Die Siedler Online in der Vorschau
Gute Aussichten für Browser-Siedler
Wir hatten die Gelegenheit einen genaueren Blick auf Die Siedler Online werfen und mit den Entwicklern zu sprechen. Was das Spiel mit Käsebroten zu tun hat, erklärte uns Lead Game Designer Guido Schmidt.
Von
Hanno Neuhaus
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Datum:
25.10.2010
Wer am Release-Tag von Die Siedler Online frohlockend zum Spielehändler seines Vertrauens rennt, wird sich wundern: Kein Spiel im Laden zu finden. Mysteriös! Was ist passiert? Zum einen ist Die Siedler Online ein Browserspiel, wird also nicht im Laden verkauft, und zum anderen wird es komplett kostenlos sein. Doch, wo ist der Haken?
Nun, einen Überflieger in Sachen Grafik sollte man, aufgrund der technischen Limitierung von Browserspielen, besser nicht erwarten. Nichtsdestotrotz sieht die schön gezeichnete 2D-Grafik einfach hübsch und den Umständen entsprechend sehr hochwertig aus. Um auch Spieler mit schwachen Internetverbindungen nicht auszuschließen, haben sich die Entwickler noch einen kleinen Trick einfallen lassen: Statt dauerhaft Informationen zwischen Client und Server auszutauschen, werden nur in regelmäßigen Abständen die Daten zwischen den beiden synchronisiert, was schwache Leitungen deutlich entlastet.
My Home is my Castle
Die Heimatwelt kann nicht von anderen Spielern angegriffen werden.
Startet man das Spiel zum ersten Mal, sieht man die grünen Weiten einer großen Insel vor sich. Dieses Eiland gehört dem Spieler. Hier ist man sicher vor Angriffen und kann sich ganz dem Bau einer großen Siedlung hingeben. Zwar wird es hier auch einige Räuberlager geben, diese verhalten sich aber passiv und müssen nur bezwungen werden, wenn man das eigene Reich vergrößern will. Dies wird früher oder später nötig sein, wenn kein Platz mehr in den eigenen Grenzen ist. Bis dahin muss aber viel gebaut und produziert werden.
Siedler-Veteranen werden viele der Gebäude und Produktionskreisläufe wiedererkennen. Beispielsweise sorgt der Holzfäller für Rohholz, was wiederum vom Sägewerk zu Brettern für den Hausbau weiterverarbeitet wird. Allerdings muss man dabei im Hinterkopf behalten, dass es sich bei Die Siedler Online nicht um ein Echtzeitstrategiespiel handelt. Zwischen dem Start einer Produktion und der Fertigstellung können – je nach Qualität der Ware – mehrere Stunden vergehen. Die Spieler müssen dabei nicht die ganze Zeit vor dem Monitor sitzen, sondern können beispielsweise morgens vor der Arbeit einige Aufträge erteilen und abends die Erträge einstreichen. Bis auf wenige Ausnahmen, werden alle Gebäude bis zu viermal aufstufbar sein. Pro Level verdoppelt sich dann zwar der Ertrag eines Gebäudes, allerdings verbraucht es auch mehr Rohstoffe bei der Herstellung.
Ein spezielles Gebäude ist das sogenannte »Proviantlager«, in dem verschiedene Gegenstände hergestellt werden können. Darunter sind dann Dinge wie die »Deftige Stulle«, mit der man die Produktion eines Gebäudes für zwei Stunden ordentlich beschleunigen kann. Unter den vielen Rezepten befindet sich dann auch das eingangs erwähnte Käsebrot. Entstanden ist es, als die Entwickler die Chat Funktion in einem Video vorstellen wollten und ein Chatpartner gebeten wurde, irgendetwas zu schreiben. Seine Antwort: Käsebrot. Innerhalb der Community wurde daraus ein Running Gag und die Entwickler machten sich den Spaß, den Gegenstand ins Spiel zu integrieren.
Auf, in die große, weite Welt!
Die Siedler Online beschränkt sich allerdings nicht nur auf den Aufbau einer Siedlung. So kann man mit anderen Spielern handeln oder Freunden mit kleinen Geschenken unter die Arme greifen. Des Weiteren haben die Entwickler noch einige weitere Features in Arbeit. So wird es in naher Zukunft einen sogenannten PvE-Teil (Spieler gegen Spielwelt) geben, in dem die Spieler zusammen oder als Wettkampf untereinander bestimmte Ziele in eigenständigen Zonen abseits der Heimatwelt erreichen müssen. Diese sogenannten »Adventures« werden von kleineren Aufträgen wie »Vernichte die böse Hexe!« bis hin zu mehreren Szenarien überspannenden Kampagnen viele Möglichkeiten bieten, besondere Belohnungen, wie Ziergegenstände oder seltene Rohstoffe, zu erhalten oder sich einfach mit anderen Spielern zu messen. Letzteres wird auch über einen im nächsten Jahr kommenden PvP-Teil (Spieler gegen Spieler) möglich sein, in dem die Spieler sich dann – wie schon in den früheren Siedler-Spielen – bekämpfen können.
Ohne Moos, genauso viel los.
Fragt sich nur noch, wie man damit Geld verdienen will. Immerhin ist das komplette Spiel mit all seinen Inhalten kostenlos. Es wird aber die Möglichkeit geben sogenannte »Gems« mit echtem Geld käuflich zu Erwerben. Diese dienen als Währung im Spiel, mit der man sich viele Gegenstände direkt kaufen kann. Damit kann man das Wachstum einer Siedlung deutlich beschleunigen, da man sich viele Sachen direkt kaufen kann, ohne sie zu produzieren. Die Entwickler wollen allerdings dafür sorgen, dass zahlende Spieler den Spielern, die sich alles erarbeiten wollen, nicht völlig davonziehen.