Counter-Strike : Counter-Strike: Global Offensive bietet im eSport immer wieder spektakuläre Szenen: Hier legt AWP-Profi GuardiaN auf einen Gegner an - den er gar nicht sehen kann. Egal, trotzdem ein Headshot! Counter-Strike: Global Offensive bietet im eSport immer wieder spektakuläre Szenen: Hier legt AWP-Profi GuardiaN auf einen Gegner an - den er gar nicht sehen kann. Egal, trotzdem ein Headshot!

Das eSport-Wochenende vom 21. und 22. November bot eine kontroverse Szene: Im Rahmen der Intel Extreme Masters San Jose, einem Profiturnier in Counter-Strike: Global Offensive, zeigte der Spieler GuardiaN einen gezielten Schuss: Durch die Wand, präzise auf den Kopf des Gegners. Das Video unterhalb der News zeigt das gesamte Match, etwa ab Minute 15:00 spielt sich die Szene ab.

Der Clip zeigt Folgendes: GuardiaN vom Team Na'Vi greift einen Bombenpunkt an, das Scharfschützengewehr des Profis ist offensichtlich auf eine Wand gerichtet. Dahinter befindet sich der Spieler adreN vom Team Liquid, für den Zuschauer per gelbe Umrandung gut markiert. Das Problem nur: GuardiaN hat die Röntgensicht der Zuschauer nicht, drückt aber dennoch durch die Wand ab. Und zwar absolut präzise auf den Kopf des Kontrahenten.

Das beeindruckte nicht nur die anwesenden Zuschauer, sondern machte auch die Kommentatoren sprachlos und sorgte auf Reddit, in Foren und im Twitch-Chat für eine hitzige Diskussion: Wie konnte der Profi vom Team Na'Vi, das interessanterweise auch das Turnier gewann, diesen Treffer landen?

Mittlerweile wissen wir: Ein Cheat war es mit großer Sicherheit nicht, drei plausible Möglichkeiten führten zum Kopfschuss durch die Wand:

  • Ein Bug: Beide Spieler befinden sich in einer Position, die zu einem Bug führen: Trotz (eigentlich) unterbrochener Sichtlinie wird dem Schützen der Name des Gegner ins roter Schrift angezeigt. Solche kleineren Bugs werden ständig entdeckt und kurz darauf von Valve entfernt. Hier kannte GuardiaN durch seine Spielerfahrung schlicht den Fehler in der Sichtlinienberechnung und nutzte ihn aus.

  • Die Fans: Wer beim Video hinhört, hört nicht nur das Spiel: Auch die Fans schreien auf, weil sie die sich anbahnende Möglichkeit sehen. Profis wie GuardiaN können so etwas durchaus ausnutzen und drücken ab, sobald die Fans den entscheidenden Hinweis geben. Dank dämpfender Kopfhörer sind die Informationen der Kommentatoren nicht auszumachen, eine bebende Zuschauermenge mit mehreren tausend Menschen kann man aber so nicht komplett stumm machen. Schalldichte Kabinen werden bereits länger für CS:GO gefordert, wie sie in anderen eSport-Titeln bereits üblich sind.

  • Erfahrung: Die Stelle des Verteidigers ist eine bekannte Warteposition. Wer hunderte und tausende Stunden auf der Karte Cobblestone verbracht hat, kennt nicht nur jeden Winkel, sondern auch übliche Lauerstellen. Man nehme einen Spieler wie GuardiaN, der zusammen mit KennyS (Team EnVyUs) zu den derzeit weltbesten Spielern mit der AWP (Scharfschützengewehr) gilt. Und schon ist es kaum verwunderlich, dass der Profi einen Wallbang versucht hat: Einen Schuss durch die Wand auf die vermutete Position des Feindes. Wallbangs sind keine Kuriosität in Counter-Strike, sondern ein absolut normales Spielmittel. Hier nutzt GuardiaN schlicht seine Erfahrung aus, wo der Gegner üblicherweise wartet - und drückt ab.

Wie der Schuss nun gelang, hat GuardiaN selbst nicht bekanntgegeben. Die wahrscheinlichste Lösung ist der Bug mit der Namensanzeige, der bereits erfolgreich getestet und nachgewiesen wurde.

Unterhalb findet sich noch ein YouTube-Zusammenschnitt aller Highlights und peinlichen Aussetzer der Profis im Rahmen der Intel Extreme Masters, der Guardian-Clip ist natürlich auch dabei. Neben CS:GO wurde in San Jose auch League of Legends gespielt.