Massenweise belagern Journalisten und Fachbesucher den E3-Stand von id. Sie harren bis zu einer halben Stunde aus, um einen Blick auf das neueste Machwerk der Skandal-Texaner zu werfen, den Schreckgespenstern deutscher Jugendschützer. Wer an den prüfenden Blicken des stämmigen Türstehers vorbeigelangt, findet sich in einem kleinen dunklen Raum wieder. Der könnte passender nicht sein, die Luft ist stickig und unerträglich heiß. Dann geht's los: »Alles, was Sie hier sehen, ist in Echtzeit mit der Doom-3-Engine gerendert.«

Handlungsfaden

Doom 3 : Küss mich: Speichel, Blut, Zähne und einzelne Adern sind dank der Polygonmassen nicht länger nur für Rendersequenzen reserviert. Küss mich: Speichel, Blut, Zähne und einzelne Adern sind dank der Polygonmassen nicht länger nur für Rendersequenzen reserviert. Das Gemurmel der circa 20 Zuschauer erlischt wie abgehackt, als id-Mann Marty Stratton Doom 3 startet. Eine karge Marslandschaft erstreckt sich über den riesigen Präsentations-Bildschirm, gefolgt von einem Kameraschwenk auf die Fabrikanlagen der UA Corporation. Vor dem Gebäude plauschen zwei schwer gepanzerte Wachen, während ein offensichtlich verstörter Wissenschaftler vorbeihuscht. Einer der Wächter nimmt den Helm ab, die heranzoomende Kamera offenbart ungeheure Massen von Polygonen. Mimik und Gestik wirken erschreckend realistisch und waren in dieser Qualität bislang nur aus vorgerenderten Zwischensequenzen bekannt. Der Wissenschaftler hat sich inzwischen Zugang zu einem Computerterminal verschafft, flackerndes Licht beleuchtet sein Gesicht, eine Gänsehaut-Stimme redet ihm eindringlich zu. Plötzlich ist Schluss mit lustig: Explosionen erschüttern die Fabrikanlage, Maschinen und Kisten stürzen zu Boden, und ein tiefrotes Höllenportal öffnet sich aus dem Nichts.

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Die traditionellen Totenköpfe entschweben elegant dem Portal, kündigen das Ende der uns bekannten Zivilisation an und assimilieren kurzerhand das Wachpersonal: Die Männer werden von Krämpfen geschüttelt, die Knochen treten unter der langsam ergrauenden Haut hervor. »Nur ein Mann« kann das Schicksal abwenden, erfahren wir. Aus der Dunkelheit tritt ein einsamer Marine hervor -- das Spiel wechselt in die First-Person-Perspektive.