Bereits in seiner Launch-Woche kletterte es rasant an die Spitze der Steam Charts: Conan Exiles, die Survival-Sandbox von Funcom (Age of Conan), eine Open World im Hyboreanischen Zeitalter inklusive Barbaren, Monstern und jeder Menge Gewalt. Weil die aktuelle Early-Access-Version für 30 Euro durchaus ein paar Flocken kostet, ordnen wir das, was Spieler dafür bekommen, in diesem Artikel verständlich ein.

Schließlich stellt sich gerade bei Early-Access-Titeln stets die Frage, ob man als eine Art »Early Adopter« Bugs, Glitches und fehlende Inhalte in Kauf nimmt, um den Weg von Alpha- bis zu Gold-Status mitzufinanzieren - oder ob man bis zum finalen Release wartet, was gerade bei Survival-MMOs so einige Jahre dauern kann.

Neu in Conan Exiles? Unser Level-Guide hilft beim Einstieg

Was ist ein Early-Access-Test? Unsere Tests zu Early-Access-Spielen darf man nicht mit den herkömmlichen GameStar-Tests inklusive Wertung verwechseln. Hier geht es uns darum, eine erste Einordnung für Interessierte zu schaffen, damit sie für sich einschätzen können, ob ihnen ein Spiel gefallen könnte. Wir nutzen das, um als Redaktion früher und näher an Spielen wie Ark, Rust und Co. dranzubleiben. Den finalen redaktionellen Test mit Wertung gibt's nach wie vor pünktlich zum Release der Vollversion.

Conan Exiles: Was bekommt man für 30 Euro?

Conan Exiles bietet bereits im Early Access eine umfangreiche Auswahl an Multiplayer-Modi. Man kann solo durch die Sandbox streifen, sich gemeinsam mit Kumpels im PvE gegen Monster wehren oder es im PvP mit menschlichen Kontrahenten aufnehmen. Darüber hinaus gibt es verschiedene Communitys, die sich nach dem eigenen Spielertyp richten: Rollenspieler präferieren Role-Playing-Server, Puristen wählen Hardcore - und wer die lockere Dosis wünscht, steigt eben im »Relaxed«-Modus ein.

Conan Exiles

Oder man hostet ein komplett eigenes Spiel mit eigenen Regeln. Die Auswahl bei der Servererstellung ist umfangreich: Mit Reglern lassen sich nahezu alle Eigenschaften und Geschwindigkeiten festlegen.

Das eigentliche Spiel startet stets mit der üppigen Charaktererstellung. Im Vergleich zu anderen Rollenspielen braucht die sich nicht verstecken: Von den Gesichtszügen bis zu Statur und, ja, Penisgröße erschaffen wir uns einen eigenen Barbaren. Dabei wählen wir uns ein Volk und eine Gottheit aus dem Conan-Universum - Letztere hat auch spielerische Auswirkungen.

Kannibalen-Gott Yog ermöglicht beispielsweise sehr »unkonventionelle« Weiterverarbeitung von toten Menschen. Das Magiesystem fehlt allerdings noch in der Alpha.

Conan Exiles: Wie groß ist die Spielwelt?

In der finalen Fassung von Conan Exiles sollen mehrere große Biome enthalten sein, darunter Wüste, Dschungel, Schneelandschaft, Sumpf und eine namenlose Stadt (wie Lovecraftisch). Damit peilen die Entwickler eine Größe an, die knapp ein Drittel größer ausfällt als die klassische Ark-Karte. In der jetzigen Alpha findet man allerdings vorerst nur die Wüstenlandschaft, die logischerweise kleiner ausfällt als bei Ark. Innerhalb der Wüste gibt es mehrere Bereiche, darunter Ruinen oder Oasen.

Apropos Ark: Hier alles zum aktuellen Zustand des Dino-MMOs

Conan Exiles : Die geplante Weltkarte von Conan Exiles. Die geplante Weltkarte von Conan Exiles.

Ab Spielbeginn startet man mit kaum mehr als einem Stück Stoff um die Hüften: Jetzt heißt es »Sammeln, Craften, Jagen, Sammeln, Craften«. Und nach Möglichkeit sollte man dabei natürlich nicht sterben, denn nach einer kurzen Tutorialsequenz stehen wir im Prinzip auf der Speisekarte der kompletten Spielwelt. Von kleinen Mutantenmonstern über Krokodile und Plünderern bis hin zu furchteinflößenden Flugwesen gibt's bereits in der Alpha einen Haufen Feinde, gegen die man sich wappnen muss.

Neben den mordlüsternen Kreaturen gehen uns natürlich Hunger und Durst auf den Keks, man hat also allerhand zu tun, um nicht zu verenden. Das Levelsystem belohnt uns für nahezu jede Aktion mit Erfahrungspunkten, die uns Levelaufstiege und Fähigkeitspunkte bescheren. Die steckt man in Attribute wie Stärke, oder man kauft sich neue Crafting-Rezepte wie Steinschwert, Lagerfeuer oder Bettstatt.

Auch das Bauen eines Unterschlupfs ist in der Alpha bereits möglich - und überlebenswichtig! Wer sich keine Behausung auf einer Erhöhung baut, bekommt auf Dauer Probleme. Das Hochziehen von Wänden und Crafting-Stätten funktioniert intuitiv und problemlos, langfristig sollen so ganze Städte möglich sein. Und damit die bevölkert werden, besorgen wir uns Sklaven.

Conan Exiles: Was zeichnet es gegenüber Ark aus?

Das sogenannte »Thrall System« sorgt dafür, dass es in der Ödnis nicht einsam wird. Unser Barbar kann ab Stufe 10 NPCs ausknocken, in die eigene Basis schleifen, an ein Folterrad knechten und damit ihren Willen brechen. Wie man das halt so kennt. Danach lassen sich die eigenen Vasallen für verschiedene Aktivitäten einsetzen, beispielsweise als Wachen oder Schmiede. Wo Ark mit seinen Dinos punktet, kann man in Conan also eine florierende Stadt aufbauen - oder kaputtmachen.

Sie wollen eigene Sklaven? Hier unser umfangreicher Thrall-Guide

Der PvP-Part ist gegenwärtig noch ein wenig unterentwickelt. Eigene Festungen schützen extrem gut vor feindlichen Mitspielern - erst mit High-Level-Ausrüstung kann man die Mauern vernünftig einreißen.

Und das Kampfsystem fällt frustrierend monoton aus: Man nutzt die Strafe-Tasten, um Feinde zu umtänzeln, und haut dann wild mit Mausklicks drauf. Hier fehlt es noch deutlich an Raffinesse, und da Conan mit der Waffenvielfalt eines Ark nicht konkurrieren kann, sollte Funcom die Block-, Konter- und Angriffsmechanik in Zukunft gezielt überarbeiten.

Conan Exiles: Was fehlt noch?

Conan Exiles steckt in der Alpha. Wer jetzt zugreift, sollte sich auf Bugs, Glitches und KI-Aussetzer einstellen. Es fehlen zahlreiche Biome, das Endgame muss noch spürbar mit Inhalten aufgepeppt werden und das Kampfsystem braucht dringend eine Überarbeitung. Auch die Server-Strukturen sind alles andere als stabil. Die Stärken sind klar erkennbar: Das »Thrall System« verspricht spannende Spielersiedlungen, solo und im PvE macht es bereits jetzt viel Spaß, durch die ikonische Welt von Conan zu streifen.

Denn das muss man auch mal sagen: Das Hyboreanische Zeitalter eignet sich hervorragend als Vorlage für eine raue, unerbittliche Ödnis - auch wenn bisher abseits der schicken Introsequenz und einigen auffindbaren Nachrichten noch nicht viel Story im Spiel steckt. Aber mit Menschenopfern und Kastrationen sind zumindest einige krude und atmosphärische Updates geplant.

Conan Exiles lohnt sich für Spieler, die Freude daran haben, einem in Grundzügen guten Survival-Spiel interaktiv beim Wachsen zuzuschauen. Funcom veröffentlicht fast täglich neue Patches, es passiert ständig etwas und die regen Spielerzahlen zeigen, dass die Community willens ist, Conan Exiles zu einer erfolgreichen Zukunft zu verhelfen. Und Funcom hat ohnehin absehbare Pläne, wann sie mit dem Rest des Spiels fertig sein wollen.