Die Sims 3 im Test
Feuerwerk an Witz und Kreativität
Fazit der Redaktion
Christian Schmidt: Wer mit den Sims noch nie etwas anfangen konnte, wird sich durch Teil 3 kaum bekehren lassen. Neueinsteigern sei gesagt, dass das Spiel trotz seiner Niedlichkeit ganz schön komplex ausfällt, weil viele Anzeigen zu beachten und viele Funktionen zu erlernen sind. Lassen Sie sich davon nicht abschrecken! Je länger man spielt, desto eindrucksvoller zeigt sich, was für eine immense Vielfalt, Abwechslung und Detailverliebheit in Die Sims 3 steckt. Das Familienleben samt Sim-Editor und Hausbau entwickelt einen kreativen Sog, dem man sich schwer entziehen kann. Die gelungensten Spiele sind meist die, denen man nicht anmerkt, wie viel Arbeit und Sorgfalt in ihnen steckt. Die Sims 3 gehört dazu. Auch wenn EA die Serie wieder bis zum Geht-nicht-mehr melken wird: Ich wünsche diesem wunderbar sympathischen Spielspaß-Meisterwerk den Erfolg, der ihm gebührt.
Besser? Ja! Toll? Ja!
Daniel Matschijewsky: Eigentlich habe ich gar keine Zeit, diese Zeilen hier zu schreiben. Mein virtueller Daniel muss noch ein Pasta-Rezept lernen, Kekse backen, das Klo reparieren und seine Chefin verführen. Die Sims 3 schafft es wie kein anderes aktuelles Spiel, mich bei der Stange zu halten. Laufend bekomme ich etwas zu tun, meistere ebenso witzige wie motivierende Aufgaben, lenke meinen Sim gezielt in Richtung Karriere, Familie oder Weltherrschaft und entdecke auch nach Stunden noch neue Interaktionen, Geheimnisse und skurrile Leute. Die Sims 3 ist das, was ich mir als Serien-Veteran erhofft hatte: detailverliebt und motivierend, dabei vielseitiger und hübscher als der Vorgänger – kurz: ein Hit.
Mein zweites Leben
Petra Schmitz: Ich gehöre zu den Menschen, die mit den Sims noch nie was anfangen konnten. Jedenfalls nicht dauerhaft. Die Charaktererstellung macht Spaß, klar. Aber was für mich zu Beginn noch ganz lustig ist, nämlich meinen Sim bei den täglichen Aufgaben an der Hand zu nehmen, wird nach ein paar Stunden zur mühseligen Nervaufgabe. Da helfen auch die liebevollen Animationen und die zuweilen überraschenden Ereignisse nicht viel. Mir ist schleierhaft, wie Christian eine vierköpfige Sippe mit Freude verwaltet. Ich bin offenbar kein Familienmensch. Was Daniels und Christians Begeisterung allerdings eindrucksvoll beweist: Die Sims 3 ist mitnichten nur ein Mädchenspiel, sondern einfach eines, das man liebt – oder eben nicht.
Jungsspiel