Guild Wars 2 im Test
Aktuell konkurrenzlos
Fazit der Redaktion
Petra Schmitz: Da geht er hin, mein wochenendlicher Tagesrhythmus. Statt mich samstag- oder sonntagmorgens gemütlich mit einem Kaffee dem aktuellen Weltgeschehen zu widmen, widme ich mich derzeit ausschließlich dem Servergeschehen. Rechner an, Guild Wars 2 an, »B« gedrückt, den Status von Kodasch im Vergleich zu den beiden Konkurrenten gecheckt, nachgeschaut, ob schon jemand von der besten Gilde von allen (Hallo Narkap!) online ist und im Zweifelsfall gleich mit den anderen rein ins große PvP. Früh am Tag geht das ja ohne Probleme. Selbst an Wochenenden.
Guild Wars 2 hat mich genauso oder noch schlimmer erwischt, wie ich es befürchtet habe. Ich überlege schon, welche Klasse ich nach meinem Elementarmagier und meinem Ingenieur spielen werde. Ich wälze das Internet nach zündenden Ideen für meine Charaktere im kleinen PvP. Ich hab so vieles noch gar nicht gesehen und ausprobiert. Kurz: Ich muss dieses Spiel ganz dringend wieder loswerden. Doch so leicht ist das nicht, trotz der derzeitigen Bugs und Balance-Schnitzer.
Jochen Redinger: Da ich zu den Spielern gehöre, die gern jedes noch so kleine Detail ihres Charakters selbst bestimmen, hat mich schon die Charaktererstellung bei Guild Wars 2 einige Zeit gekostet – dafür konnte ich im Anschluss mit meinem adligen Krieger vollauf zufrieden in die neue Welt aufbrechen. Und war begeistert: Fantastische Ausblicke auf grüne Wiesen, verschneite Berggipfel, dampfende Dschungel und vor Geschäftigkeit summende Städte lassen mein Entdeckerherz gleich höher schlagen.
Um nicht wehrlos durch die Landschaften zu stolpern, hab ich alle Waffenkombinationen mal ausprobiert, bin aber letztlich doch beim Kampf mit zwei Schwertern hängen geblieben, weil der sich fantastisch dynamisch spielt – zuschlagen, ausweichen, das Ziel langsam ausbluten lassen. Und wenn’s allein mal nicht weitergeht oder ein Event ansteht, bilden sich ohne lästige Gruppensuche oder langes Warten schnell Schicksalsgemeinschaften.
Trotz der vielen beeindruckenden und unterhaltsamen Momente, die ich bisher erlebt habe, trüben auch einige Patzer das Spielerlebnis. Da wären zum einen die zu schnell wieder auftauchenden Monster und teilweise unfairen Story-Missionen, die oft nach dem gleichen Muster ablaufen: Ich durchsuche ein Gebiet und werde unausweichlich von etlichen, sehr starken Feinden umzingelt, die mich und meine Begleiter aus den Latschen hauen und den Kampf so in nerviges Dauersterben verwandeln.
Zum anderen ist es momentan noch ein Glücksspiel, ob ich mit Freunden auf den gleichen Überlaufserver oder in die Dungeons komme – solche Probleme schleifen sich allerdings naturgemäß nach den ersten Wochen ab. Unter dem Strich gibt es momentan kein MMO, das mich so fesselt wie Guild Wars 2.