Crytek : Cevat Yerli Cevat Yerli Vor wenigen Wochen empfahl die Innenministerkonferenz der 16 deutschen Bundesländer ein Herstellungs- und Verbreitungsverbot so genannter, aber nicht näher definierter, Killerspiele – als Reaktion auf den Amoklauf von Winnenden. Nun bezieht der Crytek-Chef Cevat Yerli Stellung zu den politischen Forderungen: »Ein Verbot von Action-Spielen in Deutschland ist besorgniserregend, weil das bedeutet, dass wir als Spieleentwickler hier nicht arbeiten können. Wenn die Kreativschaffenden in Deutschland sich nicht an einem der bedeutendsten und zukunftsträchtigsten Kulturmedien beteiligen können, heißt das nichts anderes, als dass wir gezwungen sind, ins Ausland abzuwandern.«

Crytek gilt mit den Spielen der Crysis-Serie und ihrer zugrunde liegenden Technologie als Aushängeschild der Branche, auch international. Dementsprechend beachtenswert ist Yerlis Aussage zur Zukunft des Mediums und der Spieleschaffenden in Deutschland. Der Crytek-Chef sieht die Industrie um ihre Konkurrenzfähigkeit bedroht und erwachsene Bürger entmündigt. »Es besteht die Gefahr, dass die deutschen Talente wegen der aktuellen politischen Diskussion ihres gebührenden Platzes in der internationalen Spieleentwicklerlandschaft beraubt werden. Gleichzeitig würden den deutschen Konsumenten Werke der Unterhaltungskultur vorenthalten, die überall in der Welt als unbedenklich und unterhaltsam angesehen werden«, so Yerli gegenüber GameStar.

Online-Petition

Die Empfehlungen der Innenminister sorgte auch bei Spielern für Unmut. Als Reaktion auf die Konferenz, die sich des bestehenden Jugendschutzes und der bereits geltende Gesetzgebung zum Thema gewaltverherrlichende Spiele scheinbar nicht bewusst ist, wurde inzwischen eine Online-Petition auf der Webseite des Deutschen Bundestages gestartet. Ziel der Petition: Der Deutsche Bundestag soll sich gegen den Beschluss der Innenmister-Konferenz vom 5. Juni 2009 entscheiden, der ein "Herstellungs- und Verbreitungsverbot" von Action-Computerspielen vorsieht.
Bis heute haben fast 70.000 Bürger die Petition unterschrieben. Die Mitzeichnungsfrist endet am 19. August. Für eine Unterzeichnung müssen Sie sich auf der Seite des Bundestags anmelden.

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