FarCry3 - Revolution statt Neuauflage

Die Tatsache dass Far Cry 3 bereits im Vorfeld mit seinem eher mässigen Vorgänger (Far Cry 2 - 2008) verglichen wurde, lässt es wohl noch...

von - Gast - am: 06.12.2012

Die Tatsache dass Far Cry 3 bereits im Vorfeld mit seinem eher mässigen Vorgänger (Far Cry 2 - 2008) verglichen wurde, lässt es wohl noch strahlender erscheinen.
Die nervige Malariakrankheit wurde entfernt, das ewig lange Reisen durch Schnellreisen vereinfacht und die ständig neu spawnenden Gegner an langweiligen Aussenposten wurden durch richtige Stützpunkte ersetzt.

Aber auch ohne den Vergleich zu seinem Vorgänger kann sich Far Cry 3 sehen lassen.

Die Story ist sehr spannend erzählt und wird auch durch die Wahl der Charaktere sehr gut untermalt. Besonders beeindruckend sind hier die Zwischensequenzen welche die Handlung vorantreiben. Die Tonspur der einzelnen Charaktere ist bei genauem Hinsehen ab und an ein wenig verschoben, ihr Inhalt dafür um so perfekter. Far Cry 3 hat für mich definitiv die beste - auch deutsche - Synchro seit langem! Zwar wirken alle Stimmen sowohl in der deutschen wie auch der Englischen Version sehr eindrücklich, reichen aber bei weitem nicht an die schlichtweg geniale Vertonung des Bösewichten Vaas heran. Selbiger klingt vor allem in der deutschen Version sehr glaubwürdig gespielt. Auch die Geschichte an sich enthält eine sehr glaubwürdige Story, was man vor allem am eigenen Charakter beobachten kann.
Während Jason anfangs noch panische Angst vor den Piraten hat und somit perfekt in die Rolle eines "normalen" jungen Touristen passt, wandelt er sich im Laufe der Story immer mehr zum unfreiwilligen Helden. Durch seine im Spiel immer wieder erscheinenden Kommentare, zum Beispiel beim Häuten eines erlegten Tieres, wirkt Jason in seiner kompletten Entwicklung sehr glaubhaft. Nicht zuletzt durch diese Glaubhaftigkeit ist es für den Spieler ein leichtes sich in Jasons Lage zu versetzen und das Spiel mit vollen Gefühlen zu geniessen.

Die Missionen sind sehr vielfältig.
Zwar läuft meist alles Shootertypisch auf das "Töte X" oder "Samme X" hinaus aber Far Cry 3 schafft es dies mit seiner Umgebung und gezielt eingesetzten Storyelementen so sehr zu vertuschen, dass schlussendlich nur ein wahres Feuerwerk an Vielfältigen Missionen entsteht. Auch die Wahl der Erfüllung, ob wir lieber unentdeckt bleiben oder Rambo nachahmen, die wir in jeder Mission selbst treffen können motiviert sehr immer neue Vorgehensweisen auszuprobieren.
Nebenbei gibt es einige Rennmissionen sowie Jagd- und Kopfgeldaufträge.

Die KI liebt Steine.
Die KI ist in Far Cry 3 generell sehr gut gestaltet. Die Gegner reagieren schnell auf Auffälligkeiten oder gar Leichen und lösen den ggf. bereitstehenden Alarm aus. Allerdings lassen sich Gegner mit geworfenen Steinen ziemlich einfach voneinander trennen und ausschalten. Selbst dies wirkt durch die immer unterschiedliche Umgebung aber jedes mal aufs neue spannend und herausfordernd. Wenn's zu langweilig wird also doch wieder zurück zu Rambo.

Die Ausrüstung existiert Anfangs nicht.
Genauer gesagt, nur sehr sporadisch. Der Spieler startet das Spiel als Jason nämlich genau so wie dieser aus Vaas' Lager entkommen ist, mit leeren Händen. Nach und nach kann durch das vielseiteige aber stets simple Craftingsystem immer bessere Ausrüstung hergestellt und mit ihr mehr Waffen, Munition oder Spritzen tragen. Auch Spritzen sind ein Teil des Craftingsystemes, sie werden nämlich aus verschiedenen Pflanzen hergestellt. Dadurch bezieht Ubisoft diese "nette Erweiterung" vollends in das Spiel ein und motiviert damit jederzeit auch einige der kleinen Jagdaufträge abzuschliessen oder einfach im Jungel umherzuschlendern.

Die Waffen werden erst nach und nach durch das erklimmen von Fünktürmen freigeschalten oder kostenlos angeboten. Da man Anfangs ohnehin nur eine Waffe tragen kann und das erklimmen dieser Funktürme auch für den allgemeinen Entdeckergeist wichtig ist, spielt das aber wunderbar ineinander ein.

Durch das Sammeln von typischen Sammelelementen wie Relikten und Briefe aus dem zweiten Weltkrieg lassen sich zudem spezielle Waffen freischalten, mehr will ich an dieser Stelle aber auch noch gar nicht verraten.

Die Talentbäume binden einige RPG-Elemente ein und gestalten so das Spiel noch dynamischer. Die drei Skillbäume lassen sich gut kombinieren und ermöglichen es dem Spieler seine eigene Spielweise nach belieben auszubauen. Wer zum Beispiel gerne Heimlich vorgeht, was zu empfehlen ist, kann nebst dem Takedown den man als Tutorial erlernt weitere Fähigkeiten wie Sprung-Takedowns und Ketten-Takedowns freischalten.

Die Grafik wirkt abgesehen von einigen Blut- und Clippingfehler sehr gut. Die helle Umgebung passt perfekt zur tropischen Urlaubsinsel und wird dank hoher Kantenglättung und beeindruckenden Schatteneffekten auch so übertragen. 

Technische Probleme sind selten.
Anfangs hatte ich ein verbreitetes Soundproblem, was dazu führte, dass ich keine Stimmen und direkte Erzählungen sondern nur Umgebungsgeräusche hören konnte.
Dies lies sich allerdings mit einem Tipp der Communtiy leicht beheben. Alle weiteren mir gekannten Bugs wurden bereits mit dem Patch 1.0.2 gefixt.

Lieber zusammen ?
Der Kooperative Modus von Far Cry 3 erzählt eine ganz eigene Geschichte. Hier fehlt zwar das open-world Konzept, durch die spassigen Ballereien zu viert rückt dies aber auch sehr in den Hintergrund. 
Der Multiplayer Part ist nichts neues, klassische Modi, klassische Kämpfe die in der Südsee Atmosphäre aber immer mal wieder einige Abwechslung bereit haben. Vor allem der, wie auch im Vorgänger schon vorhandene, Karteneditor macht ein aktives Eingreifen der Community möglich. - Und die eigene Kreativität gemixt mit einem grossartigen Spiel machen noch doppelt so viel Spass.

Alles in einem ist Far Cry 3 für mich der Hit des Jahres der in vielen Punkten an klassische Ego Shooter erinnert, sich aber mit stimmungsvoller Jungelatmosphäre, einer packenden Story und einem realistischen Craftingsystem klar von diesen abhebt. Klare Kaufempfehlung!

 


Wertung
Pro und Kontra
  • Gute Atmosphäre
  • Glaubhafte Charaktere
  • Perfekte Synchronisation
  • Fesselnde Story
  • Verschiedene Spielweisen
  • Teils sehr einfache KI
  • Wenige Clippingfehler
  • Nebenmissionen werden gegen Ende langweilig

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

eher leicht

Bugs:

Nur sehr wenige

Spielzeit:

Mehr als 20, weniger als 40 Stunden



Kommentare(2)
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