Cryostasis: Sleep of Reason im Test | Seite 2
Gruseliger Arktis-Thriller
Kugeln im Lauf
Die Kämpfe in Cryostasis entwickeln eine ungewöhnliche Dynamik. Statt auf Gegnerhorden treffen Sie nie auf mehr als zwei Kontrahenten gleichzeitig. Trotzdem vermittelt das Spiel ein intensives Gefühl von Gefahr, denn Ihr Held bewegt sich vergleichsweise langsam und muss oft im Nahkampf antreten. Für die alten und langsam nachladenden Gewehre findet sich besonders anfangs nur wenig Munition. Zum Ausgleich bleiben die Axt, das Metallrohr und die Eisenkette auch später nützlich. Anders als in vielen aktuellen Ego-Shootern heilen Sie nicht automatisch, sondern frischen Ihre Lebenskraft passend zum eisigen Szenario an wärmenden Feuern, Fackeln oder Herdplatten auf. Nachteil der Eisbrecher-Umgebung: Die optische Abwechslung ist zwischen Krankenstation und Fracht-, Maschinen, und Mannschaftsräumen sehr schnell erschöpft, auch wenn die Entwickler die Umgebungen immer wieder einfallsreich auflockern, beispielsweise mit einem ungeheuer intensiven Tauchgang.
Die Zwischensequenzen sind wie alle Dialoge sehr gut vertont.
Stock im Getriebe
An Wärmequellen wie dieser Lampe frischen Sie ihre Lebenskraft auf.
Abwechslung hin oder her, an einem Kritikpunkt gibt es in Cryostasis nichts zu rütteln: den überzogenen Hardware-Anforderungen . Zugegeben, das Licht- und Schattenspiel ist stimmungsvoll, die Partikel- und Wassereffekte sind aufwändig, und einige Physikspielereien haben Sie so garantiert noch nie gesehen. Trotzdem fehlt dem Technikhunger jeder Maßstab, mit spielerischen Konsequenzen: Selbst halbwegs aktuelle Mehrkern-Prozessoren lassen die Nahkämpfe zu Ruckelorgien verkommen. Ihr nacktes Überleben wird dadurch zu oft zum Glücksspiel.
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