird, ist das ein untrügliches Zeichen für verbesserungswürdiges Balancing. Allerdings arbeitet Relic fleißig mit Patches an der Beseitigung dieses Problems, der nächste Patch steht auch schon in den Startlöchern und könnte in Kürze erscheinen. Über einige kleine und vorsichtige Anpassungen, so die Community-Hoffnung, können die derzeitigen Ausreißer des Balancing-Knasts schnell wieder an die Kette gelegt werden.

Kaufen ist ungleich Siegen

Die Befürchtung vieler Spieler, die per DLC zukaufbaren Commander-Pakete würden »Pay to Win« etablieren, hat sich unserer Meinung nach nicht bewahrheitet. Die Kauf-Commander bieten keine übermächtigen Zusatzfähigkeiten, sondern liefern die bereits im Spiel vorhandenen Spezialfähigkeiten in anderen Kombinationen. Für die eigene Spielweise kann eine andere Doktrin-Zusammenstellung durchaus förderlich sein, einen »I-Win-Button« kauft man sich damit aber nicht. Auch die Tarnungen, die man für Bares bekommen kann, sind kosmetischer Natur und haben keine Auswirkungen auf Werte und Berechnungen.