Problem Nummer 2: Pseudo-Aliens

Die Story von Hellfire begann nämlich in etwa so: Beim Feld von Bauer Lester ist ein Meteorit abgeschmiert und plötzlich wuchert da ein organisches Nest mit Rieseninsekten drin. Das düstere, grünschleimige Ding schrie förmlich »die Designer haben einmal zu oft Aliens geguckt« und wirkte im Kontext des eher gotisch inspirierten Hauptspiels ungefähr so passend wie Schokoladensoße zum Wiener Schnitzel.

Diablo: Hellfire : Ins organische Nest klettern wir auf dem Feld von Bauer Lester. Die Rieseninsekten waren aber nicht Jedermanns Sache. Ins organische Nest klettern wir auf dem Feld von Bauer Lester. Die Rieseninsekten waren aber nicht Jedermanns Sache. Zwar orientierte sich die Handlung im zweiten neuen Dungeon wieder sehr viel näher an Diablo, aber da war der Schaden (zumindest für mich) bereits angerichtet. Klar: Diablo dürfte nie in Gefahr geraten, mit Dragon Age verwechselt zu werden, aber die Reihe hat trotzdem ihre ganz eigene Atmosphäre, und da zwickten und zwackten diese Pseudo-Aliens wie ein schlecht sitzender Anzug.

Dabei machte das Addon ansonsten viele Sachen richtig. Endlich konnte ich in Tristram rennen! Naja, schnell gehen trifft es eher, aber immerhin. Und ich konnte »Apokalypse« endlich als Zauberspruch lernen. Und es gab eine versteckte »Cow-Quest«, die den legendären »Cow-Level« wunderbar auf die Schippe nahm. Und dann war da noch die neue Charakterklasse…

Unproblematisch: Unfertige Klassen

Moment. Eigentlich waren da drei neue Charakterklassen. Der Mönch war lediglich die »offizielle«. Inoffiziell ließen sich mit einem Texteditor nämlich noch eine Bardin und ein Barbar freischalten – und in die Bardin habe ich mich Hals über Kopf verliebt.

Diablo: Hellfire : Im Hauptmenü ist lediglich der Mönch als neue Klasse auswählbar. Im Hauptmenü ist lediglich der Mönch als neue Klasse auswählbar. Gut, eine Schönheit war sie nicht (aus Zeitgründen wurden beide Klassen nie offiziell fertiggestellt und verwendeten Charaktermodelle aus dem Hauptspiel), aber verdammt nochmal, ihre Klassenfähigkeit war unfassbar sexy: Sie konnte Gegenstände identifizieren. Einfach so! Ohne eine Spruchrolle, ohne einen umständlichen Abstecher zurück nach Tristram, mitten im Dungeon, wann immer ich wollte, so oft ich wollte. Was das an Zeit und Latscherei sparte! Der Mönch hatte vielleicht ein eigenes Charaktermodell und konnte mit seinen Stöckchen Ninja spielen, aber im Vergleich zu meiner Bardin war der Kerl so attraktiv wie ein nasser Iltis.

Ausgerechnet eine latent unfertige Charakterklasse also ließ mich mit dem Höllenfeuer dann doch noch lauwarm werden. In den Multiplayer habe ich meine Bardin allerdings nur einmal gelassen. Das lag zum einen daran, dass Hellfire sowieso nicht mit dem Battle.net kompatibel war und sich nach dem ersten Patch nur mit Tricks und Texteditoren zur LAN-Unterstützung überreden ließ. Viel schlimmer indes waren meine Freunde. Nach einer nächtlichen Hellfire-Lan in Axels Partykeller weiß ich jetzt nämlich, bei wie vielen »duhu, kannst du mir das eben mal identifizieren« meine persönliche Tobsuchtsgrenze liegt: 37.

Wissenswertes über die Diablo-Serie
Von muhenden Blizzard-Mitarbeitern, in Blut badenden Adeligen und um Ihre Zahnpflege besorgte Höllenbestien – In unserer Diablo-Historie haben wir 25 Fun-Facts und Geheimnisse der Diablo-Serie ausgegraben und in einer Galerie zusammengefasst.