Dark Souls 3 wiegt uns zu Beginn regelrecht in Sicherheit: Fast zu einfach erreichen wir das DLC-Gebiet für die erste große Erweiterung »Ashes of Ariandel«, die am 25. Oktober veröffentlicht wurde. Statt wie in den Vorgängern kompliziert Opfergaben darzubringen oder Monster zu besiegen, reden wir mit einem besonderen NPC und schon sind wir in der gemalten Welt von Ariandel.

Dort begrüßt uns eine malerische Schneelandschaft: Flocken tanzen so weit das Auge reicht und wir entzünden uns erst einmal gemütlich ein Leuchtfeuer. Das ist dann auch das letzte Mal, dass uns das Wort »gemütlich« in unserem Spieldurchlauf in den Sinn kommt. Der DLC ist zwar bereits auf Level 80 machbar und damit bei uns auf Stufe 95 eigentlich keine große Herausforderung, mit größeren Gegnergruppen ist aber trotzdem nicht zu spaßen.

Dark Souls 3 im Test - das schwierigste Souls aller Zeiten?

Gefährliches Winterwunderland

Kaum verlassen wir das sichere Leuchtfeuer, sehen wir uns so mit mehreren Kriegern konfrontiert, die mit Schilden, Feuerangriffen und Wurfspeeren aufwarten. Die schiere Übermacht lässt uns Reißaus nehmen und treibt uns prompt zwischen Feuerball schießende Bäume und ein zähnefletschendes Wolfsrudel. Immer wieder wirft uns der DLC in Gruppen von Monstern, vor allem anfangs sterben wir deshalb selbst für Dark-Souls-Verhältnisse ungewöhnlich häufig und haben Mühe, den richtigen Weg durch den verschneiten Wald zu finden.

Die einzelnen Gegner sind zwar für sich genommen keine große Gefahr, der DLC nutzt sie und ihre Eigenschaften aber so clever, dass sie schnell zu einer werden. Die Wikinger-Krieger am Anfang ergänzen sich nicht nur perfekt, sondern sind mit Feuer, Speeren und Schwertern in jedem Abstand ein Problem. Ähnlich sieht es mit dem Wolfsrudel aus: An sich sind die Wölfe leichte Gegner, heulen die Leitwölfe bei unserem Anblick aber, stürzt sich in Windeseile das gesamte Rudel auf uns und macht es fast unmöglich, noch zu entkommen - schalten wir also nicht schnell die Anführer aus, sind wir erledigt.

Es bleibt allerdings nicht immer bei Masse statt Klasse: In den folgenden Arealen wartet »Ashes of Ariandel« mit coolen und trickreichen Monster-Designs auf. Bei riesigen Giftspucker-Vögeln, blitzschnellen Kämpfern mit scharfen Wolverine-Klauen oder monströsen Kämpfern mit Pfeil- und Schlagattacken müssen auch wir uns regelmäßig überlegen, wie wir am besten vorgehen. Neben den ordentlichen Schadenswerten, sorgen so auch Gift, Blutverlut und Co. für Probleme.

Beim ersten Bosskampf sind wir so zwar noch nicht angelangt, hatten aber schon eine Begegnung mit Sir Vilhelm, einem NPC der uns am liebsten seine Klinge überbraten würde und wahnsinnig schnell ist. Insgesamt kommen schon zu Beginn drei neue NPC dazu - darunter auch die mysteriöse Herrin Friede und der wimmernde Kerl, der uns überhaupt erst Einlass in die neue Welt gewährt hat. Was es mit der gemalten Welt auf sich hat, wollen die uns auch nicht sagen - aber hey, es ist Dark Souls, was haben wir erwartet? Immerhin erfahren wir durch die kryptischen Bemerkungen, dass es wohl etwas mit unserer Natur als Aschener (»Ashen One«) zu tun hat.

Dark Souls 3 - Screenshots zum ersten DLC »Ashes of Ariandel«

Zu wenig für's Geld?

Landschaftlich bleibt der DLC dem Schneethema treu, sieht aber mit seinen Kirchen, Friedhöfen und verwinkelten Dörfern keinesfalls langweilig aus. Wie üblich sind wir so auch viel in der Vertikalen unterwegs, erklettern uns neue Bereiche, öffnen Türen und gelangen so an wertvolle Items. Die Welt von Ariandel lädt tatsächlich zum Erkunden ein, da die Leuchtfeuer als Speicherpunkte so großzügig gesetzt sind, dass wir trotz starker Gegner kaum Abschnitte wiederholen müssen.

Und zu finden gibt es dabei Einiges: Im DLC enthalten sind neue Waffen und Schilde, Rüstungen, Zaubersprüche, ein neuer Ring und ein paar wertvolle Story-Items. Damit lohnt sich ein Abstecher nach Ariandel definitiv, wie es mit der Spielzeit aussieht, ist aber noch unklar. Erfahrene Spieler sollen schon in unter fünf Stunden durchkommen, lässt man sich Zeit und erkundet viel, soll man aber bis zu zehn Stunden herausholen können. Wir werden das in unserem Test natürlich selbst überprüfen. Aktuell haben wir ungefähr zwei Stunden gespielt und erkunden das Gebiet rund um das dritte Leuchtfeuer.

Zum Vergleich: Damit entspräche die Länge des 15-Euro-DLCs in etwa einem der drei DLCs für Dark Souls 2. Die kosteten seinerzeit aber nur rund zehn Euro. Aktuell erscheint die Erweiterung uns so noch ein wenig zu teuer und stellenweise auch ein wenig zu einfach. Schließlich können wir uns relativ problemlos von Leuchtfeuer zu Leuchtfeuer hangeln und schwierige Gegner umgehen. Aber umso gespannter sind wir, was die gemalte Welt im Test noch so alles für uns bereit hält und ob der Schwierigkeitsgrad noch etwas anzieht. Schließlich warten ausgerechnet noch die Bosse und damit das erwartungsgemäße Highlight des neuen Gebietes auf uns. Für ein finales Urteil müssen wir uns deshalb noch etwas weiter in die eisige Aschewelt vorwagen.