Kurz zur Einleitung was zu mir, damit ihr nachvollziehen könnt wie ich bewerte. ich zocke seit 19 Jahren Games, mit dem indizierten Klassiker von ID habe ich angefangen. Zu meinen Lieblingsgeneres gehören Simulationen, Shooter/Action und Strategiespiele.
Farcry3, ich habe nach dem enttäuschenden zweiten Teil auch sehr hohe Erwartungen in den dritten Teil gesetzt, die zum Teil aber nur erfüllt wurden. Für den Singelplayer habe ich jetzt gute 12 Stunden gebraucht, davon 3 Stunden mit dem Jagen und Ausrüsten verbracht.
Test
Nach einem gut inszenierten Intro was auch gleichzeitig als rudimentäres Tutorial fungiert, wacht man in einer Hütte auf und wird von einem Einheimischen begrüßt. Man wird noch etwas weiter in die Spielmechanik eingeführt und das so eine Art Krieg herrscht, zwischen den Piraten und den Locals. Wir helfen den Locals und die dafür uns.
Hinein ins Abenteuer, gestern noch Student der kifft und säuft, heute Freischärler für eine vermeintlich gute Sache. Zu Anfang hilft uns Dennis via Handy Anweisungen und was als nächstes auf dem Plan steht. Das Inselparadies ist eine Mischung aus den Slums von Sao Paulo und Guadalcanal. Insgesamt wirkt es erstmal alles stimmig, aber auf dem zweiten Blick, hat man das Gefühl es fehlt was. Die KI des Spiels ist Zonen gebunden, das heißt, die agieren nur in einem bestimmten Umfeld. Zwischen den Zonen ist die Karte leer. Es gibt viele Orte, wie Hütten, Wracks und Höhlen, wo ich am Anfang gedacht habe, super rein da erforschen, allerdings außer den 100.000 Loot-Kisten und Relikte ist da nix zu finden. Keine Bücher, Schriften, Laptops oder so was einem ein wenig Story bringen würde. Es gibt nur die Briefe der Soldaten der Japaner, die was erzählen und die Laptops mit Drogen Rezepten. Allerdings wirklich unlogisch, da haben sich zum Teil schon Bewohner eingerichtet in den Bunkern und die Leiche mit den Briefen lassen sie liegen? Also ich schau Samstags kein TV mit einer Leiche im Wohnzimmer. Das ist auch das was andere Hersteller besser können...ja ich bin Fallout Fan. Das man kein Befriedigung erhält, wenn man rumreist, erzeugt auch das Gefühl der Leere. Warum mache ich das? Da haben die Macher sehr viel Potential verschenkt.
Aber wenn das Exploring schon nicht so toll ist, dann vielleicht das Jagen. Um mehr Ausrüstung tragen zu können muss man bestimmte Dinge aus den Fellen/Häuten herstellen und Pflanzen sammeln. An sich eine schöne Idee, allerdings auch völlig unlogisch, ob ich einen Rucksack aus Wildschein herstelle oder Tigerfell. In beiden Fällen wäre immer genug Material da. So schlitze ich für eine Geldbörse erst Schwein, dann Tapir und zum Schluss Hai auf. Okeeeeeee. Das hätte man mit Anleitungen machen können und für eine bestimmte Ausrüstungsrichtung eine Tierart verwenden. So schlitzt man sich munter durch die Welt, da man auch nicht weiss, was man für das nächste Element braucht. Zum Glück kann man die Felle für bis zu 40 Dollar verkaufen. Will man bei jeder Ausrüstung das Maximum haben, muss man die sogenannten Hunter Quests machen, allerdings hier weiss man auch nicht wofür. Hat man die Gegenstände vorher nicht hergestellt, kann man das Fell nicht nutzen. Belegt also nur unnötig Platz im begrenzten Inventar, da man die nicht verkaufen kann! So ein Blödsinn. Bei den Pflanzen ist es genau das selbe. Die Rezepte bekommt man im Spielverlauf und die Pflanzen stacken nicht im Inventar. Zu Anfang sehr ärgerlich. Man nutzt im Spiel eh nur eine sehr begrenzte Anzahl an "Tränken" da nur diese wirklich einen Nutzen haben.
Ok haben wir uns rudimentär ausgerüstet, geht es daran den ersten Posten der Piraten aus zu heben. Wer es schafft, ohne Alarm und gesehen zu werden alle Gegner eliminiert, bekommt das max. an Erfahrungspunkten. Da liegt auch der Haken des Spiels, mit einem Sniper Gewehr oder Pistole mit Schalldämpfer ist das kein Problem. Zumal der Charakter auch Takedowns kann, also das eliminieren des Gegners mit dem Messer und lautlos. So hat man schon sehr früh die Möglichkeit massig Punkte, Geld und EXP zu bekommen. Wozu dann noch alles andere erledigen? Die Posten dienen auch als Safehouse und man hat die Möglichkeit hier per Fernbestellung an einem Schrank Waffen zu kaufen und sich auszurüsten. Mit dem Erobern des Postens hört auch schlagartig die Gegner Präsenz in dem Gebiet auf. Der Gegner versucht auch nicht den Posten wieder einzunehmen. Wieder massig an Potential verschenkt. Man frässt sich so von Posten zu Posten bis die Landschaft befreiet ist, dann ist Ruhe.
Das war auch der Grund warum ich mich dann wieder der Geschichte zu gewand habe. Der Plot ist spannend erzählt und es tauchen sehr viele interessante Charaktere auf. Allerdings meine persöhnliche Meinung, Vaas ist eher ein Idiot als Oberschurke, so wie der handelt. Da gibt es gibt bessere Figuren im Spiel. Es gibt einige Logik Fehler, darüber kann man wegsehen. Die Orte die man zum Teil bereist, sind einfach großartig gebaut, aber auch hier wieder ich will da erforschen und wissen was da gelaufen ist. Das fehlt im ganzen Spiel. Nach gut 8-12 Stunden hat man den Plot durch und ist recht gut Unterhalten worden. Wäre ein schöner Spielfilm. Nach dem Finale hat man die Möglichkeit weiter auf der Insel zu bleiben und seine Aufgaben zu erledigen. Aber warum?
Hier mal ein paar der Mechaniken einzeln vorgestellt:
Funktürme
Eines der Schlüsselelemente ist das Einnehmen der Funktürme damit die Sicht auf der Ingamekarte freigeschaltet wird. Für jeden Turm gibt es dann auch als Bonus freie Waffen im Shop. Hier meine erste Kritik, die Türme sind frei zugänglich, bis auf eine Kletterpartie, wer warten kann, braucht so so gut wie kein Geld für Waffen ausgeben. Der Unterschied am Anfang, sind mehrere tausend Dollar, die man sonst mit Looten von 20-30 Dollar Beträgen verdienen muss und mit Nebenmissionen die im Schnitt 200 Dollar bringen.
Pro: man erhält keinen sofortigen Überblick über die Größe der Insel. Es wird Spannung aufgebaut
Contra: nervige Kletterpartie, sofort zugänglich, zu schnell kostenlose Waffen
Skillpunkte
Das zweite Element sind die Tataus(Tattoos) die die Skills des Spielers repräsentieren. Es stehen drei Bäume zu Verfügung in den Kategorien Stealth und Kampf, Umwelt und Reisen, Spieler. Es wird pro Stufe ein Skillpunkt vergeben, die man dann in einem Skillbaum vergeben kann. Allerdings haben diese Punkte keine maßgeblichen Einfluss, auf das Spiel. Es erleichtert nur. Ich hatte bis zur 5. Mission gute 14 Punkte gesammelt und wusste keine gute Möglichkeit die einzusetzen.
Pro: es gibt eine kleine Möglichkeit den Spieler zu individualisieren
Contra: keine wirkliche Auswirkungen auf das Spiel
Waffen
Die sind grafisch sehr schön umgesetzt und es sind auch reichlich davon vorhanden. Auch nette Einfälle wie eine Signal Pistole und ein Bogen sind dabei. Die Waffen sind in Kategorien unterteilt wie Pistolen, SMGs, Gewehre, LMGs, Granaten, Werfer und Sonderwaffen. Netter Einfall hier, neben dem Ausrüsten von Visieren, Schalldämpfer, Magazinen kann man den Waffen einen Anstrich verpassen. Gegen Kohle natürlich. Jede Waffe hat eine bestimmte Anzahl von Slots die man belegen kann. Stufe 0(keine Slots), Stufe 1(ein Slot), Stufe 2(zwei Slots). Was mir aber aufgefallen ist, die Reichweite der Waffen wird vom System begrenzt, in der Art das nach x Metern die Kugel einfach nicht mehr ankommt. Am meisten fällt das beim SMG auf, wo man eigentlich noch Treffen könnte. Besonderheit hier, es gibt sogenannte Signature Waffen, die man als Bonus bekommt, wenn man bestimmte Bedingungen erfüllt. Wie zum Beispiel alle Funktürme erobert. Die Waffen sind zum Teil besser als ihre normalen Vertreter auf dieser Stufe. Allerdings wird nicht gesagt welche Waffe man bekommt, wenn man was erfüllt hat.
Hauptkritikpunkt ist hier, die Waffen haben keine Ballistik. Das würde dem Spiel noch mehr Atmosphäre geben. Man hat als Beispiel so schöne Möglichkeiten zu snipern, allerdings ist das keine wirkliche Aufgabe. Kreuz drüber und fertig. So sind auch viele Lager der Gegner zu säubern mit dem max. an Erfahrungspunkte.
Pro: Ein schönes Set an Waffen für jeden Spieltyp was dabei, gute Individualisierung, grafisch schön umgesetzt.
Contra: Zu stark schon am Anfang, man hat das Gefühl der absolute King zu sein, keine Ballistik,
Fahrzeuge
Von Jeeps, Autos, Booten über JetSkies und LKws ist alles da. Zum Teil fahren sich die Boliden aber recht komisch. Da fährt ein 2,5t Jeep wie ein Flummi durch die Landschaft, warum hat ein Auto ein Wedekreis von 5m? Das sieht echt so aus, als könne man auf der Stelle drehen. Es macht Spass damit rumzuheizen, allderdings nutzt die KI die Fahrzeuge auch und es kommt allzuoft zu witzigen Situationen, weil die Routine das einfach nicht gehandelt bekommt. Man nutzt die Fahrzeuge auch nur für kurze Strecken, da man Schnellreisepunkte hat.
Rezepte / pflanzen
Von den Rezepten sind nur ein paar wirklich brauchbar und der Rest nur schmückendes Beiwerk. Die Aufgaben kann man auch völlig ohne erledigen. Je nach Spieltyp macht man sich das Leben einfacher, aber da das Spiel eh schon recht einfach gehalten ist, nicht
nötig. Die einzige Hilfe die man oft nutzt, ist Heilung und Feuerschutz die man schon früh erhält.
Crafting
Eine gute Idee aber zu durcheinander umgesetzt. Man muss diverse Sachen wie den Rucksack und Munitionstaschen herstellen, sonst wird es eine elendige Lauferei. Schwachpunkt ist, man erfährt nicht welche Sachen man für was braucht. Man muss immer den Gegenstand vorher erst herstellen. So reist man erstmal kreuz und quer durch die Gegend bis man die Tiere gefunden hat. Unnötig.
Menü und Haptik
Eine der großen Schwächen. Das Menü im Spiel ist für PC Nutzer eine Qual. Man haut ständig auf die ESC Taste und teilweise funktioniert das Scroling nicht. Da hätte man definitiv Unterschiede machen müssen, zwischen Konsole und PC. Zumal man das Menü sehr oft nutzen muss, durch die Rezepte Erfolge usw. Auch die Minimap is wirklich mini. Man sieht keine 100m im Umkreis. Sehr nervig grade wenn man Auto fährt.
Grafik
Zur Grafik schreibe ich nichts Ausführliches, da jeder andere Einstellungen nutzt. Sie erfüllt ihren Zweck, die Charaktere und alle nahen Objekte sind sehr schön umgesetzt, allerdings merkt man an vielen Stellen die Zugeständnisse an die Leistung, aber gut kaschiert. Keine aufploppenden Bäume wie in Risen2 zum Beispiel. Die Vegetation wiederholt sich allerdings zu häufig und die Farben sind zu krass. Die Südsee sieht nicht so aus. Aber mit dem Effekt möchte man Urlaubsfeeling erzeugen. Der eine mag es der andere nicht. Ich mag eher den Stil wie in ARMA.
Fazit:
Es hätte ein astreiner AAA Titel werden können. Besser als Farcry2 ist es, allerdings kommt es durch das verschenkte Potential nicht an Titel wie Skyrim oder Fallout ran. Dafür fehlt zu viel Atmosphäre und die Langzeitmotivation ist nicht gegeben. Die Story ist super erzählt und spannend, aber auch hier im Prinzip nicht länger als in anderen Action Shootern auch.


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