DayZ : Im Schatten von DayZ hat sich offenbar ein lukrativer Handel mit Cheats und Hacks etabliert. Bohemia Interactive hat jedoch diverse Strategien, um gegen diesen Schwarzmarkt vorzugehen. Im Schatten von DayZ hat sich offenbar ein lukrativer Handel mit Cheats und Hacks etabliert. Bohemia Interactive hat jedoch diverse Strategien, um gegen diesen Schwarzmarkt vorzugehen.

Zum Thema DayZ ab 8,05 € bei Amazon.de Dass Cheater im Bereich des Online-Gaming ein relativ allgegenwärtiges Problem darstellen, dürfte mittlerweile wohl so gut wie jeder ernsthafte Spieler mitbekommen haben. Welch erschreckende Ausmaße das Ganze zwischenzeitlich angenommen hat, wurde nun allerdings erst durch den Vortrag »Once A Cheater Always A Cheater: Gotta Catch ‘Em All« auf der GDC Europe 2015 so richtig deutlich.

In dessen Rahmen machte Eugen Harton vom Arma-Entwickler Bohemia Interactive nämlich einige Umsatzzahlen von Cheat-Entwicklern öffentlich: Alleine mit dem Zombie-Survival-Onlinespiel DayZ machen professionelle Cheat-Portale demnach bis zu 100.000 US-Dollar Umsatz pro Monat. Einzeltäter sollen immerhin noch auf 40.000 US-Dollar kommen. Und selbst Amateure erreichen angeblich 5.000 US-Dollar Monatsumsatz.

Und das bei einem wenig kompetitiven Spiel, bei dem eigentlich die postapokalyptische Atmosphäre der Spielwelt im Vordergrund steht und kein Wettkampf mit den Mitspielern.

Für die Cheat-Programm würden mitunter zwischen einem und 500 US-Dollar fällig, führt Harton weiter aus. Abhängig sei das davon, wie selten und unbekannt ein dafür genutzter Exploit und wie verlässlich und mächtig das darauf basierende Programm sei.

Welche Maßnahmen Bohemia Interactive mittlerweile gegen die immer stärker wachsende Cheater- und Hacker-Szene ergreift, hat Harton dann auch noch verraten. Dabei greifen er und sein Anti-Cheat-Team auch zu kleinen Tricks, die größere Auswirkungen haben können.

So werden identifizierte Cheater und Hacker mittlerweile nicht mehr direkt gebannt, sondern mit einiger zeitlicher Verzögerung. So möchte man vermeiden, dass die Betrüger direkt wissen, aus welchem Grund sie aufgeflogen sind. Man wolle die illegal agierenden Cheater und die Cheat-Hersteller so stark wie möglich unter Druck setzen, damit sie möglichst viel Zeit verschwenden, so Harton.

Und auch weitere Strategie hat Harton verraten. Unter anderem werden immer wieder falsche Fährten in den Quellcodes gelegt und vermeintliche Sicherheitslücken offenbart. Außerdem habe man verhindert, dass DayZ im Windows-Testmodus lauffähig sei. Das erschwere den Cheat-Entwicklern die Arbeit ungemein, werde aber von vielen Entwicklerstudios als Anti-Cheat-Maßnahme unterschätzt oder schlicht übersehen.

Für Bohemia Interactive scheinen sich diese Maßnahmen in ihrer Gesamtheit zu lohnen: Mehr als 44.000 DayZ-Accounts haben die Entwickler bereits gebannt. Die Anzahl der katalogisierten Cheats und Hacks beläuft sich mittlerweile auf 400 Stück.