Special: Grepolis | Seite 2
Hundert Inseln mit viel Bergen
Stärken und Schwächen
Grepolis spielt sich sehr klassisch. Bauen, forschen, rekrutieren stehen im Vordergrund, es gibt weder Helden noch Quests, weder Errungenschaften noch besondere Ereignisse. Das hört sich vielleicht unspannend an, doch Grepolis erweist sich als durchdacht.
Denn das Zusammenspiel zwischen Forschung, Göttern und dem Erobern neutraler Dörfer funktioniert, man hat immer ein Ziel vor Augen (zweite Stadt gründen, mythische Einheiten rekrutieren, Leuchtturm bauen…). Das motiviert auch langfristig.
Etwas schwach fanden wir das Tutorial, das uns nach sehr kurzer Zeit ratlos alleine lässt. WIE man alles macht, war uns klar, doch WAS man machen sollte, das offenbaren erst das sehr gute Wiki und das Forum. Klasse hingegen: Der Kampfsimulator, der nach Eingabe (oder Reinkopieren per Buttonklick) aller beteiligten Truppen, Götter und so weiter ein voraussichtliches Ergebnis ausspuckt.
Das hilft vor allem beim Erobern neutraler Dörfer, kann bei menschlichen Gegnern aber furchtbar in die Hose gehen, wenn der letzte Spionagebericht veraltet oder Verstärkung angerückt ist. Trotzdem hilft das praktische Tool vor allem beim Ausklamüsern der besten Truppenzusammenstellung.
Denn die ist aufgrund des extremen Stein-Schere-Papierprinzip ausgesprochen wichtig: Bogenschützen sind super Verteidiger, aber gegen Streitwagen machtlos, die wiederum gegen die dick gepanzerten Hopliten einen auf den Deckel kriegen.
Für wen geeignet?
Eile mit Weile: Das Strategie-Browserspiel Grepolis beginnt gemächlich, Sie bauen Ihre Stadt aus, forschen, stellen immer bessere Truppen und Schiffe zusammen - auch mit Hilfe der Götter. Erst nach Wochen geht's an die zweite Stadt.
Grepolis spielt sich extrem gemächlich – während zum Beispiel in
Lord of Ultima
bereits nach einer Handvoll Tage die zweite Stadtgründung angesagt ist, vergehen hier eine Handvoll Wochen. Trotzdem sollten Sie zwei bis dreimal täglich vorbeischauen und zumindest Ihre eroberten Dörfer »farmen«, sprich die Rohstoffe abgreifen. Das geht flott, bringt aber sehr viel Ressourcen auf einen Schlag, die ansonsten quälend langsam in Ihre Lager tröpfeln.
Bei Grepolis kommen vor allem diejenigen Strategen und Wirtschaftler auf ihre Kosten, die gerne Wochen im Voraus planen, wann genau welches Schiff erforscht, wann welche Kasernenstufe ausgebaut, wo die Zweitstadt gegründet werden soll.
Denn abgesehen vom regelmäßig vorbeisegelndem Händler mit seinen schwankenden Angeboten lässt sich alles sehr exakt vorausberechnen – es sei denn, ein anderer Spieler funkt dazwischen. Wie wir festgestellt haben, halten die menschlichen Bewohner einer Insel jedoch meist gut zusammen. Krieg gibt’s dann erst mit dem Nachbar-Eiland.