Zum Thema » 8-Bit Hordes im Test Verbeugung vor der klassischen Echtzeitstrategie cossacks 3 ab 4,70 € bei Amazon.de In Cossacks 3 verbrauchen unsere Kanonen und Musketen tatsächlich mit jedem Schuss Kohle. Gehen uns die Ressourcen aus, hilft uns selbst die tollste Schlachtlinie aus zehntausend sorgsam formierten Mann nichts mehr - die Kugeln bleiben unserer Armee einfach im Lauf stecken. Und damit ist eigentlich schon alles über das Spiel gesagt: Bei so einer Ressourcenmechanik, ursprünglich mit dem ersten Cossacks aus dem Jahr 2001 eingeführt, muss ja doch die Versuchung bestanden haben, sie für den modernen Markt zu vereinfachen. Aber Cossacks 3 bleibt knallhart seinen Wurzeln treu. Es will im Grunde den ersten Serienteil mit frischem Anstrich neu aufleben lassen.

Wir sahen auf der Gamescom eine Mission der Kampagne, in der man mit einem kleinen unabhängigen Kosakendorf beginnt und in die Kriege der Polen und Osmanen hineingezogen wird. Ab der ersten Minute wird klar, dass wir hier ein denkbar klassisches Echtzeitstrategiespiel vor uns haben: Bauern ziehen Mühlen und Minen hoch, schaufeln Ressourcen aufs Konto und füttern damit die Kriegsmaschinerie.

Wie im Original verwalten wir volle sechs Ressourcen. Holz, Stein, Nahrung, Gold, Eisen und Kohle wollen allesamt im Blick behalten werden. Überziehen wir unser Konto, hat das nicht nur bei der Kohle desaströse Folgen. Ohne Nahrung verhungern unsere Soldaten, und wer seinen Söldnern kein Gold mehr bieten kann, darf sich über Deserteure nicht wundern. Für Anspruch ist also gesorgt!

Cossacks 3
Unsere Stadt wächst und gedeiht. Die Wohnhäuser sorgen für eine höhere Einheitengrenze.

So gut wie damals - reicht das?

Uns wirkte das Spiel aber fast schon zu konservativ. Ein dritter Teil zwölf Jahre nach dem ersten sollte sich nicht damit begnügen, einfach die gute alte Zeit wieder aufleben zu lassen. Er muss auch neue Impulse setzen, sich einem neuem Markt stellen. Auf Steam beschreibt sich Cossacks 3 aber schlichtweg als »Remake« des Originals. Da hätten wir uns ein wenig mehr Ehrgeiz gewünscht.

Schön dafür: Besondere Missionsbedingungen und Nebenziele bringen zusätzliche Würze ins Spiel. So lassen sich im gezeigten Auftrag noch keine eigenen Arbeiter rekrutieren. Allerdings können wir einen Gesandten zu den Polen schicken, um dort die Freilassung einiger Sklaven zu erwirken und sie dann anschließend in unser Lager zu verschiffen. Die Mission strotzte nur vor solchen Nebenaufgaben, die einige unterschiedliche Vorgehensweisen eröffnen.

Hier leidet Cossacks 3 aber unter seinem altmodischen Ansatz. Die Inszenierung beschränkt sich komplett auf fade Textfenster, wirklich mittendrin fühlen wir uns dabei nicht. Dabei müsste sich eine modernere Inszenierung doch nicht mit der klassisch-strategischen Spielmechanik beißen.

Kolumne: So wichtig sind gute Kampagnen in Echtzeitstrategiespielen

Gelungen ist dafür die Optik des Spiels. Cossacks 3 schafft einen schönen Spagat: Es sieht selbst für heutige Augen schick aus, fängt aber den Look und das Gefühl des ersten Teils von damals perfekt ein. Riesige Armeen prallen aufeinander, Kanonen spucken Rauchfahnen und Explosionen übers Feld - klasse! Essentiell soll es wieder sein, seine Truppen in geordneten Formationen aufzustellen und sie klug aufzustellen. Pikeniere schlagen Reiter-Flankenangriffe zurück, während die eigene Kavallerie die gegnerischen Musketenschützen in den Boden trampelt. Ein bewährtes Spielprinzip, wie so vieles in Cossacks 3. Es bleibt aber noch abzuwarten, ob das Spiel es auch hinkriegt, die Serie und das Genre sinnvoll weiterzuentwickeln.