CS:GO Regeländerung : VAC gehört seit den Tagen von Half-Life 2 zum Standard-Inventar von Valve-Spielen - und bannt Cheater. VAC gehört seit den Tagen von Half-Life 2 zum Standard-Inventar von Valve-Spielen - und bannt Cheater.

Zum Thema CS: GO ab 29 € bei Amazon.de Valves Anti-Cheat-Software VAC pflückt Cheater aus Valve-Spielen heraus und bannt ihre Steam-Accounts von der Teilnahme an weiteren Matches in Counter-Strike: Global Offensive und Co. Wer also als ambitionierter Pro Gamer mit Wallhacks oder Aim Assists an den Start ging, konnte sich bisher seine eigene Karriere ruinieren. Das Risiko bleibt auch nach wie vor bestehen. Allerdings bekommen Cheater jetzt eine Chance, die ihnen viele Kritiker gar nicht zusprechen wollen.

Laut einer Änderung im Regelwerk der Electronic Sports League (ESL) können VAC-gebannte Spieler künftig nach einer Sperrfrist von zwei Jahren wieder an offiziellen ESL-Turnieren teilnehmen. Zur Einordnung: Die ESL ist der größte E-Sport-Veranstalter im professionellen Bereich und finanziert Turniere wie die Intel Extreme Masters Series, ESL One und die hauseigenen Pro League Tournaments sowie ESEA.

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Unverständnis in der Community

ESL-Verantwortliche erklären gegenüber Kotaku, dass diese neue Leitlinie den allgemeinen Umgang mit VAC-gebannten Nutzern in großen und kleinen Turnieren angleichen soll. Seit 2014 werden VAC-gebannte Cheater in großen ESL-Turnieren nicht mehr zugelassen. Wer von der ESL-eigenen Zusatzsoftware »Wire Anti Cheat« erwischt wurde, hatte bisher aber schon immer einen temporären Bann erhalten. Jetzt wurde die Regel des zeitlich begrenzten Banns eben auch auf VAC-Überführungen ausgeweitet. Die ESL-Verantwortlichen ergänzen aber auch, dass solche Policy-Änderungen nie in Stein gemeißelt seien.

Für die Änderung hagelt es durchaus Kritik - beispielsweise durch Marc Winther, den Chef hinter den ESL-Konkurrenten Dreamhack Masters, der die neue Regel »einfach nicht begreifen kann«. Auch Spieler wie Finn »Karrigan« Andersen von Faze Clan zeigen ihr Unverständnis:

Valves eigene Major-Turniere schließen nach wie vor VAC-gebannte Spieler kategorisch aus, außerdem gilt die Regel auch innerhalb der ESL-Championships ausschließlich für VAC-Bans - anders gebannte Spieler (beispielsweise direkt durch Valve oder die Esports Integrity Coalition) müssen weiterhin draußen bleiben.

Match Fixing = Cheat?

Dass überführte Cheater nach zwei Jahren wieder um hundertausende Dollar spielen können, Wettbetrüger aber auf Lebenszeit gebannt werden, kritisiert nicht nur Karrigan im Tweet oben. Es ist der eigentliche Kern der Diskussion um die Regeländerung, die derzeit heiß in Foren wie Reddit geführt wird. Viele Fans wünschen sich seit Jahren eine Rückkehr des alten amerikanischen Lineups von iBUYPOWER, das 2014 ein Spiel absichtlich gegen eine Handvoll wertvoller Waffenskins verlor. Spieler und Team wurden gleichermaßen auf Lebenszeit gebannt. Ex-iBUYPOWER-Mitglieder wie Sam »Dazed« Marine und Joshua »steel« Nissan sind bis heute beliebte Counter-Strike-Spieler, deren Karrieren wegen des Vorfalls aber ein abruptes Ende nahmen. Einige Veranstalter laden die Profis immerhin als Kommentatoren und Analysten ein.

Will »Rush« Wierzba von Optic Gaming stellt eindeutig klar, dass ihm eine temporäre Sperre von Wettbetrügern deutlich lieber wäre, als eine Rehabilitation von Cheatern. Auch andere Profis denken ähnlich. Nicht jeder Fan und Zuschauer stimmt mit dieser Meinung überein, einer Vielzahl an Fans nach gehören beide Sorten von Spieler aus dem Profibereich komplett verbannt. Egal wie man persönlich bezüglich der Zukunft von iBUYPOWER-Spielern steht: Für eine Rückkehr von Cheatern gibt es kaum Befürworter.

Allerdings muss sich erstmal ein Team finden, das bekannte Cheater wie der französische Ex-Titan-Spieler KQLY aufstellen will. Der würde laut eigener Aussage sofort wieder spielen wollen. Allerdings glaubt der Profi nicht daran, dass sich jemals Teams und Spieler bei ihm melden werden, die ihm jetzt noch vertrauen würden.