Sie waren die Helden der 90er: Mech-Spiele wie die simulationsbetonte Mechwarrior-Reihe, das actionlastigere Heavy Gear oder der Echtzeitstrategie-Ableger MechCommander schickten zweibeinige Kampfkolosse in futuristische Schlachten. Im Cockpit hockte ein tapferer Pilot, der nicht nur gegen die Feinde kämpfte, sondern auch gegen Überhitzung. Seit der letzten Mechwarrior 4 -Erweiterung, Mercenaries , ist es leider ruhig um die Kampftrampler geworden – zehn viel zu lange Jahre!

Jetzt treten gleich zwei der Giganten wieder an, beide in der Free-2-Play Sektion: Mechwarrior Online haben wir bereits ausgiebig gespielt, doch wie schlägt sich Hawken in der Open Beta gegen die starken Marken-Mechs? Eins vorab: Beide spielen sich völlig unterschiedlich...

Open Beta und Release
Hawken läuft derzeit in der offenen Beta und ist damit für alle spielbar, auch der Echtgeld-Shop ist bereits integriert. Der offizielle Release des Spiels ist für 2013 geplant.

Drunter und drüber

Während wir in Mechwarrior Online vor allem bei den richtig schweren Mechs wie dem Atlas wirklich das Gefühl haben, fast 100 Tonnen durch die Landschaft zu wuchten, sind in Hawken sogar die dickeren Maschinen flink unterwegs. Und: Alle können kurzzeitig schweben! Im Gegensatz zum Konkurrenten, in dem nur ein Teil der Mechs Jumpjets eingebaut hat, sind Riesensprünge bei Hawken jederzeit und mit jedem Koloss möglich – vorausgesetzt, wir haben noch genug Spritreserven übrig. Das Treibmittel füllt sich zwar nach kurzer Pause wieder auf, trotzdem ist der clevere Einsatz von Sprüngen, Sprints und Ausweichmanövern taktisch wichtig.

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Hawken
Rasant: Wegen der verschachtelten Maps ist Hawken nahkampflastiger als der strategischere Kollege Mechwarrior Online.

Dementsprechend sind die (momentan noch wenigen) Maps aufgebaut: Wo bei Mechwarrior Online sehr weite Landschaften dominieren und beide Teams locker mal eine Minute aufeinander zustapfen, bevor der erste Schuss fällt, bietet Hawken kleine Areale – nach ein paar Sekunden prallen die ersten Gegner aufeinander. Was an Weite fehlt, machen die Maps durch Höhen und Tiefen wieder wett: In Industriekomplexen hüpfen wir auf Dächer, untertunnelte Häuserschluchten wimmeln vor Hinterhalten, in einigen Karten fördern leuchtende »Trampolins« den Kampf in allen Dimensionen.

Wie ein Shooter

Hawken spielt sich durch das flotte Tempo der Maschinen, ihr Gehüpfe und die engen Maps extrem schnell. Typische Shooter-Taktiken wie das Strafen, also das Umzirkeln des Gegners, sowie schnelles seitliches Ausweichen und Feuern um Gebäudeecken sind typisch. Dementsprechend wird Hawken ausschließlich mit Maus und Tastatur gespielt, eine Joystick-Unterstützung wie beim Genrekollegen gibt’s gar nicht erst.

Gestorben wird im Sekundentakt: Während man bei Mechwarrior Online selbst noch schwer angeschlagen weiterkämpfen kann, weil die Mechs unterschiedliche Trefferzonen haben, ist bei Hawken ruckzuck Schicht im Schacht –wenige kassierte Treffer reichen, schon explodiert die Maschine komplett. Dafür kann man gleich am Startpunkt neu anfangen, während man bei Mechwarrior Online zum (durchaus spannenden) Zuschauen verdammt ist.

Auch die Rollenverteilung der Mechs zeigt die Shooter-Ausrichtung von Hawken: Schwere Nahkampfmaschinen wie der Brawler kämpfen mit einer Flakkanone im einen, TOW-Raketen im anderen Arm. Der Sharpshooter-Mech setzt unter anderem ein Magnetgewehr mit Zoomfunktion ein.

Netterweise haben viele Waffen Sekundärfunktionen, die TOW-Raketen zum Beispiel können wir per Tastendruck schon im Flug sprengen. Neun Maschinen gibt’s momentan, allerdings müssen wir uns anfangs mit einem Einsteigermodell begnügen, die übrigen können wir erst gegen Credits freischalten – erspielt oder gekauft, dazu später mehr. Gelegentlich stehen einzelne Modelle aber auch mal für ein paar Tage zum Ausprobieren parat.