Hearts of Iron 2 im Test
Die komplexe Globalstrategie in der 2. Runde
Fazit der Redaktion
Es ist drei Uhr morgens, und eigentlich müsste ich schon längst im Bett liegen. Doch stattdessen beobachte ich mit Spannung, wie meine Fallschirmjäger verzweifelt versuchen, auf Guadalcanal zu landen. Unterstützung erhalten sie von meinen gleichzeitig angreifenden Marinetrupplern samt Flugzeugträger-Verband. Doch die Amis wollen und wollen einfach nicht weichen. Der Faszination von Hearts of Iron 2 kann ich mich nur sehr schwer entziehen, obwohl sehr viel davon eigentlich nur im Kopf statt auf dem Bildschirm stattfindet. Ich weiß eben, dass parallel zur Inseleroberung meine Forscher gerade eine Atombombe basteln. Sehen muss ich den unspektakulären grünen Fortschrittbalken auf dem Forschungsbildschirm dazu nicht. Deshalb kann ich mit der Simpel-Optik leben.
Doch um in den Genuss dieses hochgradig komplexen Vergnügens zu kommen, habe ich auch richtig schwer geschuftet. Zehn Stunden dauerte die Einarbeitung, inklusive Studium des extrem kleingedruckten Handbuchs. Trotz Tutorial gibt sich Hearts of Iron 2 alle Mühe, Einsteiger abzuschrecken, was nicht zuletzt an der miesen Grafik liegt. Echt, liebe Paradox Entertainer, holt Euch mal jemanden, der ein bisschen was davon versteht. Dafür hat das Team in Sachen Bedienung wirklich seine Hausaufgaben gemacht. Übersicht regiert vor Winz-Icons. Hearts of Iron 2 macht aller Komplexität zum Trotz Spaß und spielt sich dank cleverer KI jedes Mal anders. Ein Leckerbissen, den sich Strategiespieler jenseits der eingetretenen Command-&-Conquer-Pfade auf keinen Fall entgehen lassen sollten.
»Strategieperle für Experten«