Die angekündigten Veränderungen für die neueste Version von Counter-Strike wurden im Vorfeld heiß erwartet und skeptisch diskutiert. Ob die großen Änderungen auch wirklich Sinn machen, nur überflüssige Zierde oder gar Verschlimmbesserungen sind, erfahren Sie im folgenden.

Sprung in den Tod

Bis dato ähnelte das Geschehen auf den meisten öffentlichen Counterstrike-Servern zuweilen eher einem Fangspiel unter Kängurus als einem Taktik-Shooter: Viele Spieler bewegten sich nur hüpfend, um den Kugeln der Gegner auszuweichen.

Counter-Strike v1.4 : Der kleine Bombenplatz B auf der neuen Karte de_chateau. Der kleine Bombenplatz B auf der neuen Karte de_chateau. Damit ist jetzt Schluss. Denn mit der 1.4 könnte jeder Hüpfer den Tod bedeuten. Nach einem Sprung verringert sich nämlich die Geschwindigkeit des Spielers beim nächsten Schritt merklich. So bildet er ein leichteres Ziel. Die Reaktionen und Meinungen der Community auf diese Neuerungen gehen stark auseinander. Die einen lieben sie, weil das Spiel dadurch mehr Realität gewinnt. Die anderen ärgern sich, dass sie nicht mehr nach Belieben springen können und behaupten, dass Counterstrike dadurch massiv an Tempo eingebüßt hat. Wir halten die Änderung insgesamt für sinnvoll. Das Spielgeschehen gewinnt an Ruhe und Realismus. Jedoch wird der Einsatz von starken Fernkampfwaffen wie der AWM dadurch begünstigt.

Wachsende Fadenkreuze

Eine weitere Neuerung, die die Spielgewohnheiten maßgeblich beeinflussen wird: Wenn man sich bewegt, gehen die Balken des Fadenkreuzes auseinander und erschweren das Zielen. Stehen Sie still, schrumpft es wieder.

Counter-Strike v1.4 : Die Übersichtskarte gibt es jetzt nicht nur in HLTV sondern auch im gewöhnlichen Spectator-Modus. Die Übersichtskarte gibt es jetzt nicht nur in HLTV sondern auch im gewöhnlichen Spectator-Modus. Zudem streuen die Waffen im Lauf nun auch mehr. Das auf Karten wie de_dust oder de_train so beliebte Rushen (schnelles Vorstürmen) der Terroristen werden wir in Zukunft wohl seltener sehen. Die veränderten Fadenkreuze sind dazu gedacht, den Realismusgrad von Counterstrike zu heben und mehr Ruhe in Partien zu bringen. Manche Spieler behaupten, diese Änderung gehe zu weit und Counterstrike würde in Zukunft nur noch hockend gespielt. So schlimm ist es jedoch nicht. Aus dem Lauf zu treffen ist zwar jetzt schwerer, aber noch längst nicht unmöglich.

Kleinere, aber ebenso nennenswerte Neuerungen: Bomben können nur noch gelegt werden, wenn man still steht. In Zukunft liegen die kleinen C4-Pakete also da, wo sie hingehören und nicht im Wasser (de_aztec) oder eine Etage tiefer (de_dust2). Und Entschärfen plus Schießen geht nun auch nicht mehr.

Ich schau durch deine Augen, Kleiner

In Sachen Komfort hat sich eine Menge getan -- vor allem für ausgeschiedene Mitspieler. Das erste, was Sie nach dem entscheidenden Treffer sehen, ist der Gegner, aus dessen Lauf die tödliche Kugel kam. Danach können Sie das Geschehen nun aus mehreren Perspektiven verfolgen. Unter anderem sogar auf der schon aus HLTV bekannten Übersichtskarte. Und endlich dürfen Sie auch in Spielerperspektive selber schalten. So sehen Sie in Zukunft, wie Deathbringer und Mastakilla zielen und treffen und ob sie eventuell sogar eine verbotene Zielhilfe im Hintergrund laufen haben -- die seit der Version 1.4 wieder funktioniert.

Denn das von Valve vollmundig angekündigte eingebaute Anti-Cheat-Tool erkennt zwar alle anderen erprobten und für gut befundenen Anti-Cheat-Programme (Absicht?), aber einige der gefürchtetsten Cheats eben nicht. Noch schlimmer: Mit ein paar veränderten Einstellungen in der config.cfg beschert Ihnen Counterstrike 1.4 einen Wallhack. Demnach rechnen wir mit dem nächsten Counterstrike-Patch in spätestens drei Wochen.